Much, nahe der Grenze zum Oberbergischen Kreis, im Rhein-Sieg-Kreis gelegen, ist mein heutiges Ziel. Der Familienwanderweg Much reizt mich schon eine Weile. Da die Landschaft mit den sanften Hügel reizvolle Herbststimmungen verspricht, fällt meine spontane Wahl auf diesen Punkt meiner „To Do“ Liste.
Die Kälte krabbelt in die Gelenke, um sie warm zu bekommen bietet sich geradezu an Sport zu treiben oder spazieren, bzw wandern zu gehen. Man sollte sich allerdings warm genug anziehen, wenn der Wind über die Höhen streicht. Das habe ich verpennt und diese mangelnde Selbstfürsorge rächt sich auch tags drauf. Davon weiß ich aber heuer noch nichts und so wird das unangenehme Gefühl kalter Haut einfach mal ignoriert.
Familienwanderweg Much
Bei mir zu Hause sind die Laubbläser fast täglich zu hören. Ein Geräusch das mir inzwischen tatsächlich so auf den Nerv geht, dass es mir ohne weiteren äußeren Impulsgeber gelingt, mich auf die Socken zu machen. Ich bin sehr gespannt auf die heutigen Eindrücke und freue mich auf mein herbstliches Abenteuer.

- Start: Berghausen 30, 53804 Much Parkplatz am Hotel Fit
- Streckenlänge: 6,3 km lt. Garmin Aufzeichnung
- Höhenmeter: 120
- Bergischer Streifzug Böllweg verläuft teilweise Wegegleich
- Wandern in Much (15,6 km)
- Für weitere Inspiration hier ein Link zur Seite der Gemeinde Much

Ich starte gegen 10 Uhr und stelle fest, die Sonne hat sich noch nicht gänzlich durch die dünne Wolkendecke gekämpft. Nun, mit Blick auf die Voraussagen der Wetterpropheten bin ich froh, dass es trocken und die Blätter auf Baum und Busch, sowie der Laubteppich unter meinen Füßen, so bunt ist.

Reichlich Kühe auf den Weiden
Auf dem ersten Kilometer sehe ich schon viel mehr Rindviecher, als auf dem viel umworbenen und von mir bereits vorgestellten Milchweg. Hier würde es sich tatsächlich lohnen, etwas mehr zur Landwirtschaft und zur Milchwirtschaft zu informieren. Die Milchkühe stehen auf der Weide, sind total entspannt unterwegs und die Weide ist groß genug, damit sich die Einzelgängerinnen unter ihnen separieren können. Natürlich, und das schmerzt mich bei konventioneller Haltung immer, werden auch diese Kühe nach dem kalben von ihrem Nachwuchs getrennt. Die gesamte Milchausbeute gehört dem Menschen.
Ich folge den Veröffentlichungen einiger Höfe, die für eine bestimmte Zeit die Kälber bei der Mutterkuh lassen und nur einen Teil der Milch zum Verkauf zurück halten. Herrlich anzuschauen und toll wie Kälber sich entwickeln können. Sie dürfen springen und rennen. Ein ganz anderes Leben, als die in Iglus gesperrten, wenige Stunden nach der Geburt von der Mutterkuh getrennten Geschöpfe.
Es ist unter den augenblicklichen Gesetzen und dem mangelnden Willen der Bevölkerung für das Produkt Milch anständig zu zahlen, nur mit einem großen Maß an Ideologie und Tierliebe umsetzbar, diese Mutter gebundene Aufzucht.
Dann gibt es Lebenshöfe und Kuh-Altersheime. Hier ist sehr oft deutlich zu spüren, wenn Kühe ihre Kälber mit auf diese Höfe nehmen können oder dort geboren werden, wie stark die Bindung auch im höheren Alter noch ist. Kühe haben Freundschaften und sind nach meiner Einschätzung ausgesprochen soziale Tiere. Das war abschweifend vom Familienwanderweg Much, meine ganz persönlichen Gedanken.

Wir folgen hier übrigens dem Bergischen Streifzug Böllweg über weite Strecken. Den kann ich meinen LeserInnen klar empfehlen. Einiges Interessantes gibt es über Böll zu lesen.
Herbstliche Aussichten auf dem Weg zur Germania Kapelle
Eine Aussichtsplattform mit Blick auf den Stadtkern von Much und das im herbstlich bunten Kleid. Nicht mehr lange und diese bunte Pracht ist für dieses Jahr vorbei. Ob wir wohl Schnee bekommen? Nun, das ist wohl doch eher weit in die Zukunft gedacht, wenden wir uns einfach mal den bildlichen Eindrücken dieser schönen Landschaft zu. Die Station des Familienwanderweg widmet sich der Frage nach einem Baum, dessen Früchte momentan für das Wild besonders attraktiv ist. Ich hab´s gewusst…. Und dann stehen wir an dem Schild „Omis Bank“, klar dass ich die aufsuche, auch wenn sie nicht unmittelbar am Weg steht.


Wieder zurück auf dem Familienwanderweg Much laufen wir ein Stück den Feldweg hinunter und stehen just an der Germania Kapelle.

Ländliche Idylle
Und dann kommen wir ihnen ganz nahe, einer großen Herde Milchkühe. Junge und ältere Tier und mit nicht so schweren Eutern, wie man es so oft sieht. Die leben hier wirklich toll, zumindest aus meiner laienhaften Sicht. Weit und breit Landschaft, frische Luft und einfach nur Idylle.


Das Technik- & Bauernmuseum in Much Berzbach
Mit Jana ins Museum ist immer schwierig, aber mit Kindern sollte das ein Muss sein. Die Postkutsche „Nümbrecht – Wiehl“ erregt naturgemäß meine Aufmerksamkeit. In der Zeit von 1865 bis in die 1920er Jahre kam die Post per Kutsche. Diese hier ausgestellte Postkutsche ist ein weitgehend originalgetreuer Nachbau.
Meine Großeltern väterlicherseits boten mit Nümbrecht meinen Lieblingsurlaubsort in meiner Kindheit. Wie sehr habe ich diesen Ort geliebt, mit kleinen Lebensmittelgeschäft, Post und Kurhaus, ein damals in meiner Erinnerung. Auch der Kuhstall, in dem ich andauernd zu finden war, lebt in meiner Erinnerung ebenso lebendig, wie das bringen und holen der Milchkühe zur und von der Weide. Natürlich durfte ich auch melken. Damals wollte ich unbedingt einen Bauern heiraten.




Wieder Feldwege- Familienwanderweg Much
Was nun folgt sind streckenweise längere Phasen auf Feldwegen oder auch mal ein Teerweg. Ganz im Gegensatz zu meinen früheren Wanderungen, ist mir diese Tatsache erst aufgefallen, als ich daheim die Bilder sah. Viel mehr haben mich die Eindrücke rings herum, kleinere Details am Wegrand und die Farben dieser besonderen Jahreszeit fasziniert. Es gibt jetzt also eine Menge auf die Augen.










Tja und dann sind wir wieder am Ausgangspunkt. Es war himmlisch und da die Sonne jetzt hoch steht, laufe ich ein Stück über die Ziellinie um noch ein paar Bilder zu machen.

Selten genug erleben wir, dass eine staufreie Rückfahrt möglich ist. Heute gelingt es.
Der nächste Morgen
Mutig schwinge ich die Beine aus dem Bett, richte mich…….. „AUA“,
Aufrichten will sich mein Rücken nicht. Ja, das ist ein Phänomen, das ich schon länger kenne. Da hinten komme ich auch ohne Hilfe nicht dran. Irgendein Muskel sträubt sich den aufrechten Gang zuzulassen. Immer an der Wand lang in die Diele, den Gehstock holen. Nicht einmal Hose, Socken und Schuhe bekomme ich angezogen. Wer hat bloß Rücken und Gelenke erfunden, wenn sie nicht zuverlässig funktionieren. Knatsch, jammer, wein……
Was hilft?
Es hilft eine schmerzhafte Massage der hinteren Partien, mit Druck auf gewisse Triggerpunkte. Welcher Schmerz nun schlimmer ist, schwer zu sagen. Ich würde es nicht zulassen, wäre da nicht das Wissen, dass es hilft. Die Faszien Rolle und dehnen der verspannten Muskeln ist hilfreich. Im Anschluss, warm eingepackt, die übliche morgendliche Gassirunde. Heute heißt es vor allem „warm halten“ und gut koordinierte Bewegung. Bisher hat diese Taktik geholfen und ich hoffe sehr, dass das so bleibt.
Ach ja, wenn schon jemand da ist, um die Muskeln zu massieren, dann bietet sich auch gleich an, nach allen Übungen Pferdebalsam (*Affiliatelink) einzumassieren. Das wärmt erstaunlich gut und unterstützt den Entspannungsprozess. Achtung, die von mir gewählte Salbe ist schon recht stark, empfindliche Personen sollten ggf. eine mildere Variante wählen.
Am Abend bin ich noch recht stief, aber es tut nicht mehr so arg weh. Nun hoffe ich den morgigen Tag wieder einigermaßen schmerzfrei zu sein.
Bis zum nächsten Ausflug in die Natur grüßen wir
Elke und Jana
Oh, da wart ihr ja ganz bei mir in der Nähe unterwegs. :)
Die Strecken dort sind wirklich schön, in deinen Bildern hast du ihren Charme wunderbar eingefangen.
Auf dieser kleinen Aussichtsplattform aus Holz haben wir im Sommer einen entspannten Mädelsabend zu dritt verbracht, mit Blick auf den Sonnenuntergang über Much und dem ein oder anderen Glas Hugo. ;)
Gute Besserung für deinen Rücken, ich hoffe, er ärgert dich mittlerweile nicht mehr so arg!
Liebe Grüße
Anne
Jaaaaaa, diese kleine Plattform eignet sich hervorragend für solche abendlichen Stunden. Der Blick in die Ferne, untergehende Sonne und ein paar Hugo…. Eine tolle Vorstellung. 😘
Ja, der Rücken ist im Moment friedlich, der meldet sich immer dann, wenn ich es mit Hometrainer und laufen übertreibe, und Popes und Oberschenkel kalt werden. Das mit dem älter werden hätte man wirklich aus dem Lebenskatalog streichen können. 🤣 Früher war ich überhaupt gar nicht empfindlich.
Ganz liebe Grüße Elke..