Noch relativ neu in der Wanderwegewelt ist der Klosterlandschaftsweg in Altenberg. Ein Weg, der mich in seiner Vielfalt begeistert. Den Streckenverlauf kenne ich zum größten Teil schon sehr lange. Um ihn euch vorzustellen, bastele ich mir seit Ende 2024 immer Mal kleine Runden mit Abschnitten und füge diese zu einem Blogbeitrag zusammen. Das hat mir viel Freude bereitet und war gleichzeitig ein gutes Training.
Ich danke meiner persönlichen Motivatorin, die mich immer wieder antreibt solche Projekte zu verfolgen. Unbekannt für euch, immer hilfreich zur Seite für mich!!!!
Klosterlandschaftsweg
Am Altenberger Dom startet der Klosterlandschaftsweg. Nach ausgiebigem schauen und staunen quert man die Altenberger-Dom-Straße und spaziert durch das Pfengstbachtal. Über Bömerich erreicht man den Kochshof, auch ein sehr interessantes Objekt. Nach Erreichen von Grossgrimberg wird nach Aue geschlendert, über Schöllerhof und Märchenwald wieder zum Altenberger Dom. Zwischen diesen attraktiven Punkten liegen Wald, Wiesen- und Feldwege in herrlicher Landschaft. Aus meiner Sicht lohnen sich für diesen Weg auch ein paar Kilometerchen Anfahrt, schon wegen der anschaulichen Stelen, die viele Informationen zum Klosterleben.
- Start: Altenberger Dom mit Abstecher zum Prinzenplatz
- Streckenlänge: 13,5 km
- Mehr Informationen und GPS Track bekommt ihr auf den Seiten „Das Bergische“
- Einkehr am Altenberger Dom in der Gastronomie
Es kann passieren, dass ich zu diesem Beitrag Fotografien aus unterschiedlichen Jahreszeiten zeige. Ich hoffe trotzdem eindrücklich schildern zu können, wie schön der Streckenverlauf ist.

Am Altenberger Dom treibe ich mich sehr sehr häufig herum. Seit einiger Zeit verbirgt sich nahe dem Küchenhof ein besonderes Schmankerl, nämlich der Prinzenplatz. Hierfür laufen wir rechts an der Torschänke vorbei, auf den leider dahin gammelnden Felsenkeller zu. Die Treppe hoch gelaufen und schon erspähen aufmerksame Menschen den markanten Aussichtsplatz.

Prinzenplatz Altenberg
Seit 2021 wieder zugänglich und hergerichtet, der Prinzenplatz an dem sich das Schicksal des Altenberger Doms zum Guten wendete. Ein paar herbstliche und winterliche Aufnahmen habe ich von diesem Platz inzwischen.
Von diesem geschichtsträchtigen Ort aus soll sich vor circa 200 Jahren das Schicksal des Altenberger Doms entscheidend gewendet haben: Nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1803 wurden die Gebäude südlich des Doms Anfang des 19. Jahrhunderts als Chemiefabrik genutzt. Bei einer Explosion brannte der Dachstuhl ab, Giebel und Gewölbe wurden schwer beschädigt. Der Zahn der Zeit nagte am instabil gewordenen Maßwerk und um 1830 war aus dem einst stattlichen Gotteshaus eine Ruine geworden.
Der damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. besuchte als Gouverneur der rheinischen Provinz die Ruine des Altenberger Doms. Als er von dieser Stelle am Hang aus die Ruine betrachtete, soll er den Beschluss gefasst haben, sich für den Wiederaufbau einzusetzen. Einer der Gründe mag das Grab der Sibylla von Brandenburg gewesen sein, einer Vorfahrin des preußischen Königshauses. (Quelle: https://www.bergisches-wanderland.de/poi/prinzenblick)

Nach der ausgiebigen Erkundung des Umfeldes des kleinen Prinzenplatz, wenden wir uns erneut dem Klosterlandschaftsweg zu, bzw. beginnen dessen Erkundung.
Musikalische Freuden im Altenberger Dom
Über das Klostergelände verläuft der neue Wanderweg, immer mit Blick auf das imposante Klostergemäuer und den Dom. Welch eine Pracht, und wenn die Sonne durch die Buntglasscheiben scheint, dann funkelt und blitzt es ganz herrlich. Wer sich gerne sphärischen und kirchlichen Tönen hingibt, dem kann ich nur den Besuch des Dominneren empfehlen und auch den Youtube Kanal Dommusik. Da der Dom sowohl von der evangelischen, als auch katholischen Kirche genutzt wird, können sich Interessierte über das anstehende Programm auf der jeweiligen Webseite der Gemeinde informieren.

Ein paar Eindrücke in herbstlicher Umgebung des Altenberger Dom.



Kultur- und Waldlehrpfad Altenberg
Wir überqueren die viel befahrene Altenberger Dom Straße und laufen ein kleines Stück an der Neschener Straße bis zum Waldparkplatz im Pfengstbachtal. Hier habe ich meine eigene kleine Runde im Herbst 2023 gedreht, Füße vertreten, Dom besichtigen und Prinzenplatz erkunden. Den Track habe ich bei Outdooraktiv gespeichert. Er ist identisch mit dem ausgeschilderten Kultur- und Waldlehrpfad Altenberg
Ab Wanderparkplatz Pfengstbachtal folgen wir neben unserem Klosterlandschaftsweg also auch eben diesem kleinen lokalen Lehrpfad, der neben den Erklärtafeln zu Bäumen, Sträuchern, Hohlwegen und alten Steinbrüchen und Mühlen, mit sehr anschaulichen Bildern und Texten zu den hiesigen Waldbewohnern ausgestattet wurde. Nachdem wir die Fischteiche hinter uns gelassen haben, wandern wir links neben dem Pfengstbach. Die Fischteiche wurden im Mittelalter von Mönchen angelegt, um die Versorgung zu sichern.

Spätsommerliche Eindrücke vom Klosterlandschaftsweg
Der Pfengstbach wird so reichlich von den umliegenden, bergischen Hängen mit Wasser gespeist, dass er selbst in Dürrejahren noch Wasser führt. Knapp 3,9 km kurz ist sein Verlauf, der in Scheuren seine Quelle hat. Ganz nahe an der Altenberger Dom Straße, am südlichen Ende des Klostergeländes, mündet der Pfengstbach in die Dhünn. So, nun aber los und ein paar Eindrücke zum weiteren Weg präsentiert.
Vor Monaten waren die Hänge noch ausgewaschen und leer. Jetzt wachsen wieder Büsche und Bäume.. Die extremen Regenfälle hatten bereits einigen Bäumen den Halt genommen, das Wurzelwerk freigelegt. Beim nächsten Besuch könnten die letzten dieser Riesen schon gefallen sein, wenn es so weiter regnet. Die bergischen Hügel haben schon sehr viel Wald verloren. Es entsteht eine völlig andere Landschaft.


Einiges an Pilzen gilt es im Herbst zu entdecken. Ich war schon häufig hier unterwegs und konnte Bilder aus allen Jahreszeiten sammeln.
Hoch nach Scheuren auf dem Klosterlandschaftsweg
Bisher mussten wir beständig bergan wandern. Noch eine kleine Weile folgen wir auf unserer herbstlichen Runde dem Kulturlandschaftsweg. Die Fortsetzung zeige ich, nachdem ich die Runde am Pfengsbach beendet habe. Die Holzbohlen enden an der Brücke über den Pfengstbach.


Oben angekommen biegen wir nach links ab. Der Waldlehrpfad verläuft rechts herum und endet nach rd. 1,5 km wieder am Parkplatz an den Teichen.

An einem der letzten sonnigen Tage war ich ab dem alten Mühlenteich ebenfalls unterwegs, bis hoch zur Scheurener Straße. Schaut hier den kleinen Blogbeitrag Die Bilder aus diesem Beitrag zeige ich hier noch einmal, weil bei herrlichstem Wetter aufgenommen, nur in entgegen gesetzter Laufrichtung.

Ich mag sie nicht, diese laute, lange Scheurenerstraße. Es ist aber unumgänglich, um all die schönen Plätze sehen zu können, dieses Stück in Kauf zu nehmen. Bald biegen wir dann links auf die Krämergasse, weiter auf Neschener Straße Richtung Bömerichermühle. Die jetzt folgenden Bilder sind ein wenig später, als die Farben herbstlicher und das Wetter nicht mehr so sonnig war, entstanden.
Bömerich
Ein paar Eindrücke von diesem Abschnitt in der Nähe von Odenthal Hüttchen, nahe der Bömericher Mühle. Einige wenige Bilder aus sonnigen Tagen.
Zwischen Kochshof und Großgrimberg
Ein tolles Ensemble, der Kochshof. Wie oft bin ich hier schon herum gestreunt. Heute klart es leider erst spät auf, sodass die Eindrücke nicht ganz so anregend sind. Wer zur Geschichte etwas lesen mag, der schaue auf Wikipedia.
Eine ziemliche Strecke auf Teerweg gilt es bergan zu wandern. Dann biegen wir rechts ab Richtung Großgrimberg. Der kleine Verkaufsstand von einem der Höfe wurde abgebaut. Es hat sich wohl nicht rentiert ihn weiter zu betreiben. Schade, ich hätte mir gerne einige Produkte mitgenommen. Ein wenig Entschädigung gab es bei den Pferden, die total verschmust und fotogen daher kamen. Auch der kleine Steppke, der in Begleitung seiner Mutter mit dem Fahrrad die Pferde besuchte, war ein Hochgenuss. Er hatte so viel zu erzählen. Ein pfiffiger kleiner Kerl, dessen Mutter ganz offensichtlich eine himmlische Geduld hat und zusammen mit dem Nachwuchs in aller Ruhe die kleine Radtour erlebt.
Zum Schöllerhof sind es nun nur noch ca. 2,3 km, die wir ständig bergab wandern. Ich habe diesen kleinen Abschnitt erst im Herbst gewandert, deshalb trägt die Natur auf den Bildern gelb und rote Kleider.


Schaut aufmerksam, genießt jeden Meter. Es gibt so unendlich viel zu sehen. Hier draußen fühle ich mich zuhause und gerade dieses kleine Stück zwischen Groß Grimberg und Schöllerhof bot mir eine Begegnung, die ich so schnell nicht vergessen werde. Danke „Petra“ für diese herrliche Zeit.
Zwischen Schöllerhof und Märchenwald
Welch ein Vergnügen, wenn man unten an der Dhünn entlang geht. Der Klosterlandschaftsweg wird jedoch, seit er mal von Stürmen und Baumstürzen heimgesucht wurde, nach oberhalb verlegt. Ich zeige euch beide Varianten. Der obere verläuft auf breiten Wegen und ist besonders zur Ginsterblüte attraktiv und eben sehr angenehm zu laufen. Beide Wege sind, nach Überqueren der Landstraße und einem Stück der selben folgend, zu erreichen. Der obere Weg folgt nur bildlich begleitet.
Und der erheblich attraktivere für Abenteuerlustige, führt unten am Wasser entlang. Trittsicherheit ist aber Grundvoraussetzung und nach Regen auch nicht für jeden empfehlenswert.
Der Rest bis zum Dom ist simpel, war aber zum Zeitpunkt meiner Begehungen wegen Forstarbeiten gesperrt. Am Mächenwald vorbei, der auch für verspielte Erwachsene einen Besuch wert ist, landen wir schnell wieder am Start/Ziel.
Etappenwandern auf dem Klosterlandschaftsweg
Ein paar persönliche Gedanken
Ich habe ja diesen Weg in Etappen und kleinen Runden zusammengestrickt. Während dieser kleinen Spaziergänge begegneten mir unglaublich nette Menschen, davon zehre ich oft tagelang und erinnere mich so gerne. Auch meine persönlichen Fortschritte sind mir an diesen Tagen besonders bewusst geworden.
