Traumschleife Heimat

Heimat – Der Film

Geschichten, die das Leben schreibt. Geschichte, die nicht die großen Zusammenhänge beschreibt, sondern die eines ganz normalen Paares, das mitten in den Geschehnissen in Deutschlands nach ihrem Glück streben. HEIMAT, so lautet der Titel des ersten Filmes von Edgar Reitz. Rund um Gemünden und Gehlweiler waren Schauplätze der Dreharbeiten. Hierfür  wurde kurzerhand das  fiktive Hunsrückdorf Schabbach gestaltet. Am 23. Juli 2016 wurde nun die Traumschleife Heimat feierlich eingeweiht.  Edgar Reitz war Ehrengast dieser Veranstaltung.

Heimat – Die Traumschleife

traumschleifeheimat-2Genau hier in Gemünden startet die Traumschleife und damit ich nicht wieder verkehrt herum laufe, haben die nur für mich ein Schild aufgestellt, das mir die Richtung weisen wird. Wobei die recht geizig mit den Buchstaben waren, es fehlt nämlich ein „G“

Hunsrück erleben, steht dort geschrieben und ja,das sollte an diesem Tag vortrefflich gelingen.

  • Start/ Ziel:  Parkplatz Bürgerhaus Gemünden (Raiffeisenstraße) oder Parkplatz
  • Gemeindehaus Gehlweiler (Hauptstraße) oder Wanderparkplatz Koppenstein (K62)
  • Streckenlänge: 11,3 km
  • Höhenmeter: 353 Meter
  • GPS Track
  • Betreiberwebseite
  • Der Soonwaldsteig und Schinderhannesweg verlaufen hier teilweise wegegleich

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Also folge ich brav der empfohlenen Laufrichtung und Spike folgt, ebenso brav, mir! Ein Grasweg führt an den Gärten einiger Häuser entlang, rechts von uns plätschert der Simmerbach.

Fotos Gemünden

Wir biegen ab in eine kleine Schlucht und treffen dort schon auf Symbole der Zuwegung zum Soonwaldsteig. Ein Weg, den ich auch gerne in Angriff nehmen möchte.

Wir lassen uns Zeit, ein paar Schnappschüsse als Erinnerung, auf denen Spike und ich zu sehen sind, müssen sein.

Der kleine Pfad wurde nur wenige Meter neben einem Rad/Fußweg angelegt, so haben wir weichen Waldboden unter den Füßen.

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Das Blattgrün ist so herrlich, wenn ich das jetzt im Winter, da ich den Bericht schreibe sehe, bekomme ich entsetzliche Sehnsucht 😉

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Hinter mir höre ich eine kleine Gruppe Wanderer-Innen, die sich mir „bedrohlich“ nähern. Tja, wer trödelt wir stets überholt.

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Burgruine Koppenstein

Die Grafen von Sponheim erreichten 1325 die Burg auf einer Feslkuppe. Außer dem Bergfried ist nur wenig von der Burg geblieben, Mauerreste sind stark zugewachsen, sodass die Ausmaße nicht genau ausgemacht werden können.

Eine verwitterte Treppe führt hinauf zum Turm und über eine sehr schmale Treppe (Rucksack u.U. abnehmen) führt ein Schacht hinauf auf die Aussichtsplattform. Die gruselige, enge Atmosphäre des Aufstieges wird mit einer wunderschönen, wenn auch von Nebel verhangenen Aussicht belohnt.

Die muntere Wandergruppe hat inzwischen ebenfalls den Turm erklommen, Zeit für mich wieder hinab zu Spike zu steigen, der ziemlich konsterniert nach oben schaut.

Unterhalb der Zugangstreppe wenden wir uns rechts ab und folgen einem schmalen Pfad, den hoch aufragenden Felsformationen entlang.

Mal schmale Pfade führen uns hinab, dann wieder hinauf zur Hangkante. Dort haben wir einen tollen Blick ins Kellenbachtal.

Nach einer kurzen Pause hier oben an der wundervoll gelegenen Rastbank, beginnt ein abenteuerlicher Abstieg über Pfade durch einen mit Quarzitbrocken übersäten Hang. Steil geht es hinab und sowohl für meine Beine und Füße, als auch für die sanften Pfoten meines treuen Wegbegleiters, ist der Abstieg eine Herausforderung.

Gleichzeitig kann ich mich jedoch nicht satt sehen, an den mit Moos bewachsenen Steinen. Wenn nicht vor und hinter mir Wanderer gewesen wären, ich glaube ich hätte mich einfach dort mitten hinein gesetzt und diesen Anblick in mich tiefer eingesogen.

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Ich bin von dieser wilden, grünen Welt vollkommen begeistert. DAS ist Hunsrück!!!! Das ist der Grund weshalb ich so gerne hier bin.

Es ist anstrengend und anspruchsvoll hier herab zu steigen, aber ich bin doch sehr traurig, als ich unten ankomme. Der dort installierte Rastplatz wird gerne genommen, um Wasser und einen kleinen Snack (Apfel) zu konsumieren.

Von hier aus haben wir Einblick in einen alten Steinbruch, der allerdings schon sehr zu gewachsen ist.

Gehlweiler

Nur noch ein kleines Stück durch Wald und wir erreichen wir den Ortsrand von Gehlweiler. Dort grasen Kühe und der imposante Familienchef auf einer weitläufigen Wiese. Herrlich zu sehen, dass Kälber mit den Mutterkühen auf der Weide stehen.

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Chef mit Nasenring

Diese Herde gefällt mir, mal wieder eine Serie von unzähligen Fotos jeder einzelnen Kuh und jedem Kälbchen. Es wird Zeit für den Abschied, wir ziehen weiter in die Ortsmitte von  Gehweiler.

An einer Vielzahl der Häuser sind Fototafeln mit Abbildungen zu den Dreharbeiten im Jahr 2012 für den Film „Die andere Heimat“Mit erheblichem Aufwand wurden damals Kulissen platziert, die das Dorf in das Jahr 1840 zurück versetzten.

Über Wiesenwege verlassen wir Gehlweiler, wunderschön lässt es sich hier wieder wandern.

Bald schon erreichen wir einen sehr schönen Rastplatz, dort gibt es wieder eine kleine Pause mit Wasser und Brot. ;-). Darüber hinaus erhalte ich Informationen zu den Mühlen am Verlauf des Simmerbaches.

Seit einiger Zeit haben die Traumschleifenbetreiber ein System entwickelt mit dem es möglich ist, für einzelne Traumschleifen oder nach Wunsch auch dem gesamten Projekt Traumschleifen etwas zum Wegeerhalt zu spenden.

Eine Anleitung wie per SMS gespendet werden kann hängt unterhalb des Weg weisenden Traumschleifensymbols.

Auch diesen schönen Platz mit wunderbarer Aussicht, verlassen wir bald und setzen unseren Weg fort.

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Solche Aussichten öffnen das Herz ganz weit

Tektonische Brekzien

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Gestein, dass durch Erdverschiebungen zerbrochen ist. Diese Stücke hier weisen noch ein Kupfermineral namens Malachit auf. Es gibt hier eine Menge zu entdecken, wir befinden uns auf einem Geolehrpfad.

Das Schloss Gemünden taucht in unserem/ meinem Blickfeld auf (Spike interessiert das ja so gar nicht)

Und Spike rollt sich derweil lieber über die frischen Wiesen, der alte Rollmops 😀

Jetzt gibt es Pfotenqual für Spike, denn die Treppe zur Aussicht in die Kaisergrube ist für Hundepfoten recht schmerzhaft.

Die Kaisergrube war eine der größten von insgesamt 18 Schiefergruben rund um Gemünden und wurde 1873 erschlossen. Die ausgedehnte Halde der Kaisergrube gibt noch heute eine Vorstellung von den Ausmaßen des unterirdischen Abbaus. Der Abbau erfolgte bis 1961 auf drei Sohlen in 10 m, 40 m und 60 m Tiefe. Spektakuläre Fossilienfunde sorgten in der Vergangenheit für den hohen Bekanntheitsgrad der Kaisergrube. Quelle: Outdooractive

Der Rest des Weges ist nun schnell geschafft und führt uns an einem süßen Lockenpferd vorbei, das mir netterweise als Fotomodell dient.

Also das war ein Wandertag nach meinem Geschmack, mit sehr schönen abwechslungsreichen Wegen und Pfaden. Der Abstieg ins Simmerbachtal hebt sich da natürlich besonders hervor.

Mein Tipp an „Heimat“-Verliebte. Wer den Rheinburgenweg über Oberwesel wandert, wird dort ein weiteres Schmuckstück zum Film vorfinden. Das Günderodehaus wurde seinerzeit für die Filmaufnahmen im Hunsrück ab und am Mittelrhein wieder aufgebaut.

Heute ist dort ein Gaststättenbetrieb und ein kleines Museum zum Film untergebracht.

Bald wird dort oben, dicht beim Filmhaus eine kleine Hotelanlage geben. Im September 2016 wurde hierfür, durch Änderung des Bebauungsplanes, der Weg frei gemacht.

Hier ein paar Fotos zu unserer damaligen Mädelstour:  „Alles was ohne Helm und Seil zu bewältigen ist, ist pille palle“

3 Kommentare

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