Die Wasserburg Haus zum Haus in Ratingen ist eine mittelalterliche Wehrburg in sehr gutem Erhaltungszustand. Für fotografierende Menschen eine Fundgrube, dazu liegt sie eingebettet in herrlicher Landschaft. Der Poensgenpark in unmittelbarer Nähe gelegen, lohnt ebenfalls einen Besuch.
Wechselnd bewölkt, so spricht meine Wetter-App. Soll ich wirklich meinen Plan nach Ratingen zu fahren umsetzen? Die Wasserburg Haus zum Haus steht, nach einem kräftigen Stubser von Wanderfreund Rainer, auf meinem Plan. Wie dankbar bin ich, dass ich mich selber überreden konnte, diesen Plan umzusetzen.
Wasserburg Haus zum Haus in Ratingen
Vor vielen Jahren war ich, mit ausgesprochen mieser Stimmung ausgestattet, schon einmal hier unterwegs. Den Anlass meiner desolaten Verfassung erinnere ich nicht mehr. Heute habe ich mir ein unverhofftes Geschenk gemacht, denn das Wetter ist für mein fotografierendes Wesen ein Geschenk. Aber erstmal gibt es ein paar Informationen.
- Anfahrt: Haus zum Haus 10, 40878 Ratingen
- Mein Blogbeitrag aus 2017
- Sehenswert ist der Poensgenpark und LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford und Märchenzoo Blauer See
Für uns bleibt es bei einem kleinen Spaziergang durch das an das Burggelände angrenzende Grün und den Poensgenpark (wirklich sehenswerter Park)
Eine Burg im Wasser
Auf der Webseite der Wasserburg stehen einige grundlegende Informationen, die ich hier einfach mal teile.
Zwei wichtige Handelswege kreuzten sich nahe der Anger und fanden hier einen Übergang durch das Sumpfgebiet. Bereits im 9.Jh. wurde hier eine „Motte“, eine Palisadenburg aus Holz, errichtet. Die Ursprünge der heutigen Kernburg mit den markanten Türmen stammen aus dem Jahr 1276, in dem gleichzeitig mit der Gründung der Stadt Ratingen das Geschlecht „Zum Haus“ eine befestigte Anlage errichtete und dem „festen Haus“ den eigenwilligen Namen gab. Johann zum Haus wurde 1447 Marschall des Herzogtums Berg und baute den Sitz weiter aus. Mit den Veränderungen in der Waffentechnik und der Art der Kriegsführung vollzog sich allgemein ein Wandel von der Wehrburg zu bequemeren Burgschlössern oder später zu den repräsentativen Schlossanlagen. Auch die Ratinger Burg wurde im 16. und 17. Jh. umgebaut, um die Wohnverhältnisse etwas komfortabler zu gestalten. Außerdem wurde innerhalb der zweiten Ringmauer die Vorburg mit Rentmeisterhaus, Ställen und Wirtschaftsgebäuden hinzugefügt. Diese Ergänzungen tragen deutliche Merkmale der Gotik und der Renaissance mit steinernen Fensterkreuzen und Treppengiebeln. Da aber offensichtlich nicht genügend Mittel zur Verfügung standen, um der französischen Schlösserarchitektur nachzueifern, blieb der Wehrcharakter der Burg im Wesentlichen erhalten.
Nach wechselvoller Geschichte, mehrfachem Besitzerwechsel und Jahren des Verfalls übernahm der Architekt Bruno Lambart 1973 die Burganlage, restaurierte alle Gebäudeteile und legte die Freianlagen an. Die denkmalpflegerische Architektenleistung wurde mehrfach ausgezeichnet (u.a. als vorbildliches Bauwerk im Land NRW, BDA-Preis, Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland).
Veranschaulichen kann Frau ihre Eindrücke besser mit Fotos und davon habe ich reichlich gemacht. Unterschiedliche Wettereindrücke verhelfen zu sehr unterschiedlichen Bildern. Also einfach gucken, denn anfänglich dominierten hier eindeutig dunkle Wolken.

Noch blüht hier alles, was zu dieser Zeit noch Kraft für Farbe übrig hat. Welch ein Genuss hier durch zu spazieren. Überall schöne Eindrücke, die Stimmung friedlich und ausgesprochen ruhig.
Hinter dem Schlossgelände verläuft die Angertalbahn. Die Gleise überqueren wir und tauschen in einen lichten Wald auf breiten Wegen ein.
Die Angertalbahn (Kalkbahn)
Das Gleisbett ist zugewachsen, lediglich die blankgesteuerten Gleise weisen darauf hin, dass diese Bahnstrecke noch genutzt wird. Die ankommenden Bahnen warnen mit einem Ohren betäubenden Pfeifton, dann sollte man sich besser von den Gleisen fern halten. Die Bahn ist schneller, als man es vermuten würde.

Die Angertalbahn, auch Kalkbahn genannt), ist eine Bahnstrecke die Ratingen mit Wülfrath verbindet. Ca 12 Güterzüge fahren täglich, meistens am Vormittag, über die Strecke. Transportgut ist Kalk aus den Steinbrüchen.
Im unregelmäßigen Abständen werden Sonderfahrten mit Personenzügen angeboten. Die meist historischen, oftmals Dampf betriebenen Lokomotiven, werden meist vom Eisenbahnmuseum Bochum gestellt.
Das Gemäuer sieht erstmal ganz harmlos aus…..



Weit laufen wir auf diesem Weg heute nicht, denn erstmals bin ich ohne Unterstützung durch Geh- oder Wanderstöcke unterwegs. Besser nicht übertreiben und kontinuierlich dieses freie Gehen weiter trainieren. Als wir die Pferdeweiden an der Wasserburg wieder erreichen beginnen die Sirenen mit dem Probealarm. An der Haltung der Pferde sieht man, es ist ihnen nicht geheuer.

Der Poensgenpark
Bevor es für uns wieder zurück zur Burg geht, machen wir einen Abstecher in den Poensgenpark. Überraschend schön, was wir dort zu sehen bekommen. Auch hier entstehen reichlich Bilder. Vielleicht schaffe ich es im bunten Herbst noch einmal hier vorbei zu schauen. Lohnen würde es sich auf jeden Fall. Übrigens, Hunde müssen natürlich innerhalb des Parks an die Leine.
Der Poensgenpark (auch Cromford-Park genannt) ist einer der bekanntesten Parks in Ratingen. Als Beispiel für einen „späten Landschaftspark“ an der Wende zum 20. Jahrhundert gehört er zu den besonderen Kulturschätzen im Rheinland. Ehemals als privater Park angelegt, ist die 4,5 ha große Parkanlage seit 1977 öffentlich zugänglich. Sie gehört seit 2005 zur Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas und steht seit 1997 unter Denkmalschutz. (Wikipedia)
Zurück an der Wasserburg Haus zum Haus
Noch ein paar wenige Eindrücke zum Schluss und dann fahren wir schon am späten Vormittag wieder heim, pünktlich vor Sturm und Regen.




Wir kommen wieder, aber erst einmal stehen noch andere Unternehmungen an.
Es grüßen euch
Elke und Jana
De foto’s zijn echt om van te genieten en de tekst is zeer aangenaam om te lezen, hartelijke dank daarvoor
Liebe Marleen,
vielen Dank für diesen schönen Kommentar, den ich tatsächlich Wort für Wort verstanden habe. Lesen kann ich, aber das niederländische schreiben wäre sehr fehlerhaft.
Ganz liebe Grüße
Elke