Wie stelle ich es an, dass Fotos von Wanderungen und Ausflügen, aber auch von meinen Weggefährten gelingen? Die 11 Tipps für gelungene Fotografien habe ich in meinem Beitrag gesammelt. Ob es wohl die sind, die euch weiterhelfen?

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine ersten Fotos, die ich damals besonders gelungen und schön empfand. Aus heutiger Sicht sind sie mäßig bis mittelmäßig. In ein paar Jahren denke ich über meine heutigen Aufnahmen evtl. auch so. Wer das fotografieren nicht gelernt hat, braucht eine Weile, um die wichtigsten Aspekte eines gelungenen Fotos zu erkennen.

Meine 11 Tipps für gelungene Fotografien

Meine Tipps sollen sich auf das beschränken, was auch in meiner Welt der Fotografie vorherrschend ist. Landschaften, Natur, ein paar Tiere und die Menschen, mit denen ich unterwegs bin. Dies wird kein tief greifender Fotokurs, sondern ein Grundgerüst mit dem Anfänger etwas anfangen können – sollten.

Als beispielhaftes Kameramodell nutze ich meine Panasonic DMC-TZ 71 EG-K Lumix Kompaktkamera. Sie nutze ich auf kleineren Spaziergängen und wenn es regnet oder schneit.  Platz sparend und robust bringt sie hervorragende Bildergebnisse und ist besonders für Beginner geeignet. 

Wichtig! Die TZ 71 hat „nur“ 12 Megapixel und das ist gut so. Lasst euch nicht dazu hinreißen dem Pixelwahn zu folgen. Das macht bei den kleinen Bildsensoren keinen Sinn und verschlechtert die Chancen auf gute Aufnahmequalität. Mit dieser Kamera könnt ihr, bei guter Aufnahmequalität, Abzüge bis Din A 3  Größe herstellen lassen.

Nicht die Kamera macht die Fotos, sondern der/die Fotograf/in

Jede noch so teuere und kluge Kamera bracht jemanden, der sie bedient. Es ist ein Irrtum, dass eine teure Kamera bessere Fotos hervor bringt, zumindest in den Händen eines Einsteigers.

Deshalb hier einige Tipps, wie auch bei widrigen Lichtbedingungen und wenig Erfahrung gute Aufnahmen möglich sind.

Das Ergebnis sofort betrachten verhindert Enttäuschungen

Der Vorteil der digitalen Fotografie ist, wir können viele Fotos knipsen und später auswählen. Auf dem Display sieht manches Bild toll aus und auf dem Computer staunt man nicht schlecht, wenn die Bilder verwackelt sind. Also ruhig bei der Voransicht mal in das Bild hineinzoomen, Dann kann man gleich vor Ort noch einmal fotografieren.

Tipp 1 – Nahe ran gehen

Beim fotografieren ist ein sehr hilfreiches Vorgehen die Angst vor der Nähe zu verlieren. Alles, was aus der Nähe fotografiert wird, gewinnt. Das Bild unten hat meine siebenjährige Enkelin gemacht. Sie ist es gewohnt alles ganz aus der Nähe zu betrachten. So gelang ihr diese Aufnahme von der Milchkuh.

Ein wenig könnte noch an der Schärfe gedreht werden, aber Kühe halten nicht unbedingt still, wenn man sie fotografiert.

Milchkuhgesicht
Nahaufnahme Milchkuh – Nahe heran gehen (Aufnahmemodus „Tiere“ oder „Sport“)

Der gleiche Effekt wird erzielt, wenn Blumen aus geringer Distanz fotografiert werden.

Tipp 2 – Etwas in den Vordergrund platzieren

Ein weiterer Tipp, wenn die Umgebung etwas triste wirkt, wird sie aufgepeppt, indem wir etwas in den Vordergrund platzieren. Ohne die Tanne links im Bild, wäre der Weg sehr langweilig gewesen. Die gleiche Wirkung haben natürlich am Bildrand platzierte Menschen. So ist der Weg zu sehen und wird durch etwas lebendiges oder buntes angereichert.

Weg mit Tanne im Vordergrund
Das grüne Gestrüpp bringt Farbe und Leben ins Bild (Hier Aufnahmemodus „P“ oder „Automatik“
Baumstämme auf dem Weg
Aufnahmemodus „Landschaft“ „P“ oder „Automatik“

Tipp 3 – Frontal ist selten schön

Selten wähle ich die Frontalfotografie.  Ich empfinde die Totale und auch die absolute Frontalfotografie oft ausgesprochen langweilig. Das Bild oben von der Milchkuh, nimmt ja auch nicht das gesamte Kuhgesicht, sondern eine leichte Diagonale ein.

Fotografiere ich ein Tier oder einen Menschen, muss ich bei einer Kompaktkamera darauf achten, dass das Objekt sich nicht zu schnell bewegt. Für sportliche Aufnahmen ist eine derartige Kamera nur bedingt geeignet, da sie nicht schnell genug fokussiert und auslöst. Einen Moment abwarten bis Mensch oder Tier den Kopf so wendet, dass ein attraktiver Anblick gewährt wird.

Teilaufnahme Hund Spike
Teilaufnahme Spike – Hier habe ich gewartet, bis Spike in meine Richtung schaut. (Modus: „Sport“ oder „Tier“)

Tipp 4 – Ein schöner Hintergrund

Blechbüchsen als Hintergrund, zu unruhige Hintergründe, Abfall auf dem Boden sind ungünstiges Beiwerk für unsere Lieblingsmotive.  Auch die Leine stört mich, ich fotografiere Spike lieber ohne Leine, ggf. mache ich ihn irgendwo fest und drapiere die Leine hinter seinem Körper.

Das Auto als Hintergrund ist für mich ein „NO Go“

Tipp 5 – Perspektive wechseln wie z.B. von unten nach oben

Ich fotografiere Blumen und Pilze, aber auch Menschen und Tiere schon mal aus ungewöhlichen Perspektiven. Von unten nach oben wirkt beim hohen Bäumen sehr gut, aber auch bei Glockenblumen, Grashalmen etc.

Da will jemand hoch hinaus

Auf den Bauch gelegt und aus der Mäusesicht fotografieren, das bringt interessante Perspektiven für Blümchen. Hierfür stelle ich meine Kamera grundsätzlich auf „P“ oder „Makro“, bzw. Nahaufnahme. Mehr Tipps welche Aufnahme-Modi passend sind, erläutere ich am Ende des Beitrages unter Tipp 11.

Tipp 6 – Schatten und Gegenlicht im Blitz

Steht jemand im Schatten, dann scheut euch nicht den Blitz zu aktivieren. Dabei bitte nicht in die Augen blitzen, also nie frontal. Tiere, egal wie klein sie sein mögen, bitte nie mit einem Blitz blind schießen. Insbesondere Insekten sind da sehr empfindlich.

Pflanzen vertragen hingegen gerne mal einen Blitzer. Wenn z.B. die Sonne mir gegenüber steht, dann nutze ich gerne einmal den Blitz, um mein Objekt zu beleuchten. Das gibt teilweise überraschend schöne Effekte.

Blödes Motiv, zeigt aber den Effekt

Tipp 7 – Licht von rechts oder links

Ideal ist der Lichteinfall von der Seite. Das gilt für Sonnenlicht ebenso wie für Kunstlicht. In der Mittagssonne (gilt für spätes Frühjahr bis Spätsommer) fotografiert es sich schlechter als vormittags und nachmittags. Im Winter steht die Sonne ohnehin tiefer und beleuchtet unsere Szenerien von einem eher niedrigen Standpunkt. Dabei entstehen wärmere Farben, die ich persönlich sehr schätze.

Tipp 8 – Geschwungene Wege

Wenn ich Wegeverläufe fotografiere, liebe ich es, wenn der Beginn des Weges in eine der Bildecken beginnt und sich dann in das Bild hinein schlängelt.

Teerweg
Der Weg bewegt sich von mir weg ins Bild hinein

Tipp 9 – Bildaufteilung

Selten sind mittig platzierte Objekte eine attraktive Bildgestaltung. Der berühmte goldene Schnitt ist in den meisten Kameras als Gittereinblendung hinterlegt und kann als Hilfslinie dazu genommen werden. So fällt es meist leichter die wichtigen Teile unseres Bildes im goldenen Schnitt zu positionieren. Ich nutze eher die Drittelregel und meistens fotografiere ich einfach so, wie es mir behagt.

Alpakanase
Die Nase im oberen Schnittpunkt
Auge im Schnittpunkt rechts oben – Etwas mehr Geduld und das Auge wäre sichtbar gewesen. Irgendwann dreht jedes Tier den Kopf.
Ohne Beachtung einer Regel – Der links im Bild sichtbare Teil des dritten Alpakas gehört ausgeblendet. Das Foto gefällt mir schon deshalb nicht so gut.

Tipp 10 – Wenn das Licht nicht reicht – Kamera abstellen

Reicht das Licht zum fotografieren nicht aus, dann stellt die Kamera irgendwo ab. Die Belichtungszeit ist bei wenig Licht recht lang. Das heißt die Blende ist lange offen, um Licht auf den Sensor zu lassen. Während dieser Zeit verwackelt ein Bild sehr stark.

Es reicht in einem dunkleren Wald die Kamera z.B. auf einem Baumstumpf abzustellen und dann den Auslöser zu drücken. In geschlossenen Räumen eignen sich alle Flächen, wo die Kamera sicher steht. Aber Achtung, der Tisch wird gleich mit fotografiert, wenn die Kamera nicht auf den Tischrand gestellt wird, schaut genau hin.

Tipp 11 – Die Motivprogramme

Eure Kompaktkamera hat unterschiedliche Motivprogramme, die sehr gut dabei helfen je nach Motiv die richtigen Voreinstellungen zu haben. Um das zu verstehen, verrate ich euch einige technische Einzelheiten, die sehr schnell klären, dass diese Programme ihre Berechtigung haben.

Einstellmöglichkeiten TZ 71
Einstellmöglichkeiten TZ 71

Programmautomatik – „P“

Über diese Einstellung fotografiere ich gerne Nahaufnahmen, also Blumen, Blätter, kleine Details. Ich kann mit der Kamera ziemlich nahe heran gehen und bekomme ein knackscharfes Foto.

Maikäfer Nahaufnahme
Maikäfer Nahaufnahme

Szenenaufnahme Modi „SCN“ – Für Landschaften

Wenn ich aus diesem Modus wähle, dann geht beim fotografieren nur selten etwas schief. Für die Aufnahmesituationen werden Blende und Belichtungszeit automatisch angepasst. Für Landschaftsaufnahmen wird eine möglichst weit geschlossene Blende gewählt, erkennbar an einem hohen Blendenwert. Die Belichtung kann hier schon mal etwas länger sein. Bei schlechten Lichtverhältnissen bietet sich wieder der Trick mit dem Abstellen der Kamera an.

Szenen Modus – Landschaft
Der Himmel

Der Himmel macht nur etwas her, wenn er belebt ist. Das kann das himmlische blau sein, aber auch drohende Wolken. Was meist wirklich fade wirkt, ist der helle, weiße Himmel. An solchen trüben Tagen fotografiere ich lieber nur die Landschaft und gebe dem Himmel auf dem Foto weniger Raum.

Der Senf blüht, wie immer im Oktober. Angrenzend an die Kapelle hat man kräftig davon angebaut

Szeneaufnahme Modi  „SCN“  – Für Tieraufnahmen

Tieraufnahmen

Die Kompaktkamera wird in diesem Modus auf eine sehr kurze Belichtungszeit eingestellt. Die Blende ist dabei relativ offen. Sehr schnelle Bewegungen wird diese Kamera nicht einfangen können, geringe Bewegungen bildet sie aber recht gut ab. Voraussetzung ist hier, ausreichend Licht.

Szenenaufnahme Modi  „SCN“  –  Hinter Glas

Hinter Glas fotografieren
Hinter Glas fotografieren

Eine wirklich tolle Aufnahmetechnik ist die, hinter Glas befindliche Objekte zu fotografieren. Die Spiegelungen, die bei solchen Aufnahmen gerne entstehen, werden hier überwiegend vermieden. Also rein ins Aquarium und die Schlangen hinter dem Glas fotografieren, klappt tatsächlich prima.

Szenenaufnahme Modi  „SCN“  – Speisen und viele andere

Für alle hier abgebildeten Aufnahmesituationen gilt, es werden bestmögliche Einstellungen gewählt, die dem Laien im Regelfall nicht bekannt sind. Es wird z.B. bei den Aufnahmen für Speisen sind die Konturen kräftig, die Farbbrillanz intensiviert. Die Blende so weit offen wie nötig, die Verschlusszeit daran angepasst. Das gleiche gilt für Sonnenuntergänge, Porträtaufnahmen und viele andere Situationen.

Speisen

Mit diesen Szenenmodi übernimmt die Kamera die gesamte Bildbearbeitung und das macht sie im Regelfall richtig gut. Probiert es aus, fotografieren ist mit diesen Einstellmöglichkeiten wirklich effektiver. Die Unterschiede zur schon recht guten Kameraautomatik sind beachtlich.

Nacht- und Dämmerungsaufnahmen

Bitte immer für den sicheren Stand der Kamera sorgen, sonst werden die Fotos unscharf. Wo kein Stativ Verwendung findet, hilft immer auch die Alternative Mauer, Zaunpfahl, Steine, Baumstümpfe, Äste. Auch hier sind die Unterschiede extrem, zu den aus der Hand geschossenen Aufnahmen.

Weitere Fragen gibt es immer

Falls ihr Fragen habt, ich beantworte sie, sofern ich es kann.  Gibt es noch einen Punkt, den ich hier mit hinein nehmen sollte? Tue ich gerne!

Mein Kameramodell, nicht das aktuellste, aber vom Preis-Leistungsverhältnis her prima:
Der Link führt zu Amazon und bringt mir einen kleinen Obolus, falls jemand kauft. Es ist meine Pflicht darauf hinzuweisen, die meisten werden ihre Kamera bereits haben und ich helfe auch gerne bei anderen Modellen.

Panasonic DMC-TZ 71 EG-K Lumix Kompaktkamera (12,1 Megapixel, 30-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display, Full HD, WiFi, USB 2.0) schwarz (Zitat: amazon)

13 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    es passt vielleicht nicht ganz hierher,
    aber du doch gewiß noch deine Bilder, bevor du sie in deine Beiträge einfügst.
    Welche Software benutzt du?

    Liebe Grüße von
    Frieder

    1. Irgendwie ist ein Teil Deines Textes auf der Strecke geblieben, lieber Frieder. Also, da ich im RAW Format fotografiere muss ich alle Fotos erst einmal zu einem JPG umwandeln, und natürlich bearbeiten. Hierfür nutze ich Photoshop. Bei der Kompaktkamera ist das nicht nötig. Da verkleinere ich die Fotos nur auf ein verträgliches Pixelniveau
      LG Elke und euch einen tollen Sylvesterabend und ein schönes Jahr 2019

      1. Dankeschön Elke,
        zur Zeit sind wir in Kniebis und fahren erst nächstes Jahr wieder nach Hause.
        Ich benutze für die Bildbearbeitung GIMP. Fotos beschneiden, Tonwertkorrektur, Bilder schärfen, Himmel nachbearbeiten … alles kein Problem.
        Den PS habe ich auch noch, aber ich benutze Windows so gut wie überhaupt nicht mehr und somit auch nicht den PS
        In deinen Beiträgen präsentierst du deine Fotos große Klasse.
        Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins Jahr 2019. Bleib gesund.

        Viele liebe Grüße von
        Frieder

  2. Liebe Elke, es ist an der Zeit, dir ein großes >Kompliment> zu machen.
    Es ist so schön, dass wir uns wiedergetroffen haben und ich seitdem deinen Blog begeistert genießen kann..
    Ja, er macht Lust, deutsche Landschaften zu erwandern.
    Seit Smartphone und Co. habe ich meine „gute“ Panasonic DMC-TZ36 Lumix nicht mehr genutzt.
    Für Hawaii und Mexiko hat sie mir automatisch (ohne Gebrauch der vielen Einstellungsmöglichkeiten) gute Fotos präsentiert. Aber mit deiner Beschreibung hier bekomme ich wieder Lust, sie zu studieren und wieder in Betrieb zu nehmen.

    1. Guten Morgen Karin,

      sobald ich Zeit finde, werde ich auch mal auf die Einstellungen in der Kamera eingehen. Da sind ein paar Grundeinstellungen, die es wert sind beachtet zu werden und die die Nutzung erleichtern.
      Aber erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar, die ermunternden Worte und ja, es ist schon toll sich nach Jahrzehnten wieder über den Weg zu laufen, und so nahe beieinander zu leben ;-)

      Liebe Grüße Elke
      und einen tollen Rutsch ins Jahr 2019

    1. Das ist ja witzig. 😃 Panasonic begleitet mich schon seit ca. 10 Jahre. Die TZ- Reihe ist echt gut!
      LG Elke

    1. Es gibt so viele Tipps, es ist schwer die speziellen Bedürfnisse des Einzelnen zu treffen. Es ist aber schön, wenn einige gepasst haben.
      LG Elke

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