Wandern an der Erft, ein Vergnügen für jene, die Wasser lieben. Das frische Grün des Frühjahrslaubes gibt dem Fließgewässer einen wunderschönen und langersehnten Rahmen. Unter den Füßen habe ich mal breite Wege, dann werden sie wieder schmaler und selten auch mal asphaltiert. Für mich war dieser gemächliche Wandertag Balsam für die Seele.

Wandern an der Erft….

ein Plan den ich schneller umsetze als ursprünglich geplant. Der selbstauferlegte #stayhome Auftrag lässt für mich nur einen begrenzten Radius zu, in dem ich wandern gehe. Die Erft gehört definitiv dazu. Sie ist für mich auch auf kurzem Weg zu erreichen. Die Route der ich heute folge, habe ich dem Buch „Wandern für die Seele – Rhein, Ahr und Erft“ gefunden.

Eine meiner schönsten Wanderungen an der Erft war jene in Grevenbroich und ein Besuch der Museumsinsel Hombroich oder dem Kinderbauernhof Neuss, den wir auf dieser Wanderung auch berühren. Leider ist der Bauernhof geschlossen, sodass ich meine Wanderroute modifizieren musste.

Barfußpfad

Meine Wanderung starte ich am Barfußpfad (Berghäuschensweg, 41466 Neuss) meine gut 14 km Wanderung. Höhenmeter kennt die Region praktisch nicht, inclusive aller Brücken komme ich auf 20 Höhenmeter. Der Barfußpfad ist der Knaller, ein richtig großes Terrain mit 17 verschiedenen Pfaden. Der VerkehrsVerein Neuss hat ihn geplant und umgesetzt und er pflegt ihn nun seit 17 Jahren.

Es riecht nach Wasser

Ich weiche ein bisschen von der vorgeschlagenen Route ab und nehme den Trampelpfad direkt an der Erft entlang. In einigen Metern Entfernung verläuft der Radweg, der zum jetzigen Zeitpunkt nur mäßig frequentiert ist.

Das Wasser der Erft ist trübe
Das Wasser an der Erft ist etwas arg trüb
Ein Greifvogel aus der Wiese aufsteigend
Da macht er sich vom Acker

Die Belohnung für meinen Abstecher an die Erft folgt auf dem Fuße. Das unüberhörbare Geräusch der Autobahn verschwindet hinter den Eindrücken, die ich hier gewinnen kann.

Die Häschen, die über die Wiesen hoppeln verschwinden bei meinem Erscheinen ins nächste Gebüsch.

Ein von mir nicht identifizierte Greifvogel stürzt auf die Wiese hinab und bleibt Flügel schlagend eine Weile unten. Ich gehe mal davon aus, dass ihm seine Mahlzeit gemundet hat. Irgendwann erhebt er sich wieder in die Lüfte und dabei gelingt mir dann das Foto links. Am frühen Morgen unterwegs sein lohnt sich.

Gewohnheiten in Frage stellen – Mein eigener Weg

Während ich auf dem schmalen Pfad am Wasser entlang schlendere kommen nicht zum ersten Mal Gedanken an die Gegenwart und Zukunft auf. Möchte ich den Blog weiter so betreiben, wie augenblicklich? Wird es vielleicht möglich sein einfach nur eine Hobbybloggerin zu sein? Und wieder stelle ich fest, wenn ich mich mit meiner Schreiberei zu sehr festlege, um die Qualität zu sichern, nehme ich mir eine Menge Freiheiten. Es ist angenehm die Option zu spüren auch Dinge zu verändern.

Die Natur genießen

Ich bin hier draußen einfach nur glücklich. Mir geht es auch gut, wenn ich auf meinem Balkon in der Sonne sitzend diesen Beitrag verfasse. Es gefällt mir, dass es eben kein reiner Wanderbericht ist, sondern dass er mit meinen Emotionen gefüllt ist. Diese Gedanken werden unterbrochen, als ich höchst unattraktiv aber nicht änderbar, die A57 unterquere. Die Erft tut es mir gleich, sie fließt einfach unter der Autobahn hindurch.

Die Erftschleifen

Fort sind die zukunftsweisenden Gedanken. Wieder zurück in der Natur erblicke ich die steinerne Brücke. Hier versucht sich ein Hobbyfriseur am Kopf eines Kumpels. Akribisch werden einzelne Härchen geschnitten, sodass der Igelschnitt vermutlich einem Fachmann Freude machen würde.

Die Erft fließt lebendig
Munteres Wasser

Natur pur – Himmlische Ruhe – Wandern an der Erft

Auf naturnahen Pfaden wandere ich nun eine ganze Weile an der Erft entlang. Viele Bänke und Rastplätze laden dazu ein eine Pause zu machen. Hier werden auch die Wege breiter, jedoch keinesfalls unattraktiver.

Naturplatz für die Rast

Wandern an der Erft
Rast an der Erftschleife

Vor mir tut sich ein wunderbarer Platz an der Erftschleife auf. Ein Baumstamm dient mir als Sitzplatz und Tisch, mein Kaffee findet den Weg in meinen immer Kaffee durstigen Magen. Begleitet wird dieser entspannte Augenblick durch das leise Rauschen des Flusses.

Nach ausgiebiger, genussvoller Rast darf ich eine ganze Weile überwiegend auf Pfaden wandern. Schmal und immer direkt am Fluss entlang bis ich an einer Straße lande.

Wandern an der Erft – Seitenwechsel

Über eine Brücke gelange ich auf die andere Erftseite und wandere von dort aus zurück. Es wird voller auf diesen Wegen. Radfahrer und Spaziergänger teilen sich die Wege. Am Wochenende wird es hier sicherlich ziemlich voll sein. Hier dominieren eher breite Wege und ich folge immer noch A6 und A7. Bedauerlich ist, dass hier sämtliche Bänke demontiert sind. Vereinzelt sitzen Angler am Ufer.

Wandern an der Erft
Ein toller Platz

Stellenweise ist die Obererft schon ziemlich ausgetrocknet schlammige Felder breiten sich an den Ufer Rändern aus.

Wandern an der Obererft
Obererft

Umleitung am Kinderbauernhof Neuss

Der Kinderbauernhof Neuss ist natürlich geschlossen und der Weg, der normalerweise hier hindurch führt ebenfalls nicht begehbar. Eine Umleitung muss her und die suche ich. Etwas holperig aber immerhin, irgendwann bin ich wieder auf meiner ursprünglichen Route.

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Richtung Neuss Hafen und Erftmündung

Jetzt wird es allerdings leider etwas zu städtisch. Es nervt gewaltig durch die Neusser Straßen zu laufen. Dieser Abstecher ist aber nicht zu umgehen. Irgendwann bin ich dann auch erlöst und lande wieder an der Obererft. Zunehmend werden die Wege von Familien mit Kindern bevölkert. Das sonnige Wetter lockt und das ist nur zu verständlich. Weil es wenig zu erzählen, aber viel zu schauen gibt, zeige ich euch einfach noch ein Album.

Am Hafen

Es ist doch einiges los hier im Hafen. Die Boote wollen gepflegt werden, da hindert auch ein Virus nicht.

Hafen an der Erftmündung
Hafen an der Erftmündung
Blick auf den Rhein
Blick auf den Rhein
Erftmündung
Erftmündung

Die letzten Schritte – Wandern an der Erft

Es ist nicht mehr weit. Mein Parkplatz am Barfußpfad winkt praktisch schon. Die andauernde Trockenheit in diesem Monat veranlasst die Landwirte die Felder zu wässern. So früh ist es ungewöhnlich. Das letzte Stück Weg verläuft überwiegend auf dem Damm und gleichzeitigem Radweg. Mir gefällt es trotzdem sehr. Langsam ´habe ich das Gefühl, dass Corona mich bescheidener macht. Andererseits ist es im Frühjahr beinahe überall schön, weil die Seele so nach Farben hungert.

Leise ist es selten auf dieser Wanderung. Wer empfindlich ist, wird sicher lieber mehr abgerückt der Zivilisation wandern. Das könnt ihr, da ich es euch ehrlich sage, ja dann selber entscheiden.

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen. Das Buch „Wanderungen für die Seele – Rhein, Ahr und Erft“ das mir als Steilvorlage für den heutigen Wandertag diente, kann ich nur empfehlen. Ich poste gerade jetzt keine amazon links, der örtliche Buchhandel wird sich über einen Kauf jetzt besonders freuen.

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