Meine erste kleine Tour seit November, außerhalb meines gewöhnlichen Gassi-Aktionsfeldes, führt mich auf steilen auf und ab führenden Wegen zum Eifgenbach. „Willkommen Frühling“ und damit hoffentlich auch raus aus dem zähen Stimmungstief. Wie wohltuend solch ein Ortswechsel, und auch ein wenig mehr Anstrengung beim unterwegs sein ist, das erfahre ich immer wieder.
Willkommen Frühling
Ich habe keine Ahnung wer von euch LeserInnen mit psychischen Einschränkungen zu kämpfen hat. Betroffene wissen, wie unfassbar anstrengend das sein kann. Wenn die Natur die Blätter fallen lässt, beginnt für viele eine anstrengende Zeit. Rückzug von der Welt, der Wunsch alles alleine zu stemmen, Lustlosigkeit… ein täglicher Angang sich mindestens nach draußen zu begeben. Deshalb tut mir Jana so gut, die zwingt mich… und das ist gut so. Also waren wir wohnungsnah unterwegs.
ABER, es würde meiner Fitness gut tun auch mal Hügel oder gar Berge zu erklimmen. Trotz regelmäßigem, auch anstrengendem Training auf dem Ergometer, die Muskeln wollen beim wandern trainiert werden. Merke ich mir für den nächsten Winter…..
Aber meine Lieben, einen Vorteil hatte das Ganze. Ich habe am 14. November 2025 getankt und dann erst am 15. Februar 2026 wieder. Drei Monate, das muss mal einer nachmachen.
Auf und Ab
Nur kleine vier Kilometer mit ordentlich Höhenmetern erwarten uns heute. Das fordert die unwilligen Wanderbeine sehr. Täglich absolviere ich im Schnitt 11.ooo – 12.ooo Schritte…lächerlich gegen diese kleine, anspruchsvollere Strecke, die ich noch vor ein paar Jahren mit einem Lächeln als Abendspaziergang abgetan hätte. Heute starten wir am Thomashof, laufen über die leere Weide und landen dann im Wald oberhalb des Eifgenbach.


Tja und dann geht es auch gleich auf ziemlich steilen Pfaden hinab Richtung Eifgenbach. Gut, dass ich meine Wanderstöcke dabei habe, die mir immer wieder Sicherheit geben. Jana spürte diese Unsicherheit und blafft, das erste Mal seit ich sie bei mir habe, ein Wanderpaar an, das zügig diesen Abhang herunter marschiert. Was sie da getriggert hat, keine Ahnung. So kenne ich meine zurückhaltende Hündin gar nicht.

In der Grafik seht ihr den ersten Abstieg. Gefühlt eine Stunde unterwegs, haben wir die 0,70 km in einer halben Stunde absolviert. Gestern Abend habe ich meiner Enkelin davon erzählt und die ist froh nicht dabei gewesen zu sein. „Nein, Wege wie diese, nicht mit mir“

Willkommen Frühling am Eifgenbach
Unten gelandet führt ein aus dicken Steinen gebauter Übergang über den noch schmalen Eifgenbach. Es fließt eine Menge Wasser auf verschiedensten Wegen in das kleine Gewässer, der sich dann schnell zu einem breiten, gut gefüllten Eifgenbach entwickelt.

Wie ihr seht, die Hänge im Bergischen Land versorgen ein solches Fließgewässer sehr gut.

Zwischenziel Bökershammer
Wir biegen nach dem kleinen Hügelchen nach links ab und schlendern gemütlich mit leichten aufs und abs dahin, bis zum Bökershammer, bzw. dessen Überreste.

Im Jahr 1621 begann die Familie Höller mit der Herstellung von Pulver. Später im Jahr 1658 wurde eine Pulvermühle daraus und weiter, im Jahr 1664 folgte die Lizenz zum Bau eines Hammerwerkes. Aus dem Eisenhammer wurde nach Besitzerwechsel ein Stahlhammer. Die Jahrhunderte und Jahrzehnte bescherten diesem Industrieobjekt noch so manche Veränderung. Irgendwann entstand eine Getreidemühle und zeitgleich ein neues Wohnhaus. Streitereien mit einem Industriellennachbarn führten dann zur Aufgabe des Betriebes. Und heute finden aufmerksame Spaziergänger noch zahlreiche Überreste aus der industriellen Vergangenheit. Schade drum, dass solche Plätze nicht besser erhalten werden.




Zum Bodendenkmal Eifgenburg
Nach maßvollem Aufstieg folgt wieder ein hinunter. Viel totes Holz liegt auf den Wegen, die Wanderwege sind jedoch überwiegend frei.


Der herab führende Pfad endet an einem Privatgrundstück, das offensichtlich mit Bewegungsmeldern ausgestattet ist. Ein unangenehmer Warnton veranlasst wohl jeden hier ankommenden, schnell wieder zu flüchten. So gewollt, schätze ich.

Wir erreichen das Bodendenkmal der ehemaligen Eifgenburg. daneben führt ein Weg hinauf und damit meine ich wirklich hinauf. Meine Lunge meckert, die Pumpe tut was sie soll. Nun ja, die Winterentwöhnung….

Der Boden neben dem schmalen Waldweg ist aufgewühlt von Wildschweinen. Hier war ganz schön Getümmel, schätze ich. Sehr naturbelassen und idyllisch sind diese Wege, bis hinauf zum Arentshain.
Alte Teichanlage mit Mühlrad
Es macht mich traurig, dass die Arbeit der Heimatfreunde Kaltenherberg nicht weitergeführt wurde. Wie viel Aufwand es bedeutet so eine Anlage mitten im Wald zu pflegen, das sieht man an der Verwüstung, die umgestürzte Bäume und die Winterzeit hinterlassen. Da muss man schon sehr engagiert und vor allem rüstig sein, um das hier zu stemmen.


Und rund herum ist es einfach nur NATUR, selbst die alte Bank zeugt irgendwie von Verfall, der aber irgendwie aus meiner Sicht auch attraktiv ist.

Der Rest des Weges geht weiter bergan und bald landen wir wieder am Thomashof.




Einen großen Beutel leckerer Elstar Äpfel landen noch im Auto, die gibt es am Hofladen des Thomashof (übrigens auch Frühstücksbuffet und Kuchentheke) Einfach mal rein schauen. So endet meine kurze, aber für mich anspruchsvolle Tour zum Thema „Willkommen Frühling“
Hallo,
mal wieder ein toller Bericht.
Gibt es für den Ortsunkundigen irgendwo eine GPX o.ä.?
schöne Grüße
Hallo Markus, hier ist der Link zum GPS Track. Bei der Übertragung vom Garmin Gerät hat das Programm 400m, sowie 30 Höhenmeter geklaut. Diese Differenz stellen wir immer wieder fest. GPS Track
VG Elke
Hallo Elke,
vielen Dank dafür!
Das mit den Höhenmetern ist mir auch schon passiert..
Ist aber nicht schlimm so lang ich den Weg finde 🙂
liebe Grüße
Markus
Danke für diese wunderschönen Eindrücke, per Text und vor allem per Foto!