Eigentlich möchte ich nach Wuppertal, dort liegt mir schon lange die Idee auf der Seele den Vorwerkpark und den angrenzenden Scharpenacken zu erkunden. Mein Kopfkino spielt mir aber wieder einmal einen Streich, mir erscheinen Streckenlänge und die Höhenmeter unüberwindbar. Es fehlt mir an positiver, antreibender Energie, oder ich bin schlicht vernünftig. Eine Alternative soll also her und die heißt „Uferpfad am Angerbach“

Schon lange auf meinem Plan, eine Wanderung die unter dem Namen „Uferpfad am Angerbach“ bei Komoot zu finden ist. Angeregt wurde ich aber auf Umwegen wieder mal durch Wanderfreund Rainer. Der ist damals den „Industriepfad & Kunstweg“ bei Ratingen gewandert. Gut zu Fuß der olle Rentner, erkundet er oft das Bergische Land und weckt damit Sehnsüchte. Vorab gesagt, die Streckenlänge von 5 km war ausreichend und die Eindrücke wunderschön.

Uferpfad am Angerbach

Das Angertal ist ein Naturschutzgebiet und überwiegend bewaldet. Da heute Nebel vorausgesagt wird, hoffe ich auf Bilder mit typischen Herbstmomenten. Hier in Leverkusen ist der Himmel von Grautönen dominiert, kein Sonnenstrahl findet den Weg zu uns. Nebel ist auch keiner zu sehen. Da haben die Wetterpropheten aber mal wieder gepatzt. In Ratingen schauts etwas freundlicher aus, jedoch weit und breit kein Nebel und so entsteht auch kein mystisches Drama im Wald. Nun gut, die kleine Runde hat zumindest meine Stimmung verbessert und ich war mit vielen Fotostopps gute zwei Stunden draußen unterwegs.

  • Start/ Ziel: Wanderparkplatz Steinkothen, Im Angertal, 40883 Ratingen
  • Meine Strecke hatte 5,4 km und 83 Höhenmeter
  • In Ratingen besuchte ich schön öfter die Wasserburg Haus in Haus, lohnt sich sehr!

Nun geht es aber los. Kamera, Hundeleine, alles am Beckengurt des Rucksacks befestigt, so habe ich die Hände für die Wanderstöcke frei. Ohne die Dinger gehe ich nicht mehr auf Tour.

Mann auf Hirsch in Ratingen
Schon oft auf Bildern gesehen, jetzt auch live _ Mann auf Hirsch am gegenüber vom Parkplatz Steinkothen

Kurze Wegstrecke weiter landen wir auch schon am Angerbach. Der wird uns nun eine ganze Weile mit seinem glucksen und gluggern begleiten.

Uferpfad Angerbach
Und schon kommen die großen Vierbeiner.
Uferpfad am Angerbach
Stilles Wasser

Die kleine Steinbrücke ist richtig schön und leider, trotz immer wieder aufkommender Kommentare in diese Richtung, keine Bank zum relaxen an diesem schönen Platz.

Uferpfad Angerbach
Die Steinbrücke habe ich auch schon x-Mail gesehen, heute endlich live

Begegnung am Uferpfad am Angerbach

Bei jedem Windstoß fallen haufenweise bunte Blätter auf uns und die Wege herab. Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind die Äste leer gefegt. Noch sind die bunten Teppiche frisch gefärbt, machen die Fotos schön. Die Zugvögel über uns formieren sich aber bereits, um in südliche Gefilde zu ziehen. Alles bereitet sich auf den Winter vor.

Während ich auf den Blätterregen warte, erreicht mich ein geringfügig älterer Herr. Wie das so ist, kommen wir ins Gespräch und dabei stelle ich fest, er ist nicht nur geringfügig älter. Er hat den letzten Krieg erlebt und erzählt davon, dass sie sich durch den Wald zu ihren Zielen hingewandt haben und nicht über offene Straßen und Feldwege. Schnell sind die Blätter vergessen, zu interessant und lebensnah ist diese Begegnung. Solche Momente speisen die Seele.

Uferpfad am Angerbach
Ich warte auf den nächsten Blätterregen

Irgendwann verabschieden wir uns, gehen wieder unsere getrennten Wege. Was mich angeht, erfüllt von dieser Begegnung. Weiter folgen wir den Angerbach, der sich auch mal von uns entfernt und Raum für einen Auenwald gibt. Mystisch, auch ohne Nebel, finde ich. Je nach Lichteinfall erscheinen die Herbstfarben kräftig bunt oder auch in zarten Tönen, dazwischen die unterschiedlichsten Pilze.

Bei diesem Anblick bleibt mir ein wenig die Luft weg. Die starken Wurzeln des Baums, der leicht geschwungene Weg, der bunte Blätterteppich. Ein Traum für mein Auge, deshalb bin ich so gerne draußen.

Uferpfad am Angerbach
Herrlich

Kehrtwende

Bald biegen wir links ab und tauchen ein in einen alten Hohlweg, gesäumt von alten Bäumen. Auch hier verweile ich öfter an einer Stelle, um die Eindrücke in mich einzusaugen und natürlich zum fotografieren.

Hinauf nach Hösel
Was für eine Farbkomposition

Eine kleine Weile bleiben wir in dieser Zauberwelt, dann erreichen wir das Gelände des Golfplatz Hösel, mehr hörbar als sichtbar, das trockene Geräusch des geschlagenen Golfballs kenne ich von meinen häuslichen Gassirunden rund um unseren Platz.

Wir wandern an einem riesigen Reiterhof (Gut Gützenhof Ratingen) vorbei. Viel Platz, aber scheinbar relativ wenige Pferde. Wenig weiter dann die nächste Biegung, die uns am ziemlich trocken gelegten Sondersbach entlang führen wird. Teilweise ragen Erdwälle hoch auf, die vermuten lassen, dass sich hier 2021 große Mengen Wasser angesammelt hatten. Der Sondersbach mündet, sofern er Wasser führt, im Angerbach.

Am Sondersbach
Auch ein schöner Anblick
Am Sondersbach
Das Alter macht auch vor Vogelhäusern nicht Halt
Am Sondersbach
Schön anzuschauen
Am Sondersbach
Ich habe nicht geknabbert

Tja und das war es dann für heute. Der Himmel zieht wieder zu und es sieht nach Regen aus. Also bin ich froh, dass wir nun heim fahren. Übrigens, die A 59 ist acht Monate lang gesperrt, wer aus der Region Ratingen nach Kölle möchte, der braucht ziemlich viel Geduld, weil die A 3 rappelvoll ist.

Wir haben Glück, der Stau löst sich passenderweise gerade jetzt auf und wir kommen relativ zeitnah heim. Wir grüßen aus Leverkusen und BEgrüßen euch beim nächsten Blogbeitrag.

Elke und Jana

 

7 Kommentare

  1. Ach was ist das schön, so liebenswerte Kommentare lesen zu dürfen.
    Ich grüße euch alle ganz herzlich
    Elke und einen Pfotenwinker auch von Jana

  2. So schööööön!!
    Ich bin immer begeistert von deinen Berichten und Fotos.
    Von Köln aus komme ich in der Regel sehr gut in alle Richtungen weg. … so die Bahn mich lässt! Aber dann, meist am Hbf, ändere ich spontan den Plan: Der erste Zug, der kommt, bestimmt meine Richtung. Sitze ich erst drin, überlege ich mein „neues“ Ziel.

    Liebe Grüße aus Köln
    Sabine

    1. Ach nö wie süß, also bei dir kommt die Richtungsänderung dann ja wirklich sehr spontan. Toll, dass es noch mehr so jecke Nudeln gibt. Ganz liebe Grüße in die Nachbarstadt und weiterhin gesunde Füße zum weiter traben.
      Liebe Grüße
      Elke

Ich freue mich über ein paar nette Worte....

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