Ich möchte einmal rund um den Glaswaldsee wandern. Um den auf 839 m Höhe liegenden Karsee ranken sich schaurige Mythen und Sagen. Beim Anblick des dunklen, moorigen Wassers fallen mir da spontan einige Geschichten ein. Schaurig schön, romantisch idyllisch….Das sind die Eindrücke, die sich aufdrängen.
Rund um den Glaswaldsee/ Wildsee
Heute hat sich Petrus für einen Regentag entschieden. Fast dankbar für die kleine Wanderpause entschließe ich mich für einen Rundgang um den Glaswaldsee. Wer glaubt an den geheimnisvollen Karsee dicht heran fahren zu können, der täuscht sich. Rund 200 Höhenmeter müssen ab Parkplatz erklommen werden, allerdings auf sanft ansteigenden, gut ausgebauten Wegen.

- Anfahrt: 77776 Bad Rippoldsau-Schapbach, Glaswaldseestraße
- Streckenlänge: 4,2 km
- Informationen zum Glaswaldsee und anderen Karseen
- Keine Einkehrmöglichkeiten
- Weitere viele wunderschöne Wandervorschläge in der Region
Den geräumigen Parkplatz erreiche ich über eine rd. 4 km lange, schmale Straße.
Die Fahrt durch Bad Rippoldsau-Schapbach weckt Erinnerungen an meine Wanderung zum Burgbachwasserfall und dem Besuch des Alternativen Wolf- und Bärenparks Schwarzwald. Damals habe ich mich in die Region verliebt, damals noch in Begleitung von Spike.

Der Name Glaswaldsee/ Wildsee
entstand durch die Ansiedlung einer Glashütte im Jahr 1587. Hier wurden die Glasflaschen, z.B. für das Rippoldsauer Heilwasser hergestellt. Für die Glasherstellung wurde soviel Holz aus den Wäldern entnommen, dass erhebliche Kahlschläge zu verzeichnen waren. Deshalb hat man im 18. Jahrhundert die Schließung der Glashütte verfügt. Karseen, so konnte ich lesen, neigen zur Verlandung, sofern sie nicht vom Menschen mit zusätzlichem Wasser gespeist werden. Unterirdische Quellen sorgen für einen Teil der nötigen Wassermenge. Übrigens, früher trug der Glaswaldsee den Namen Wildsee. Möglicherweise entstand in dieser Zeit auch die Sage von den Seemännlein.

Rund um den Karsee
Die Sonne zögert noch, sie hat es schwer gegen die übervollen Regenwolken. Hoffentlich reicht die Zeit für meinen Genussspaziergang rund um den Glaswaldsee, für den Nachmittag ist Regen angekündigt. Hetzen lasse ich mich trotzdem nicht, schlendere mit Ruhe und wachsamen Augen um den See.

Mein Blick fällt auf die Schutzhütte am gegenüberliegenden Ufer. Ein riesiger Felsbrocken ragt aus dem Glaswaldsee. Wie weit es dort wohl in die Tiefe geht? Ich werde gleich schauen, aber erst einmal liegt noch ein kleines Stück Weg vor mir.

Der breite Weg lässt gemütliches dahin spazieren zu. Der Zustand der Uferbereiche lässt den Schluss zu, dass auch hier die Stürme gewütet haben. Bäume liegen quer, die Wege sind teilweise weg gebrochen. Der Wanderweg hat eine rötliche Farbe und wirkt lehmig. Dicke Felsbrocken lehnen an den schlanken Bäumen. Kippt einer der Bäume um, platscht der Felsen in den Karsee.
Verweilen an der Schutzhütte Glaswaldsee
Die romantische Schutzhütte blinzelt durch die Bäume. Inzwischen bin ich auf schmalen Pfaden dicht am Seeufer unterwegs. Wir haben hier die Wahl auf dem breiten Weg zu bleiben, oder die Idylle des Pfades zu genießen. Wie ein kleines Stück Wildnis kommt die Atmosphäre daher.


Die Entenfamilie am Glaswaldsee
Aus dem Wasser ertönen fiepende Stimmen der Enten. Die Kleinen sind schon recht groß, klingen aber noch sehr sehr klein. Sie verschwinden ängstlich hinter dem Felsen, als sie mich wahrnehmen. Mama Ente passt gut auf.

Und dann lassen sie sich doch blicken. Ganz still warte ich was sie treiben, schaue mir die kleine Familie in Ruhe an. Die Entenmama guckt genauso gespannt, so scheint mir, aber wohl eher aus Sorgen um den Nachwuchs.

Das Platschen des Wassers ans Ufer hört sich ein wenig an wie Wellengang an der Küste. Der See bewegt sich. Über mir in den Baumwipfeln singen die Vögel munter ihr Sommerlied, während sich die Zweige unter dem immer heftiger wehenden Winden beugen. Das ist die pure Idylle. Das Fiepen der Entenküken schallt über den See. Sie schwimmen mit den Eltern weit raus, kehren irgendwann wieder hierher zurück, dort wo ich warte.

Allmählich trudeln sie alle ein, versammel sich zum gemeinsamen putzen und anschließendem Mittagsschlaf. Sie lassen mich ganz nahe an sich heran, ohne zu flüchten. Scheinbar glauben sie meinen stummen Beteuerungen sie nur anschauen zu wollen. Vielleicht mögen sie aber auch ältere Fotografinnen. Wer weiß das schon?
Weiter rund um den Glaswaldsee
Irgendwann löse ich mich von diesem zauberhaften Anblick und setze meinen kleinen Wanderrundgang fort. Welch ein entspanntes Gefühl stellt sich doch ein, nimmt Frau sich die Zeit solchen Beobachtungen nachzugehen. Der Rest des Weges nimmt noch einmal reichlich Zeit in Anspruch. Überall zwischen den Heidelbeerbüschen stehen Sessel aus Baumstümpfen und andere Ruhemöglichkeiten.
Aus dem Hang fließt Wasser in den Glaswaldsee. Ich kann euch nur die Bilder zeigen, denn wichtige Informationen habe ich keine mehr. Lasst euch berühren und verführen. Für mich sind das Erlebnisse, die lange tief in meinem Herzen ruhen. Ein kleines Zeitfenster eines Tages, das nachhaltig wirkt.
Bleibt gesund!












👍ist das schön und das tolle grün. Hört sich jetzt bescheuert an aber das „grün“ der Bäume ist irgendwie anders als das in Köln 😁. LG Nina
Im Schwarzwald ist es sogar unglaublich grün. der überwiegende Teil der Wälder in dieser Region ist vollkommen intakt, zumindestens äußerlich. Der Farn steht hoch, überhaupt hat die Region viel Wasser abbekommen. Es hat so gut getan dort eine Woche zu zu bringen. 😍