Meine Aufgabe als Wegepate ist es, meinen ausgesuchten Wanderweg jährlich zu wandern und eventuelle Beeinträchtigungen zu melden. Der Herbst im Wanderparadies bei Kempenich lockt mich also erneut auf meinen Patenweg in die schönen Eifel.

Am Kreuzwäldchen

Ein winzig kleiner Parkplatz am Kreuzwäldchen gestattet mir mein Fahrzeug abzustellen. Fasziniert folge ich dem kleinen Weg. Ich hatte ja keine Ahnung welcher Schatz sich unweit des eigentlichen Startpunktes meines Wanderweges verbirgt. Künftig schließe ich diesen idyllischen Ort in meine jährliche Begehung ein, denn das Kreuzwäldchen wirkt irgendwie magisch.

Herbst im Wanderparadies bei Kempenich
Kreuz aus Basaltstein mit dem sterbenden Jesus

Eingerahmt ist besonders schön ist die kleine Gedenkstätte mit den Aposteln. Auch die Kapelle „Schmerzhaften Muttergottes“  ist unbeschreiblich schön und erinnert mich an die Abtei in Maria Laach. Einige Fotografien werden einen kleinen Einblick in diesen mystisch anmutenden Platz geben, den Pastor von Freyhold in den Jahren ab 1873 schuf.

Kapelle Schmerzende Mutter Gottes
Eine wunderschöne Kapelle  (Einweihung 20.Mai 1881) im Kreuzwäldchen auf dem Kalvarienberg

Herbst im Wanderparadies bei Kempenich

  • Start/Ziel: Kreuzwäldchen, 56746 Kempenich
  • Streckenlänge: 17,4 km
  • Höhenmeter: 377 m
  • Einkehr am Weg nicht möglich, in Kempenich am Edeka gibt es ein kleines Cafe´
  • Flyer Kreuzwäldchen
  • Ständig aktuelle Informationen zu meinem Patenweg findet ihr bei Natur Aktiv Erleben

Es ist noch frisch am frühen Morgen um 9 Uhr , aber der Anblick den Kreuzwäldchen hat mein Herz erwärmt. Die Überraschung des Tages ist somit gelungen. Unterhalb des kleinen Kalvarienberg verläuft  ein Schotterweg, dem ich folge.

Mein Blick in die hügelige Landschaft bleibt auf einem Gebäude hängen, das ich zunächst nicht zuordnen kann. Auf Rückfrage bei Volker (mein Gastgeber)  werde ich wissend. Es handelt sich um die Burgruine Kempenich. Über die Ursprünge ist nicht viel bekannt, wohl scheint sie um 1147 bereits existiert zu haben. Im Jahr 1822 wurde das stark verfallene Anwesen in ein Forsthaus umgewandelt. Heute befindet sich die Ruine in privatem Besitz und kann leider nicht besichtigt werden.

Burgruine Kempenich_ Herbst im Wanderparadies bei Kempenich
Herbst im Wanderparadies bei Kempenich_ Burgruine Kempenich

Die Natur ist immer da

Es ist Herbst im Wanderparadies bei Kempenich, das ist unverkennbar. Die ersten Bäume zeigen bereits buntes Laub, es fröstelt am frühen Morgen und die Luft ist am Morgen noch von der nächtlichen Feuchtigkeit getränkt.

Pilze im Gras
Die ersten Pilze zeigen sich

Stürme haben einen Baum gefällt und ihn mitten auf den bisherigen Weg fallen lassen. Er darf liegenbleiben so scheint es mir. Vielleicht als Nisthilfe und Unterschlupf für kleinere Tiere.

Der Verkehr auf den nahe gelegenen Straßen ist nicht zu überhören, aber die Natur blendet dass bei mir im Moment sehr stark aus. Die zurück gehende Vegetation macht den Blick auf Erdlöcher und Höhleneingänge frei.

Eichelhäher
Eichelhäher , die Polizei des Waldes

Ein Eichelhäher, er ist von der kecken Sorte, hüpft wenig von mir entfernt auf dem Boden herum. Es sieht ziemlich lustig aus, wenn die schweren Vögel ihren Körper hochhieven um auf dem Boden ein Stück vorwärts zu kommen.  Ich beobachte sie gerne auf meinem Balkon. Dort sammeln sie gleich mehrere Erdnüsse mitsamt der Schale, in ihrem Kropf.

 

Weibern in Sicht

Natürlich ist die weite Wiesenlandschaft schöner, wenn sie im Saft des Frühjahrs oder Sommers steht. Es ist schöner, wenn Getreide auf den Feldern wächst und so lebendiges Leben ausstrahlt. Noch attraktiver lässt Sonnenschein den Blick über die wellige Region erscheinen. Das alles finde ich heute nicht und ein wenig vermisse ich das auch. Weibern schiebt sich langsam in mein Blickfeld, der Ort dessen Horizont von Windrädern gerahmt ist.

Blick auf den Rand von Weibern
Dunkle Wolken hängen über der Eifel fest
Blick auf Weibern und die St. Barbara Weibern Kirche
Blick auf Weibern und die St. Barbara Weibern Kirche

Lauter Eifelorte – Volkesfeld – Hausten

Meine Blicke können weit schweifen, die Muster der unterschiedlichen genutzten Flächen geben der Landschaft Struktur. Mal sind es frisch gepflügte Äcker, dann wieder einfache Wiesen. Unter dem Blätterdach der von Birken und Ahorn gesäumten Allee die ich beschreite, sehe ich diesen veränderlichen Eindrücken zu. Dahinter schmiegt sich, im Anschluss an Volkesfeld, der winzige Ort Hausten zwischen die Hügel.

Landschaft und der kleine Ort Hausten
Im Hintergrund Hausten

Die alte Bank – Herbst im Wanderparadies bei Kempenich

Auf einer alten Bank beschließe ich mein Frühstück einzunehmen. Eine gleichmäßige Schicht Flechten hat sich auf der Bank niedergelassen. Rau fühlt es sich an, wenn ich mit den Händen darüber streiche. Die Sonne schiebt sich durch die Wolken, erhellt einen kleinen Augenblick den Ort Hausten, den ich durch die Bäume und Büsche erkennen kann. Schon allein dieser sonnigen Eindrücke wegen, bleibe ich länger auf der Bank sitzen.

Blick auf Hausten
Blick auf Hausten

Nach einer guten halben Stunde erhebe ich mich erst, um meine Wanderung durch das herbstliche Wanderparadies fortzusetzen.  Weiche Wiesenwege und immer wieder schauen in das kleine Eifelörtchen machen Augenblick um Augenblick zu einem tiefen, entspannten Erlebnis.

Wenig später knickt der Wiesenweg ab und führt mich hinauf in die Richtung von Arft, meinem Urlaubsort. Es ist anstrengend die Steigung zu bewältigen, all zu fit bin ich in diesem Tagen nicht.

Herbst im Wanderparadies bei Kempenich
Blick zurück auf Hausten
Herbst im Wanderparadies bei Kempenich
Netter Farbtupfer ist der Streifen gelber Senf zwischen den Feldern

Die Geschichte mit der Raupe

Mein Weg führt mich hinunter zur Nette., die Nette die auch durch den RauscherPark führt, den ich kürzlich erstmals besuchte. Leider muss ich vor deren Erreichen ein recht langes Stück entlang der Landstraße Richtung Nettehöfe laufen.

Ärgerlich dieses Asphalt treten, auch für die Raupe, die sich ausgerechnet diese Straße zum dahin schlängeln wählt. Mit einem leichten Fingerschnipp befördere ich sie zur Seite, rette sie so vor dem Auto das zielsicher auf die kleine Raupe zu fährt. Das Tierchen ringelt sich zusammen wie eine Schnecke. Vorsichtig trage ich es auf die andere Straßenseite , wo sie ja vermutlich hin wollte und lege sie im feuchten Gras ab. Ich hoffe sie hat überlebt.

Immer diese Irrläufer

Dann, als ich endlich wieder in den Wald abbiegen darf, kehrt Stille ein.  Bei Kilometer 10 kreuzt der Traumpfad Wacholderweg meine Route. Durch den dunklen Wald werde ich wieder einmal hinauf gezwungen , dieses Mal mit den orangenen Wege Zeichen des Traumpfades unterstützt.
Auch der Alte Schulweg verläuft auf gleicher Strecke. Hier im Blog seit 2017 beschrieben. Im festen Glauben richtig zu sein, kämpfe ich mich den Waldweg hinauf.

Herbst im Wanderparadies bei Kempenich
Das ist der falsche Weg – Wieso verlaufe ich mich?

Traumpfade – Herbst im Wanderparadies bei Kempenich

Hab mich verlaufen und muss den Weg zurück. Zunächst weder Traumpfad und kein Alter Schulweg? Doch, ich werde sie gleich wiedersehen.  Der schmale Pfad mit dem blauen Punkt weist ihn aus, den Schulweg, und führt mich zur Kapelle bei Nettehöfe.

Kapelle in Nettehofe
Kapelle in Nettehofe

Hier oben an der kleinen Kapelle sitze ich, genieße das Sonnenlicht und trinke den warmen Tee aus meiner Thermoskanne. Wie oft habe ich hier schon gesessen, oft auch mit Spike, meinem alten Freund. Wenn ich an solchen Plätzen sitze , drängen sich ganz von selbst Gedanken auf. Nicht alle sind willkommen und positiv besetzt. Doch in dieser unendlichen Ruhe wird klar, dass alles was geschieht Bestandteil eines normalen Lebens ist.

Die Sonne ist überraschend warm , sodass ein kleiner Falter sich tatsächlich aus seinem schützende Versteck traut und über die von Sonne gefluteten Wege taumelt. Ein Greifvögel ist zu hören. Sein Rufen klingt bettelnd oder ähnlich. Es passt zu meiner seltsamen Stimmung, die einen inneren Frieden unterstützt.

Schluchtental – Herbst im Wanderparadies bei Kempenich

Nicht Richtung Nettehöfen sondern oberhalb auf einem Wiesenweg geht es weiter. Obwohl ich gerade ein wenig geschwächelt habe, bin ich bei dem Anblick dieses wunderschönen Weges wieder ausgesöhnt. Rechts unter mir sehe ich die alten Gebäude des kleinen Ortes. Es scheint als wäre dort die Zeit stehen geblieben. Und jetzt bin ich tatsächlich auf dem Traumpfad der oben vom Heidbüchel heruntergefallen kommt und hier bis zum Schluchtental führt. Wie sehr liebe ich diese Landschaft.
Der wohl schönste Abschnitt dieses Weges beginnt. Oberhalb der Nette verläuft einen Felsenpfad. Unter mir rauscht das Wasser der Nette und überall ist noch einmal munteres Gezwitscher der Vogelwelt zu hören muss

Herbst im Wanderparadies bei Kempenich
Ich liebe diese Wege

Im Schutz der Felsen

Teppiche breiten sich zwischen den Bäumen hier aus legen sich auch auf die Felsen sieh mal in man’s Höhe und dann wieder 5 m hoch hoch ragen. Imposant wirkt das hier und doch irgendwie vertraut und heimisch. in diesem Jahr habe ich so viel Eifel gesehen und immer wieder schafft sie es mich zu begeistern. Heute kommt nur selten Müdigkeit auf und an meine Hüfte denke ich auch recht wenig. Ich wiederhole mich ja ungern, aber ich liebe die Eifel. Dann geht es wieder hinauf und das, gebe ich zu ist quälend. Der wilde Weg fordert mich extrem und es sind 100 Höhenmeter zu überwinden.

Ein Männlein steht im Walde…..

Auf der Mitte des Weges kommt dann doch ein gewaltiges Gruselgefühl auf. Oben zwischen den Bäumen stand jemand im Tarnanzug, unbeweglich. Das Sonnenlicht spielt über den Anzug und das merkwürdig verkleidete Gesicht. Das ist etwas viel für Omas Nerven und irgendwie kam der Gedanke auf, es könnte ein Jäger sein, der Lust hat ein wenig wild zu schießen. Ich habe Angst, und das nicht zu knapp.

Nur wenig weiter steht ein Mann
Nur wenig weiter steht ein Mann

Ich spute mich also so schnell meine Knochen es zulassen und lande bald am beinahe höchsten Punkt dieses Anstieges. Nur langsam fällt die Anspannung von mir ab, beruhigt sich mein aufgeregter Atem.

Einiges an Totholz liegt auf dem Weg lässt sich aber für einigermaßen fitte Menschen mühelos bewältigen. mir ist bewusst dass mir nicht mehr viel Zeit bleibt auf diesem Weg und es tut mir beinahe etwas leid.

Aus kaputt mach neu

Hier oben auf der kahlen Fläche, wo einst stolze Fichten standen, herrscht gähnende Leere nicht nur Stürme sondern auch der Borkenkäfer haben hier ganze Arbeit geleistet.
Es wird etwas neues entstehen aus, so war es immer. Meistens ist das neue resistenter, stabiler, unangreifbarer. Im Leben ist es auch oft so, fällt mir dazu ein.

NAturdenkmal "Sechs Eichen"
NAturdenkmal „Sechs Eichen“

Forstarbeiten allerortens

Die Reststrecke vom Parkplatz bis zum Schneidepunkt an dem ich wieder zum Kreuzwäldchen laufen muss, zieht sich. Müdigkeit breitet sich in den Knochen aus. Stellenweise sind Wiesen- und waldwege uneben vor allen Dingen weil Wildschweine hier schwer gearbeitet haben. Die Sonne steht schon ziemlich tief und sie lässt sich immer wieder von Wolken verdecken. Heute hatte sie es wirklich schwer.

NAturdenkmal "Sechs Eichen"
Wenn die Sonne scheint ist es soooo schön
Herbst im Wanderparadies bei Kempenich
Da sind sie wieder, die Windräder

Auf dem letzten Kilometer bis zum Kalvarienberg und dem Kreuzwäldchen herrschen wieder die sagenhaften Lichtverhältnisse des Herbstes.

Herbst im Wanderparadies bei Kempenich

Eine Jahreszeit, die sich jährlich anders präsentiert. In diesem Jahr fehlen ein wenig die sonnigen Tage, die dem Herbstlaub ordentlich Farbe verleihen. Mein diesjähriger Herbsturlaub in der Eifel ist sozusagen ins Wasser gefallen. Eine Wanderung, die ich jedoch immer empfehlen kann, ist wohl diese hier. Wobei im Sommer mit einer reichen Anzahl von Schmettlingen zu rechnen ist.

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