Einfach loslaufen, der Nase folgen und die schönsten Wege wählen. Heraus gekommen ist eine kleine Runde Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich. Neben den beiden Burgen gab es einen Ringwall und die Aussicht auf Kreuzweingarten. Einige Highlights auf kurzer Strecke!

Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich

  • Start/Ziel: Euskirchen, Gregor-Mendelstraße und weiter den Schildern „Hardtburg“ folgen
  • Streckenlänge: 8,2 km
  • Höhenmeter: 120 m
  • Keine Einkehrmöglichkeiten am Weg, also Rucksackverpflegung
  • Ich folge in Teilen dem Krönungsweg (Bonn – Aachen rd. 139 km) und dem Römerkanalweg (Nettersheim-Köln rd. 100km )

Die Zufahrt zur Burg kann man, wenn der Blick nicht fortwährend auf dem Navi klebt, nicht verfehlen. Einige Hinweisschilder zeigen den Weg. Nachdem ich die Gregor- Mendelstraße erreicht habe lediglich einmal in den Wald abbiegen und schon bald erreiche ich den großen Wanderparkplatz.

Die Hardtburg

Da liegt sie vor mir, die Wasserburg aus dem Hochmittelalter. In der gut erhaltenen Vorburg ist die staatliche Revierförsterei untergebracht. Auch die Burgmauern sind sichtbar in einem noch guten Zustand. Die Kernburg ist jedoch seit 2017 für Besucher gesperrt, da sie wohl sehr verfallen ist. Die Sanierung ist teuer und so hat die arme Burg, die schon seit dem 18. Jahrhundert immer mehr verfällt, wohl noch eine Weile auf Sanierung warten müssen.

Hartburg
Die Hartburg

Schade, denn diese Tatsache war mir nicht bewusst und so werfe ich meine Pläne über den Haufen, es bei einer Burgbesichtigung zu belassen. Kein GPS Track liegt auf meinem Garmin *GPSMAP 64s, wandern stand heute so gar nicht auf meinem Plan. Zunächst umrunde ich das Burggelände der Hardtburg, das von einem Wassergraben geschützt unter den schnell ziehenden Wolken ruht.

Familie Nilgans Fotoshooting

Auf dem Waldweg pickt ein Nilgänsepaar mit Küken die Leckereien des Waldes auf. Der Ganter macht ein tierisches Theater, als ich mich nähere. Er passt recht gut auf seine kleine Familie auf. Offenbar stuft er mich als minder gefährlich ein, denn bald gestattet mir wortlos, ein paar Fotos zu machen.

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Rund um die Hardtburg

Ein paar Eindrücke des kleinen Rundweges um das Burggelände möchte ich vorstellen, der teilweise auf schmalen Pfaden dicht am Burggraben verläuft. Wie schön wird es hier sein, wenn in ein paar Wochen die wärmende Sonne Blätter an die Büsche gezaubert hat. Weidekätzchen sind schon in der Hochblüte. Viel zu schnell stehe ich wieder am Parkplatz.

Ungeahnt auf den Weg „Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich“

Die Sonne kämpft sich gerade durch die dichten Wolken, will sie wohl länger bleiben? Da hilft nur Vertrauen und so wandere ich los, Richtung Kirspenich. Auf der Karte ist eine Burg in Kirspenich eingezeichnet, und die hoffe ich zu finden. Durch den Hardtwald auf relativ breitem Weg wandere ich, zunächst Richtung Kreuzweingarten. Das Wegkreuz zeigt etwas gruselige Figuren. Leider kenne ich mich damit nur wenig aus, kann sie deshalb nicht deuten. Vielleicht ist hier jemand wissender, als ich?

Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich
Rasten in der Nähe von schützenden Hubertuskreuz – Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich
Wegkreuz - Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich
Es würde lohnen, das ein wenig zu reinigen, damit die Inschrift wieder besser sichtbar wird

Ringwall Alter Burgberg – Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich

Wie schön ist es, sich einfach aus dem Bauchgefühl auf einen Weg einzulassen.

Hinweisschild Ringwall am Alten Burgberg
Hinweisschild Ringwall am Alten Burgberg

Unvermittelt taucht der Alte Burgberg vor mir auf. Erneut erinnere ich mich, als ich den Ringwall erblicke, an die App von Rouven. Ich möchte schon so lange eine Route mit dieser App wandern, weil sie mir so viel mehr von der Umgebung offenbaren kann.

 

Ringwall zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich
Ringwall und was es sonst noch so gibt – Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich

Irgend etwas geschieht hier. Hat man noch mehr zu den Ringwällen herausgefunden? Leider kann ich auf dem Schild nicht den gesamten Text lesen. Wer weiß, vielleicht wissen wir in ein paar Monaten mehr. Bis dahin lasse ich diesen Ort gedanklich hinter mir, denn schon an der nächsten Biegungen erwartet mich der nächste schöne Ort.

Aussicht auf Kreuzweingarten und die Eifelwasserleitung

Einen Aussichtspunkt gibt es hier, das konnte ich auf der Karte sehen. Was er genau bietet und zeigt, ist mir nicht bekannt. Mit einem hohen Kreuz und dieser Aussicht hatte ich nicht gerechnet, aber ein wenig bedauere ich, dass kein Grünzeug an den Bäumen ist.

Aussicht auf Kirspenich
Aussicht auf Kreuzweingarten

Das Schild an dieser Aussicht erzählt von der Trasse der Eifelwasserleitungen. Ich bin nicht in der Lage hier eine Trasse zu erkennen, aber der ein oder andere wird es können, schätze ich.  Die Ausblicke auf den kleinen Ort jedoch, genieße ich wohl.

Weiter dem Krönungsweg und dem Römerkanal Weg folgend darf ich nun auf schmalem Pfad hinunter zur Bahnlinie wandern. Das sind Wege nach meinem Geschmack, wenn Moos auf den Steinen und dem Totholz der Umgebung Farbe schenkt. Ist das nicht herrlich?

Schmaler Weg oberhalb Kreuzweingarten
Schmaler Weg oberhalb Kreuzweingarten

Auf nach Kirspenich die Burg suchen

Eine kleine Weile folge ich der Bahnlinie, frage eine junge Frau, ob ich mit meiner Vermutung wie ich zur Hardtburg zurück gelange, richtig liegt. Ja, so ungefähr weiß ich noch wo ich bin. Also weiter Richtung Kirspenich und schauen was noch weiteres zu finden ist.

Der Geruch lässt auf Klärwerk schließen

Während zarte Stinkedüfte in meine Nase steigen, erblicke ich zu meinen Füßen den ersten Huflattich diesen Jahres. Während ich mit meiner kleinen Kompaktkamera vor den Blüten hocke, kommt ein Frauchen mit zwei Hunden. Beide stürmen auf mich zu und wieder einmal habe ich Gelegenheit ein weiches Fell zu krabbeln.

Huflattisch im März zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich
Huflattich wächst schon reichlich am Wegrand

Ich frage nach der Burg Kirspenich und ernte einen fragenden Blick meines Gegenüber. „DAS weiß ich nicht“ strahlt sie mich an. „Ich lebe schon ganz lange hier, aber von einer Burg weiß ich nichts“  Mit den Worten „Wenn es sie gibt, dann finde ich sie“ mache ich mich auf die Socken. Sie lacht mir hinterher, glaubt sicher nicht, dass ich hier eine Burg finde.

Die Gräser stehen schon hoch, wie herrlich

Burg Kirspenich – Da ist sie ja

An der Erft entlang, unter einer Brücke hindurch erreiche ich das Ortsinnere von Kirspenich. Da ist sie dann auch, die Burg Kirspenich. Welch ein idyllischer Ort, wieder steigt die Fantasie von Frühlingsgrün in mir auf.

Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich entlang der Erft
Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich entlang der Erft

Die Wasserburg ist frisch saniert, sieht richtig gut aus und ist in Privatbesitz. Damit kann ich auch dieses schöne Gemäuer nicht besichtigen. Dafür gibt es aber ein paar wunderschöne Ansichten auf die äußere Anlage mit dem Burggraben.

Burg Kirspenich
Burg Kirspenich

Unter offenem Himmel Sonne tanken

Jetzt folgt für mich Genusswandern unter freiem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Endlich durchzieht mich wieder einmal diese freudige Wärme beim wandern. Trödeln und mit netten Menschen plaudern, stets nur kurz aber immer bereichernd. Noch ist in mir nicht das Gefühl unendlich Zeit zu haben. Fünf Wochen lebt Spike nun nicht mehr, aber die Klammer um mein Herz ist noch nicht verschwunden.

Feldwege - Auf dem Rückweg zur Hardtburg
Feldwege – Auf dem Rückweg zur Hardtburg

Ewig dauert es heute nicht, dass die Sonne den Himmel dominiert. Ziemlich schnell ziehen wieder Wolken auf und doch genieße ich jede Minute unter ihrem Strahlen.

Bevor die schweren, dunklen Wolken den Himmel restlos verdecken, möchte ich am Auto sein. Ich ahne, dass der kommende Schauer viel Nässe mitbringen wird. Ich spute mich also ein wenig.

Hochsitz - Zwischen Hardtburg und Burg Kirspenich
Dunkle Wolken beherrschen bald den Himmel erneut

Im Wald zurück entdecke ich die ersten Buschwindröschen. Bald wird es wieder Teppiche dieser Blümchen in den Wäldern geben, bald werde es mehr Sorten und immer buntere. Ich freue mich darauf.

Buschwindröschen
Buschwindröschen

Viel schneller als erwartet erreiche ich den Wanderparkplatz an der Hardtburg wieder. Die Wolken hängen inzwischen schwer und dunkel über der Landschaft.

Hardtburg
Hardtburg

Schnell sitze ich im Auto und schon beginnt es zu regnen und kurze Zeit später prasseln Hagelkörner auf mein Auto. Glück gehabt.

Insgesamt war der Tag eine Überraschung, eine sehr positive. Einfach loslaufen und einen Weg zaubern, das ist heute recht gut gelungen.

Euch hinterlasse ich Grüße, es wird Zeit für die Schlafstätte

Ein Kommentar

  1. Hallo Elke,

    eine schöne Wanderung und herrliches Wetter. Ich bin gern mitgekommen. Schade, dass manche Burgen einfach verfallen aber wie du schreibst die Renovierung verschlingt viel Geld. Auf der anderen Seite muss man staunen, dass manche Leute offensichtlich so viel Geld haben um sich eine Burg zu kaufen und zu unterhalten.

    Liebe Grüße
    Harald

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