Unerwartet freundlich präsentiert sich das Wetter am gestrigen Sonntag. Ebenso unerwartet nach dem gestrigen Cardiotraining, mein Body bereit sich einer kleinen Herausforderung zu stellen. Im nahen Odenthal habe ich eine Runde im Blick, die ich schon länger gehen wollte. Sie bietet ein paar Höhenmeter mehr, und diese an einem Stück. Das wird spannend.
Vorab eine Info zum Streckenprofil. Es gibt reichlich Hartbelag (Asphalt- und Teerwege) und im Wald verflixt viel Matsch, richtiger Matsch zum einsinken.

Odenthal Winkelhausen und um den Backesberg
Selbst an einem Sonntag ist hier nicht viel los. So liebe ich das unterwegs sein. Man trifft vereinzelt auf Menschen, die die Natur genießen, kein Massenauflauf. Gut, auf dem ersten Teil meiner Runde läuft selten jemand lustvoll, weil an der Scheurener Straße entlang. Hinter dem Wanderparkplatz hat man Buchten zum Parken angelegt. Dort stelle ich mein Fahrzeug ab und ziehe los.
- Anfahrt: Wanderparkplatz Scheurener Straße (Navi: Scheurener Str.165-151, 51519 Odenthal)
- Lt. Garmin 5,3 km und 110 Höhenmeter, heute kein GPS Track
- Einer Weg, der über die Lebens- und Arbeitsweise der Zisterziensermönche erzählt, ist der Klosterlandschaftsweg, der startet am Altenberger Dom und führt auch durch das Pfengstbachtal. Vielleicht schreibe ich zu meinen dortigen kleinen Spaziergängen auch noch ein paar Zeilen, demnächst.
Starten mit Lärm
Der erste Abschnitt erfordert Geduld und Ignoranz dem Straßenverkehr gegenüber, die Scheurener Straße ist auch sonntags gut befahren. Ich möchte aber diesen Solitär-Baum sehen, von dem der hier schon oft erwähnte Wanderfreund Rainer mal berichtet hat. Und selbst an solchen Straßen gibt es ja etwas zu sehen.

Bald biegen wir links „Zum Wirtsspezarder Hof“ ab und bekommen die ersten schönen Aussichten vor die Linse.


Der Baum, den ich so gerne fotografiert hätte, der steht noch immer da, aber eben ohne passende Sonnenbestrahlung. Nicht schlimm, er kommt trotzdem aufs Foto und seine Umgebung auch.


Endlich unendlich grün
Rechts abbiegen und nach einem weiteren kurzen Abschnitt an der Scheurener Straße entlang, kann ich endlich abbiegen in die Botanik, und das tut sehr gut. Der kleine Weg kann leicht übersehen werden. Gegenüber einer Gaststätte, an einer Bushaltestelle biege ich links ab.

Brombeersträucher bringen noch ein paar kleine letzte Beeren zum Vorschein. Naschen ist also noch immer möglich, nur satt wird man nicht mehr. Wer diese Strecke Ende Juli bis August läuft, wird eine ganze Menge dieser süßen sauren Früchte ernten können.
Wir folgen einfach dem Weg, kein links oder rechts, aber steig bergab. Die Zeichen des Bergischen Weg und des Klosterlandschaftsweg begleiten uns, wie viele andere Wegezeichen auch.

Nach dem ergiebigen Regen, das gebe ich zu, ist die bergab führende Partie eine Herausforderung für das neue Gelenk. Ich komme aber unfallfrei unten an. Wichtig für mich, denn das hier ist Training für künftig angstfreies Unterwegssein.

Nach der Querung des Pfengstbachs, gluckert der eine Weile neben mir her, mal nah, mal etwas weiter weg. Das ist ein Geräusch, das ich liebe.





Der Backesberger Bach unterhalb des Backesberg
Von hier ab geht es, auf teilweise ausgesprochen seifigen Wegen hinauf, hinauf, hinauf. Am alten Mühlteich der Spezarder Mühle, die es schon lange nicht mehr gibt, biegen wir links ab. Hölle ist das sumpfig hier. Der Backesberger Bach hat früher die Mühlräder angetrieben, nachdem das Wasser des kurzen Bachlaufs gestaut wurde. Heute speist der den Pfengstbach. Den Mühlteich habe ich fotografiert, aber die Aufnahme ist nicht gelungen.

Die Wege sind so morastig, dass ich so langsam daran denke mir neue Wanderstiefel zuzulegen. Die alten dürften hinüber sein, nachdem ich sie ein paar Jahre praktisch nicht getragen habe.

Pferde schauen in Grossspezard Odenthal
Noch einmal links abbiegen, vom Backesberger Bach weg (entspringt hier in der Kurve). Wir sind schon auf der Zielgeraden und was soll ich sagen, mir geht es unfassbar gut. Der stramme Anstieg war gut zu stemmen, nur die Lunge war ein wenig böse, ob der Anstrengung. Die Beine tun ihre Dienste zuverlässig und kraftvoll. Mit einem Schnitt von 3,2 Kilometer in der Stunde kann ich zufrieden sein.




Was mir entgangen war, der kleine niedliche Holzkopf gegenüber meines Autos.

Es war toll, nicht jeder Meter Weg, aber die Gewissheit, dass sich meine Fitness wieder einstellt. So kann es gerne weiter gehen.
Wir sehen und lesen uns hoffentlich bald wieder
Liebe Grüße
Elke und Jana (nächstes Mal mit mehr Fotos vom Hundetier)

