Entspannt wandern auf dem Jung-Stilling-Rundweg, das haben meine Namensvetterin Elke und ich uns gegönnt. Die Ginsburg (Einkehrmöglichkeit am Wochenende)  und der Zollposten sind schöne Highlights . Auch wenn auf diesem ca. 11 km Rundweg kaum mit erhitzten Füßen zu rechnen ist, wirkt doch ein kleiner Gang durch das Wassertretbecken gegen Ende der Wanderung belebend.

Jung-Stilling-Rundweg

In Grund wurde er im Jahr 1740 geboren (Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling), an dem Geburtshaus wandern wir auch gleich vorbei. Als Augenarzt, Dorfschullehrer und religiöser Volksschriftsteller war er bekannt. Was liegt näher als diesem Mann, der zwischen Grund und Lützel pendelte um seinen Lehrerberuf auszuüben, einen Wanderweg auf seinen Spuren zu entwickeln. Dem folgen wir heute, geführt durch das Wanderzeichen eines weißen „J“ auf schwarzem Grund. Wir parken und starten am Dorfgemeinschaftshaus (alte Kapellenschule)

Dorfgemeinschaftshaus (alte Kapellenschule) - Jung-Stilling-Rundweg
Dorfgemeinschaftshaus (alte Kapellenschule)
  • Start/ Ziel: 57271 Hilchenbach, Jung-Stilling-Straße 13
  • Streckenlänge: 11 km
  • Höhenmeter: 290 m
  • Am Wochenende ist eine Einkehr an der Ginsburg möglich

Wir, das sind Elke aus dem Siegerland mit ihrem hübschen Vierbeiner Buddy und ich. So lange ist es her, dass wir gemeinsam unterwegs waren. Da wir beide sehr ähnliche Ansichten hinsichtlich der Ernsthaftigkeit der Pandemie haben, ist ein gemeinschaftliches Unterwegs sein sehr entspannt aber achtsam. Wunderbar!

Jung-Stilling-Runde
Blick zurück nach Grund – Jung-Stilling-Rundweg

Hoch hinauf auf dem Jung-Stilling-Rundweg

Während wir so langsam ins erzählen kommen stiefeln wir beharrlich auf Wald- und Feldwegen immer weiter hinauf. Plaudern und bergan wandern lässt hin und wieder den Puls steigen und so brauchen wir entsprechend viel Zeit. Buddy ist begeistert von den zahlreichen Gerüchen, denen er mit der Nase am Boden folgt. Die Kronprinzeneiche hinter uns lassend queren wir dann auch bald die Ginsbergstraße.

Die Kronprinzeneiche

Kurz werfe ich einen Blick auf die Informationstafel an der Kronprinzeneiche. Sie ist in allen guten Wanderkarten markiert, denn sie ist für den Siegerländer ein fester Begriff. Im Oktober 1833 wurde sie vom späteren König Friedrich Wilhelm IV. Mehr zur Geschichte des Kronprinzen

Kronprinzeneiche-Jung-Stilling Rundweg
Kronprinzeneiche

Die Ginsburg liegt ganz oben

Der Jung-Stilling-Rundweg schont uns nicht, treibt uns immer weiter hinauf. Überwiegend schattige und kühle Waldwege lassen trotz sommerlicher Temperaturen ein relativ entspanntes wandern zu.  Ich gebe zu, viel habe ich nicht zu berichten, denn wir beiden Elke +Elke sind eifrig mit quasseln beschäftigt. Oft genug entgehen mir da Feinheiten des Wanderweges.

Jung-Stilling-Rundweg
Blick auf das Burggelände

Wir erreichen das Burggelände, dessen Burgküche leider nur am Wochenende geöffnet ist. Gerne wäre wir zu einem Kaffee eingekehrt. So ziehen wir unmittelbar hoch zur Ruine auf dessen Turm sich eine tolle Rundumsicht genießen lässt.

Burgküche
Burgküche

Die Burgwar eine im 12. Jahrhundert errichtete, nassauische Grenzfeste. Unter dem heute gebräuchlichen Namen „Ginsberg“ oder „Ginsburg“ ist die Bergfeste erstmals in einer Urkunde vom 27. April 1292 erwähnt. Heute ist die Anlage deutsch-niederländische Gedenkstätte, Ausstellungsraum, Trauzimmer, Grünes Klassenzimmer, Veranstaltungsort, lokales Ausflugsziel und Aussichtspunkt sowie außerschulischer Lernort.

Jung-Stilling-Rundweg
Der Burghof der Ginsburg von oben
Blick vom Turm der Ginsburg
Blick vom Turm der Ginsburg

An der Ginsburg wird gebuddelt

Einige Archäologiestudenten und ein Professor von der Uni Marburg haben sich Genehmigungen für Grabungen erworben. Die Vermutung eine größere Vorburg finden zu können hat sich laut Zeitungsmeldungen nicht bestätigt. Aber eine alte Metallspitze ist ja auch was und Archäologie erfordert ziemlich viel Geduld. Sicher ist, die Ginsburg soll barrierefrei zugänglich gemacht werden, aber nicht vom Team der Uni Magdeburg ;-).

Weiter zum Bahnhof Zollposten

Wir zockeln nach einer ausgiebigen Frühstücksrast an der Burg wieder hinunter auf unseren Wanderweg. Es ist inzwischen ziemlich warm geworden, welch ein Glück das wieder ein Blätterdach über unseren Köpfen hängt.

Jung-Stilling-Rundweg
Wurzelgemüse
Eventscheune und Bahnhof
Eventscheune und Bahnhof

Schon bald erreichen wir bergab wandernd den Bahnhof Vormwald bzw. Zollposten. Auch hier ist die Gastronomie nur am Wochenende geöffnet. Übrigens bietet sich der noch aktive Bahnhof als Startpunkt für den Jung-Stilling-Rundweg an. Auch wer nur die Ginsburg besichtigen will kann hier starten.

Übrigens der Begriff Zollposten wurde auf diesen Ort angewendet, als die Straße nach Lützel hier gebaut wurde. Jedes Gefährt musste zum Erhalt der Straße am hier errichteten Zollposten einen Beitrag leisten.  Zwei Pfennige pro Stück Vieh mussten die Passierenden zahlen. Bis mindestens in die 1870er Jahre wurden Zollposten betrieben.

Bahnhof Zollposten
Bahnhof Zollposten (Vormwald)

Ins lauschige Insbachtal

Wir nähern und nun dem Insbachtal. Die Vegetation hat bereits in großen Teilen herbstlichen Charakter. Birken lassen Blätter ebenso fallen, wie Eschen. Ein trauriges Bild, dass der andauernden Trockenheit geschuldet ist. Es duftet an manchen Stellen lecker harzig, riesige Stapel mit gefällten Bäumen schmücken die Wegränder. Hier und da breitet sich Heide aus und die blüht schon kräftig.

Jung-Stilling-Rundweg
Schon reichlich herbstlich

Letzte Station Jung-Stilling-Rundweg – Wassertretbecken

Wir haben den größten Teil der kleinen Wanderung geschafft. Das Wassertretbecken gerät in unseren Blick und zu unserer unendlichen Freude ist der Platz gänzlich leer.

Wassertretbecken Grund
Wassertretbecken

Schnell sind Schuhe und Socken von den Füßen gestreift. Das Wasser hat schon einen gewissen Ekelfaktor, der Boden des Beckens ist von Algen glitschig. Doch das Verlangen nach Abkühlung ist größer als unsere Scheu und so sitzen wir eine ganze Weile mit den Füßen im Wasser und genießen die Sonnenwärme. Buddy wirkt ein wenig verträumt, anscheinend schweben noch ein paar leckere Futterbrocken durch sein Hirn und ein gemütlicher kühler Liegeplatz.

Buddy
Buddy freut sich auf seinen Nachmittagsschlaf

Nach dieser schönen Rast nehmen wir den kurzen Rest des Weges in Angriff. Wir haben Zeit zum trödeln und schlendern und die Wege sind angenehm eben. Der schönste Part ist dann noch der Wiesenweg oberhalb Grund. Watteweich fühlt es sich unter den frisch gekühlten Füßen an. Welch eine Wonne.

Und dann, schneller als gedacht, erreichen wir wieder die Alte Kapellenschule. Noch ein kurzer Plausch und das gegenseitige Versprechen solch einen Wandertag immer wieder mal einzuplanen, fahre ich heim. Danke liebe Namensvetterin und danke Buddy. Das war Spitze.

2 Kommentare

    1. Ja das Problem ist immer das Gleiche. Ich lese so oft von Touren weit weg und bin etwas betrübt, dass ich da nicht mal eben hin kann ;-)

      Liebe Grüße
      Elke

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