Der Milchweg in Wipperfürth soll erlebnisreich durch die bergische Landschaft führen. Insbesondere für Schulklassen, aber auch für Familien geeignet, so die Empfehlung. Informativ ist der kleine Rundweg, der mit acht Infotafeln bestückt die Bergische Landschaft beschreibt, die Milchviehwirtschaft aber auch Flora und Fauna der Region.
Manchmal sollte Frau sich an die Angewohnheit erinnern, sich das Wegeprofil anzuschauen, bevor sie losstiefelt. Es wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass der Milchweg in Wipperfürth überwiegend an, bzw. auf Straßen und zu einem erheblichen Teil über eine von Radfahrern im flotten Tempo beradelte Bahntrasse führt. Ich bemühe mich in meiner Beschreibung so sachlich wie möglich zu bleiben. Das Fazit mögt ihr dann selber ziehen.

Der Milchweg in Wipperfürth
Schon sehr früh am Morgen bewegt sich mein Auto Richtung Wipperfürth. Die Mittagswärme möchte ich gerne umgehen, ebenso wie den üblichen Sonntagstrubel auf den Wanderwegen. Letzteres Ziel habe ich nicht erreicht, scheinbar dachten die Bewegungsfreudigen genauso wie ich. Gegen 8: 30 Uhr erreichen wir die Jugendherberge in Wipperfürth und so komme ich auch gleich zu den Infos.
- Anfahrt: Ostlandstraße 34, 51388 Wipperfürth
- Streckenlänge (wenn man sich nicht verläuft wie ich) 4,5 km
- Höhenmeter: 78 m
- Webseite Bergisches Land
- Eine schöne Wanderung 16,4 km
- Mehr Kühe in Wipperfürth auf knapp 10 km
- Eine der schönsten Runden in Wipperfürth (11,4 km)
Los geht´s den Berg hinauf
Es geht erstmal etwas über 500 m sanft bergan. Ich spüre wie meine verspannte Rückenmuskulatur langsam entspannt.

Die zweite Tafel zum Thema „Milch“ steht rechts neben einer Bank, mit Aussicht in die typisch wellige bergische Landschaft. Weiter hinten am Waldrand grasen ein paar Rinder. Die Landstraße links neben mir wird von einem Blühstreifen zu den Wiesen hin begrenzt.

Die Tafel regt an sich die Landschaft näher anzusehen Landschaft Elemente wie Äcker, Wiesen, Nadelwald, Hecken, Straßen und Feldwege wahrzunehmen. Für Städter sicher nicht selbstverständlich, wenn sie nicht öfter in der Natur unterwegs sind.
Sommerblumen erfreuen sich ihres Lebens, die Sonnenblümchen recken die weit offenen Blütenkelche in die Sonne. Es summt und brummt das Insektenvolk und die zahlreichen Schwalben sausen in Scharen durch die bergische Landschaft.
Nur wenige Schritte weiter und der Blick in diese wundervolle hügelige Landschaft wird frei. Neben aufgeregten Vogelgezwitscher höre ich auch die typisch am Sonntag rasenden Motorradfahrer. Ein Geräusch worauf ich gut und gerne verzichten könnte, deren Daseinsberechtigung aber ich jedoch nicht abstreiten kann.



Auf dem Hof leben mindestens vier Katzen. Drei von Ihnen sitzen wie Wachhunde und beobachten Frau und Hund.
Leider laufe ich immer noch auf hartem Belag. Die schmale Landstraße erfordert Aufmerksamkeit. Zu vorgerückter Stunde erhöht sich auch die Anzahl der Fahrzeuge, die von hinten und vorn herangefahren kommen. Nicht immer reduzieren sie ihre oft hohe Geschwindigkeit. Wirklich schade und unvorstellbar, dass hier Schulklassen und Familien mit Kindern spazieren gehen.
Zudem vermisse ich das Milchvieh, die ja Thema dieses Rundweges sind. Die vier Jungrinder reißen es auch nicht raus. Auch wird auf den Informationstafeln verschwiegen, dass die Milchkühe regelmäßig Kälber gebären, damit sie überhaupt Milch geben können. Die Kälbchen werden sofort nach der Geburt von der Mutterkuh getrennt und in Einzel Iglus gesteckt oder an Mastbetriebe verkauft (wenn es Bullenkälbchen sind). Dort werden sie nicht alt, sehen keine Wiesen, werden mit Aufzuchtmilch groß gezogen. Diese Tatsache gehört zur Wahrheit dazu und sollte nicht verschwiegen werden.
Endlich ein bisschen Feldweg
Nach 2,2 km, dürfen wir links auf einen Feldweg abbiegen, für rd. 600 Meter. Die Eindrücke sind so schön, dass ich kaum aus dem fotografieren heraus komme. Welch eine Wohltat.




Rasende Freizeitsportler
Bald schon wechseln wir auf die stillgelegte Bahntrasse. Rechts neben uns dümpelt die Wipper dahin, auf der Trasse reichlich Radfahrer. Nein, das ist nicht mein Tag und nicht meine Strecke. Da habe ich wirklich gepennt. Beim allerbesten Willen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Kinder einer Schulklasse oder kleine Kinder mit Eltern diesen Weg als vielfältig, spannend und mit eindrücklichen Erlebnissen verknüpfen.
Den Abzweig ins kleine Waldstück habe ich übersehen und laufe zunächst viel zu weit auf der Trasse. So komme ich am Ende auf eine Gesamtstrecke von 5 km und das ist für mich das Positive dieser Runde.


Training für´s neue Gelenk, das war schon wirklich prima. Ich hätte gut noch 1-2 km weiter laufen können. Welch eine Wonne! Der Weg hingegen bekommt von mir, bis auf kleine Abschnitte, keine gute Bewertung. Es tut mir wirklich leid, denn hier haben Menschen Zeit und Geld hinein gesteckt, aber schön lügen liegt mir nicht.
Ich hoffe auf baldige weitere Beiträge hier im Blog und dass es mit meinen Wanderungen bald wieder richtig los geht. Bis dahin grüßen euch
Elke und Jana