Schnee satt, das garantiert mir mein Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar. Das angekündigte Tauwetter beglückt aber bereits die Tieflagen der Region. Auf den Hagebuttensträuchern hatten sich dicke Schneehüte gebildet, die nun Mütze um Mütze herunter rutschen und kahle Büsche mit zerdötschten Fruchtkörpern hinterlassen.

Die Anfahrt nach Lindlar über die L 299 lässt mich ahnen, was mir im Wald blühen wird. Die Tannen am Straßenrand entlassen ihre nasse Last, oft genug genau auf das Autodach. Es klingt, als würde jemand Steine werfen. Ich bete, dass mir keine solche Scholle auf die Rübe fällt, während ich meiner eigentlich Leben erhaltenden Tätigkeit des wanderns nachgehe.  Mit diesem Gedanken lenke ich meinen Hyundai auf den Parkplatz des Freilichtmuseum Lindlar, das heute seinen Eintrittsfreien Freitag hat.

Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar

Schneelandschaft - Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar
Es liegt noch reichlich Schnee

Der Parkplatz gegenüber dem Freilichtmuseum Lindlar ist noch relativ leer, sodass ich mir eine Parkbucht aussuchen kann. Zügig wandere ich los, um die sonnigen Abschnitte bei gleichzeitig noch vorhandener Schneedecke zu genießen.

Schloss Heiligenhoven

Mein erstes Etappenziel nach dem Start wird Schloss Heiligenhoven sein. Die Parkanlagen mag ich zu jeder Jahreszeit, deshalb bin lege ich meine Wanderungen gerne in dessen Nähe.

Schloss Heiligenhofen Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar
Schloss Heiligenhofen Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar
Kaputte Laterne
Zerdepperte Beleuchtung im Schlosspark Heiligenhoven

Ein wenig grinsen muss ich immer, wenn ich die lädierte Parkbeleuchtung sehe. Bei Nacht war ich noch nicht hier, sodass ich nicht einschätzen kann, ob der gesamte Park nächtens im Dunkeln liegt.

Auf jeden Fall steht der Zustand der Beleuchtung im krassen Gegensatz zu den liebevoll gepflegten Grünanlagen.

 

Brücke im Schlosspark Heiligenhoven
Brücke im Schlosspark – Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar

Zwischen zugefrorenen Teichen, die ich noch aus dem Sommer 2018 in Erinnerung habe, schlendert es sich prima dahin. Mit Blick auf die kurze Gesamtstrecke des heutigen Tages, kann ich mir reichlich Zeit nehmen. Eine kleine Brücke führt über den Lennefer Bach, der nach sich nach dem langen, trockenen Sommer 2018 wieder gut mit Wasser gefüllt hat. Natürlich motiviert das Gewässer zu einem kleinen Fotostopp.

Wasserstufe im Lennefer Bach
Wasserstufe im Lennefer Bach – Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar

Bergauf als Kreislaufmittel

Es geht erstmal fleißig Berg hoch. Während ich beim Start noch unter leichtem frösteln dahin zog, kommt der Kreislauf nun gehörig in Wallung. Fit fühle ich mich im Winter ja selten, und auch in diesem Jahr drängt sich mir der Eindruck auf, um Jahre gealtert zu sein.

Schneebedeckter Feldweg - Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar
Blick Richtung Lindlar

Da ich aber weiß, dass dies ein eher subjektiver Eindruck ist, treibe ich mich regelmäßig an, dem winterlichen Phlegma zu widerstehen. Mehr um den Puls wieder in erträgliche Bahnen zu lenken, bleibe ich stehen und fotografiere das weite Feld mit dem dahinter liegenden Lindlar.

Langsam und prustend steige ich nach Vossbruch auf.

 

Fachwerkhaus - Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar
Ein niedliches Häuschen in Vossbruch
Ein besonders schöner Schneemann

Hinter Vossbruch und dem Restaurant steige ich noch eine ganze Weile hoch und genieße den Vorteil, dass der Schnee hier oben erheblich trockener ist. Allerdings stelle ich fest, dass der Schnee relativ wenig begangen wurde. Von Tauwetter hier oben keine Spur und von touristischen Überfällen ist die Region ebenso verschont. Wenn ich hier in einer Schneewehe stecken bleibe, findet man mich vermutlich erst im Frühjahr.

Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar - Schneewandern
Ganz schön anspruchsvoll durch den Schnee

Oh Tannenbaum oder „Leise rieselt der Schnee“

Solange ich unter freiem Himmel unterwegs bin, wird sich kein Schneepolster auf mein Haupt senken. Als ich mich jedoch den Nadelwäldern nähere, erlebe ich mein weißes Wunder und dazu ein nasses. Trotzdem, Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar und auch im weiteren Umfeld gehört für mich zu den Highlights im Bergischen Land.

Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar - Die Wege sind teilweise durch Astbruch versperrt
Barriere durch KNICK und Astbruch

Auch wenn ich langsam immer mehr von dem weißen Zeug im Nacken habe und die Kamera immer wieder mal ein Schüppchen Schnee abbekommt, ich möchte jetzt gerade nicht woanders sein.

Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar
Herrliche Schneelandschaft

Ich liebe Schneelandschaften

Der Anblick, der sich mir hier bietet, ist für mich die perfekte Winterlandschaft. Wie im Bilderbuch, tragen die Tannen ihre Schneelast. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie dankbar ich bin, dass ich tatsächlich den richtigen Moment für eine Wanderung abgepasst habe.

Tannen mit Schnee
Schnee bedeckte Tannen – Wie Weihnachten
Schnee bedeckte Zweige
Kein Tauwetter hier oben

Licht und Schnee- Welch ein Schauspiel

Wo die Sonne den Weg auf die Tannenzweige findet fällt auch der Schnee. Ich war schon an der Tannenschneise vorbei, die vom Sonnenlicht geflutet wurde, als ich beim Blick zurück sehe, wie der Schnee durch die Sonnenstrahlen fällt. Fix ein paar Schritte zurück und schnell abgedrückt.

DAS sind die Momente, die Herzen höher schlagen lassen, finde ich.

Sonne, Schnee der gerade von den Tannen herunter rieselt
Der Glücksmoment

Mit diesem etwas erhabenen Glücksgefühl stiefele ich weiter durch diese wunderschöne Schneelandschaft. Welch ein Glück, dass Lindlar so hoch gelegene Wanderwege hat, weiter unten ist schon fleißig das Tauwetter in Arbeit.

Wieder auf Schnee bedeckten Waldwegen unterwegs - Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar

Und wieder unter freiem Himmel

Bis zur Rückkehr am Freilichtmuseum Lindlar wandere ich unter freiem Himmel. Weite Teile der Wiesen mit der dicken Schneeschicht wirken unberührt und glatt, wie frisch gefallen. Der blaue Himmel, die Schleierwolken, die frische Landluft, sie sind eine so herrliche Mischung. Es lässt sich vorzüglich in aller Ruhe und Gelassenheit wandern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es dauert nun auch nicht mehr lange und ich erreiche den Parkplatz am Freilichtmuseum in Lindlar. Dort werden die überflüssigen Ausrüstungsgegenstände im Auto deponiert, um die Hände frei zu haben, für einen kleinen Rundgang über das Gelände des Freilichtmuseum Lindlar.

Freilichtmuseum Lindlar

Um den kleinen, aufwärts führenden Weg zum Museum zu erreichen muss ich die Landstraße überqueren. Bei Nässe und Schneematsch ist das kein Vergnügen, weil die PKW hier mit hoher Geschwindigkeit vorbei rasen und der Matsch bis an die Unterlippe fliegt.

Heute ist, wie schon oben beschrieben, der Eintrittsfreie Freitag. Durch die Eingangshalle und an der Kasse vorbei erreiche ich das Museumsgelände und wandere langsam über die Schnee bedeckten Wege.  Es wird heute keine ausgiebige Runde geben, da meine Beine ungewohnt müde sind.

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass die Wege zum überwiegenden Teil weder gestreut noch geräumt waren. So blieb die Winterlandschaft komplett erhalten und die Wirkung der Häuser und Wiesen innerhalb dieser wunderschönen Umgebung ist fantastisch.

Ein neues Highlight wird die alte Dorfschule aus Waldbröl werden. Um sie vor dem Abbruch zu retten, wurde sie abgetragen und hier im Museumsgelände in Lindlar wieder original getreut aufgebaut.

Es war eine kurze, aber sehr intensive Runde, die mir genau die Art Fotos einbrachte, die ich mir erhofft hatte. Ihr seht mich wieder, das ist sicher, denn dieser Ort ist einfach zauberhaft. Insgesamt war das, mit dem Wandern um das Freilichtmuseum Lindlar ein zauberhafter Tag. So schenke ich mir Glück! Und was tut ihr so, für einen Glücksmoment in eurem Leben?

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2 Kommentare

    1. Ach Guido, das war auch soooooooo schön. Der wahre Seelenschmeichler. Brauche ich momentan dringend und eigentlich viel öfter

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