Schon gaaaaanz lange plane ich diesen Ausflug. Noch einmal über die schöne Hängebrücke laufen, die Grube Kastor, das Schloss Ehreshoven und die Stauanlagen besichtigen. Mir fallen immer wieder alte Unternehmungen ein, die ich jetzt teilweise wiederholen möchte.
Die Strecken sind kürzer, das Tempo sehr moderat, aber wir haben ja Zeit. Und immer wenn das System schwächelt, kommt ein sympathischer Mensch daher. Ein kleiner Plausch wirkt oft wundersam energetisierend.
Ehreshoven und seine Wasserkraft
Einen Parkplatz am Schloss empfehle ich nicht, hier sind nur Besucher des Gemäuers willkommen. Wir fahren in unmittelbarer Nähe zur Malteserkommende biegen an der Bahnlinie zum Stausee ab. Dort ist für eine kleine Anzahl PKW Raum zum parken. Sieht man auf dem GPS Track.

- Start: Ehreshoven 27, 51766 Engelskirchen
- Streckenlänge 10 km und rd. 60 Höhenmeter
- Der Vogelweg, der sich gelohnt hat, der aber offiziell aufgegeben wurde.
- Eine schöne Runde zusammen mit Tanja, schon einige Jahre her „Bergische Schweiz“
- Einkehrmöglichkeiten: Bergische Schweiz, Oberstaat 25, 51766 Engelskirchen

Vorab stelle ich fest, noch drei-vier Wochen weiter und diese Landschaft verwandelt sich in pures grün und gelb. Ich hadere immer ein wenig mit mir, in der kargen Jahreszeit mein Auto weiter weg zu bemühen. Doch trotz der noch fehlenden Blätter an den Bäumen, hat mich diese kleine Runde in einigen Teilen begeistert.
Wir wandern derweil entlang der Straße Ehreshoven bis zur Schranke auf der anderen Straßenseite.

Nur wenig weiter erreichen wir das historische Gebäude des
Wasserkraftwerk Ehreshoven I
Immer wieder erstaunlich für mich, ist die Überlebensdauer dieser alten Gebäude. Im Jahr 1932 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Heute stehen die Wasserkraftwerke Ehreshoven I und II unter Denkmalschutz.

Und nach der Querung über die Brücke geht es weiter zur Kreuzkapelle und wir sind endlich in der Natur angekommen. Der Himmel blau, die Laune gut, die Fitness weniger. An letzterem lässt sich hoffentlich noch etwas zum positiven ändern.
Kreuzkapelle am Weidenbach
Die älteste Urkunde aus dem Jahre 1638 spricht von einer Stiftung eines Grafen Adolf von Nesselrode und seiner Gemahlin Anna Katharina von Soetem. Während der französischen Besatzung wurde die Kapelle als Proviantraum genutzt und im Laufe der Zeit verfiel die Kapelle. Geldgierige Menschen vermuteten unter der Kapelle einen Schatz und diese Suche gab dem Gebäude den Rest.
Graf Franz von Nesselrode ließ im Jahr 1816 Schloss Ehreshoven und die Kapelle wieder in Stand setzen. Auch später gab es immer wieder Renovierungsbemühungen, die durch Vandalismus immer wieder zerstört wurden. Am 8. Mai 2006 wurde, nach umfangreichen Wiederinstandsetzungsarbeiten, die Kapelle erstmal wieder für eine Maiandacht genutzt. Quelle

Es ist ein schöner Ort, mit einer langen Geschichte.
Grube Kastor und Schwungbrücke
Und nur wenig weiter hängt sie vor uns, die Hängebrücke (Schwungbrücke), die bereits 1869 erbaut wurde. Sie hatte eine wichtige Funktion, nämlich den Transport der aus der Grube Castor gewonnenen Blei- und Zinkerze auf die andere Aggerseite zu transportieren. Damals waren Schienen auf der Holzbrücke montiert. Auf der Seite des Bürger- und Verschönerungsvereins wird auch die Begründung für diese ungewöhnliche Bauweise der Querungshilfe geliefert. Der damalige Schlossherr von Ehreshoven hatte es befohlen und sich einer massiven Bauweise entgegen gestellt. (Guter Mann, meine Meinung)

Im Jahr 1990 stand man wieder vor der Frage, massiv oder wieder Holz? Die Brücke war wegen statischer Mängel gesperrt, sie sollte abgerissen werden. Dieses Mal war es nicht der Schlossherr, sondern der Bürger- und Verschönerungsverein Loope, der sich dafür einsetzte, dass die Brücke saniert werden konnte. Am 12. Mai 1996 wurde dieses Kleinod wieder für die Fußgänger freigegeben und deshalb darf ich heute auch darüber laufen. Ein tolles Beispiel für Engagement der Bürger.
Grube Castor
Das heutige, unter Naturschutz gestellte Grubengebiet, ist belastet mit Schwermetallen. Das sieht man an dem rötlichen Boden, der stellenweise zu sehen ist, besonders an dem kleinen Wassergefälle. Das Blei- und Zinkbergwerk hat hier ein Biotop für besondere Spezialisten in der Flora und Fauna hinterlassen. Für Menschen hochgiftig, ist es für besondere Arten Lebensraum.



Kastor (Innenstadt)
Weiter wandern wir, durch den kleinen Ort „Kastor“. Die Ortstraßen nerven zwar meinen vierbeinige Begleitung (die hat lieber Naturwege unter den Pfoten), aber heute muss sie da durch. Es muss da einen Naturweg geben, der herunter führt in die Nähe der Agger. Hätte ich das mal gewusst. So traben wir durch den Ort, schauen links und schauen rechts. Das Ergebnis sehr ihr in der folgenden Galerie.
Schnuckeliger Weg per Zufall
Ein Anwohner des Ortes biegt hinter dem Campingplatz plötzlich nach links ab. Nach einem suchenden Blick wird mir offenbart, dass der kleine Pfad entlang der Hangkante zur Agger führt. Welch ein Glück, denn hier ist es still und wir laufen auf Waldwegen. Hier ist es wirklich nice.


Loope die Brücke und die Loopacabana
Ein Blick Richtung Agger zeigt einen Pilz, einen sehr roten Pilz.

Mit dem Bau der Cöln-Olpener-Chaussee in den 1830er Jahren erhielt Loope endlich eine Brücke über die Agger. Die „Alte Steinbrücke“ verlief zwischen Hotel Rödder und dem Fachwerkhaus. Sie erlebte auf ihrer Trasse fröhliche Feste und zu ihren Füßen schöne Kahnfahrten. Die fast rechtwinklige Auffahrt war jedoch auch Ursache für zahlreiche Unfälle. Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die alte Brücke gesprengt. Hölzerne Notbrücken halfen bis zur Einweihung einer neuen Brücke im Mai 1949, die 42 Jahre halten sollte. Die heutige „Rote Brücke“ mit passenden Laternen und Pavillon ersetzte diese wiederum 1991 im Zuge der Umgestaltung der Bundesstraße. Quelle

Am Ende der Brücke und noch ein wenig weiter laufen wir und landen dann wieder im Grün. Der kleine Freizeitpark Loopacabana wird von der Bevölkerung offensichtlich gut genutzt. So hat man sich am Neujahrstag 2026 zum Neujahrsschwimmen in der Agger getroffen. Die installierten Waldsofas laden zum gemütlichen rasten und chillen ein.

Auch Hundehalter:innen haben hier ihre Treffpunkte. Uns drängt es aber Richtung Startpunkt. So schlendern wir gemütlich an der Agger entlang, genießen das sprießende Grün. Welch eine Wonne, das Frühjahr steht in den Startlöchern.
Am Schloss Ehreshoven
Wir landen am Schloss, das wir leider nicht näher bestaunen können, da für Hunde nicht gestattet. Aber auch von außen gibt es den ein oder anderen Eindruck, den wir genießen können.
Und dann landen wir erstmal wieder am kleinen Parkplatz. Eine weitere Runde, wer dann noch mag, ist Richtung Wasserwerk Ehreshoven II möglich.
Wasserkraftwerk Ehreshoven II
Nun ja, der Weg zum Wasserwerk ist vom Bodenbelage her nicht sonderlich attraktiv, Ich mag lieber Wiesen- oder Waldwege. Allerdings gibt es rund herum einiges zu sehen. Je weiter die Jahreszeit voran schreitet, um so bunter wird das Erleben. Die Landschaft ist schön und unzählige Arten von Wasservögeln belagern den Stausee. Auffallend, das es mindesten acht Schwanenpaare gibt, aber auch Haubentaucher, Wasserhühner, Kanada- und Nilgänse haben hier ihr Domizil.
Und dann kommt es in Sichtweite, das Wasserwerk Ehreshoven II.






Richtung Schloss Ehreshoven
Jetzt wird es schnuckelig. Ein schmaler Pfad führt uns wieder Zurück

Kormorane fliegen aus den Bäumen neben mir, eine ganze Schar von ca. 10-12 Stück. So schnell bekomme ich die Kamera nicht hoch und leider habe ich auch das Tele nicht dabei. Sonst hätte ich die über das Wasser fliegenden Schwäne auch näher heran holen können.

Die Flügel klatschen und es wird schon akustisch klar, die schweren Körper kriegen die nur schwer fliegend bewegt.

Puhlensiefen
Dann landen wir an einem Wasserzufluss, der mir Rätsel aufgibt. Oberhalb befindet sich eine Art Wehr, darüber ein Teich oder mehrere. Das was ich sehen konnte, habe ich erkundet (Danke Doc, für das neue Hüftgelenk, dank dessen ich wieder etwas klettern kann) Während meiner Erkundungen musste Jana warten, denkbar unwillig, wie man sieht.
Holzfällarbeiten werden hier umfangreich erledigt. Wir laufen deshalb etwas zügiger Richtung Schloss Ehreshoven. Von weitem winkt es uns schon zu.
Schloss Ehreshoven
Ein wenig bummeln wir noch hinter dem Schloss entlang, bevor wir uns Richtung Parkplatz bewegen.






Tja, das war es für heute. Ich gebe zu recht schreibfaul zu sein. Aus dem Herbst fehlt immer noch ein Beitrag zur Brucher Talsperre. Ob ich den je schaffe? Nun denn.
Wir senden euch liebe Grüße und wünschen euch ein tolles Wochenende.
Elke und Jana
Hallo Elke,
ein schöner Beitrag über eine schöne Gegend.
Liebe Grüße
Winfried