Als Sahnehäubchen unter den Vulkaneifeltouren bezeichnet Gesundland Vulkaneifel  den Grafschaft Pfad. Dem können wir nur zustimmen, nachdem wir auf diesem Vulkaneifel-Pfad entlang der Lieser und dem Fahlbach, mit Rast an der Schmitthütte auf Lieserpfad und Eifelsteig wanderten. Am Burgweiher präsentierte sich der verrückte Vierbeiner meiner Begleitung als Wasserratte. Den krönenden Abschluss erleben wir in der Heidsmühle bei köstlichen Getränken und Gerichten.

Spaß und Spiel auf dem Grafschaft-Pfad

  • Start/ Ziel: Wir starten: Gewerbestraße 2, 54531 Manderscheid
  • Streckenlänge: Wir hatten 17,8 km
  • Höhenmeter: 521 m
  • GPS Track und Informationen zur Tour
  • Einkehr: Heidsmühle in Manderscheid
  • Besuch des Puppen- und Spielzeugmuseum in Laufeld
  • Heimatmuseum und Maarmuseum Manderscheid
  • Wachsmanufaktur Moll
  • Steinkiste Manderscheid

Während meines Mai/Juniurlaubes im „Haus am Raßberg“ verabreden wir eine gemeinsame, größere Wanderung. Volker, Alex, Claudia und ich, sowie die beiden Hunde Foxy und Shaggy erobern den Vulkaneifel Pfad-Grafschaft Pfad, der in Manderscheid startet und zu den Partnerweges des Eifelsteigs zählen..

Grafschaft PfadWir starten in dem kleinen Gewerbegebiet, das am Sonntag so ruhig und ungenutzt da liegt, dass es sich über uns als Besucher sicher gefreut hat.

Von hier aus kommen wir über kleinem Zuweg direkt auf den mit dem kleinen bunten Symbol der Vulkaneifel Pfade ausgeschilderten Wanderweg. Wir hingegen schaffen es, erst einmal den ersten Umweg zu laufen. Erst nach rd. 500 gewanderten Metern stellen wir fest, dass der gesuchte Pfad unterhalb des Wiesenweges verläuft.

Grafschaft Pfad

Aber dann geht es los, und bei diesen herrlichen Waldwegen jumpern die Wanderherzen direkt mal im freudigen Takt. Noch leuchten die Blätter in recht hellem grün, lassen so der Sonne noch genug Platz zum spielen mit ihren Strahlen auf dem Waldboden

Helenenblick, Robertskanzel und Schmitthütte – Aus- und Durchblicke

Auf schmalem Pfad und an hoch aufragenden Felsen vorbei streben wir dem „Helenenblick“ entgegen. Ich erinnere mich noch gut an eine meiner ersten Wanderungen hier, damals (2012) auch durch die Wolfsschlucht und am Windsbornkrater vorbei. Die Hütten hier auf dem Lieserpfad haben mir damals schon imponiert.

Herrliche Schutzhütte auf dem Lieserpfad

Imposant, wie diese Schutzhütte Robertskanzel über dem Lieserbachtal zu schweben scheint. Unter uns liegt der Burgweiher, dem wir nachher noch auf den Pelz rücken werden.

Robertskanzel auf dem Grafschaft Pfad
Robertskanzel auf dem Grafschaft Pfad
Traumhafte Pfade durch den Wald
Traumhafte Pfade durch den Wald

Hier oben ist definitiv der Weg der Ausblicke, denn es reihen sich etliche attraktiver Rastplätze mit Aussicht aneinander. Die Schmitthütte hat beim letzten Sturm wohl Schaden genommen. Die Brüstung ist stellenweise gefährlich angeknackst. Verführerisch ist diese Aneinanderreihung von so attraktiven Rastmöglichkeiten. Die hätte ich gerne im Mittelteil oder am Ende dieser anspruchsvollen Runde vorgefunden. Sei es drum, hinter der Schmitthütte geht es weiter bergab, hinunter zum Burgweiher und zur Lieser.

Der Burgweiher und die Lieser

Volker hatte schon vorgewarnt, dass Shaggy gleich zu einer Rakete werden würde. Ich kann es euch flüstern, Rakete ist geschmeichelt. Kaum kommt Wasser in Sicht- und Geruchsnähe von Shaggys Nase, dreht der springlebendige Australian Shepherd Rüde von 100 auf 280. Rein ins Wasser, raus aus der Brühe, geschüttelt und für Kühlung der Zweibeiner gesorgt und wieder rein in das kühle Nass. Unerschöpfliche Kräfte scheint der Energiegott an den Vierbeiner verschenkt zu haben.

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Shaggy im Burgweiher
Soll ich raus kommen und euch nass spritzen?
Shaggy im Burgweiher
Hach das tut gut, nicht wahr Herrchen?

Foxy hingegen lässt sich allenfalls herab am Wasser zu nippen, sofern es ohne Mühe erreichbar ist. Sie ist eben doch ganz „Dame“. Später wird sie noch zwangsgebadet, da sie sich ganz und gar un-damenhaft, in totem Tier gewälzt hatte. Bis dahin vergeht aber noch Zeit, wir überqueren nun erst einmal die Lieser und natürlich wird auch sie gründlich von Shaggy studiert.

Alex und die Vierbeiner
Alex und die Vierbeiner
Die Lieser mit dicken Steinen drin
Auch ich muss dringend die Lieser näher in Augenschein nehmen

Über teilweise sehr zugewachsene Wege wandern wir weiter.

Wo ist mein Smartphone?

Der Grafschaft Pfad verlangt einiges an Ausdauer und Atemluft, denn er geht bis Pantenburg zunächst sehr steil, dann moderater ansteigend auf 365 Meter. Für eine Pause sorge ich allerdings noch, zumindest für Alex und Claudia. Bis dahin vergeht aber noch eine Weile und wir lernen die Region auf herrlich urigen Pfaden kennen.

Hohes Gras an den Wegrändern
Göttlich, das frische Gras links und rechts

Irgendwann müssen Mädchen mal für kleine Mädchen und verschwinden im Gebüsch. Außerdem ist es Zeit einen größeren Schluck Wasser zu genießen. Nach nur kurzer Verweildauer ziehen wir weiter. Herrje und schon wieder so ein verführerischer Platz zum rasten.

Wieder eine Schutzhütte
Wieder eine Schutzhütte

Gegenüber machen wir die Rasthütten aus, die wir beim Start unserer Runde bereits besucht haben. Schmitthütte und Robertskanzel sind gut erkennbar.

Blick auf die Schmitthütte
Blick auf die Schmitthütte

Foxy und Shaggy

Eine kleine Pause wird für ein paar nette Aufnahmen von Foxy und Shaggy genutzt. Die erweisen sich immer wieder als äußerst fotogen.

Shaggy auf dem Grafschaft Pfad
Shaggy auf dem Grafschaft Pfad
Foxy auf dem Grafschaft Pfad
Foxy auf dem Grafschaft Pfad. Sie punktet mit ihren unbeschreiblich blauen Augen und ist ein Schmusehund mit Dauerhunger

Ich weiß nicht mehr genau an welcher Stelle mir einfällt, dass ich mit meiner Smartphone App Plantnet die Blüten an der Böschung bestimmen könnte. Ich greife in die hintere Hosentasche und stelle fest: „Handy ist nicht dort“   „Haaaaaalt“ rufe ich nach vorne zu meinen Mitwanderer/innen. Die Suche im Rucksack ergibt das klare Ergebnis “ Handy ist futsch“.  Auch ein Anklingeln meines Handys bleibt erfolglos.

Grafschaft Pfad
Hier ungefähr fällt mir auf, dass mein Handy nicht mehr bei mir ist

Schnell erinnere ich mich an meine Panne auf dem Kuckucksweg. Damals verabschiedete sich mein Handy ebenfalls aus meiner Hosentasche, als ich das Gebüsch aufsuchte. Schnell ist die Entscheidung getroffen, Volker und ich laufen zurück, um das untreue Gerät aufzuspüren. Ich schätze insgesamt 1,4 km haben wir damit zusätzlich gelaufen (ist nicht im Track aufgezeichnet, das Garmin blieb bei Rucksack und dem Rest der Gruppe). Glücklicherweise finden wir mein Smartphone, das still und unbeschadet im Gras liegt. Bereits nach 15 Minuten sind wir zurück und setzen zusammen mit den Wartenden unseren Weg fort.

Blick auf die Manderscheid Burgen

Nur kurze Zeit später öffnet sich der Blick auf die Manderscheid Burgen. Ober- und Niederburg liegen ruhig und scheinbar verlassen und nur durch die Lieser voneinander getrennt auf ihrem Berg bzw. Felsen. Wikipedia erzählt weiteres zu den beiden Burgen und ihren Konflikten.

Blick auf die Manderscheidburgen
Blick auf die Manderscheidburgen

Posing for Fifty Five

Alex trägt die Bluse, die ich von Fifty Five zu Testzwecken zur Verfügung gestellt bekam.

Alex mit ihrer neuen Bluse
Alex und Lori ;-)

Offensichtlich fühlt sie sich wohl mit der Bluse Lori, die mit ihren 50% Bambusanteil angenehm leicht auf der Haut liegt und nach meiner eigenen Erfahrung, Schweißgeruch nicht so schnell annimmt.

Das nur als kleine Informationseinlage, die Bluse könnt ihr übrigens gewinnen, wenn ihr an der Verlosung teilnehmt (Teilnahmeschluss 4.7.2019)

Volker und Shaggy
Volker und Shaggy

Nach recht kurzer Zeit erreichen wir Pantenburg.

Blütenreiche Bauerngärten in Pantenburg

Pantenburg, zur Verbandsgemeinde Wittlich-Land gehörig, hinterlässt bei mir gemischte Gefühle.. Hier das Haus mit der abgeplatzten Fassade, dort ein Hof mit landwirtschaftlichem Gerät und dort ein langes Wohnhaus mit Bauerngärten in der Nähe. So schnell wie wir in den Ort hinein geraten sind, so schnell sind wir auch wieder draußen.

Die Tube mit der Sonnencreme wird gezückt und ein Schutz vor der schon stark wirkenden UV-Strahlung aufgetragen. Während dessen schleicht sich Shaggy schon wieder davon, während Foxy  interessiert das Geschehen betrachtet (Frau eben).

Grafschaft Pfad
Foxy interessiert sich sehr für die Sonnencreme

Mitgliederwald Pantenburg

So steht es auf der Seite der Initiative geschrieben:

Baumpflanzung in Pantenburg

Nach einer lehrreichen Wanderung, geführt von Revierförster Georg Fox, wurden zahlreiche Bäumchen in die Erde gepflanzt. Diese können nun groß und stark wachsen, in unserem 4. Mitgliederwald in Pantenburg.

Nach getaner Arbeit gab es noch eine Stärkung unter musikalischer Begleitung des MGV Pantenburg! Insgesamt werden im Mitgliederwald Pantenburg 5.000 Bäume wachsen.

Grafschaft Pfad
Aktiv wandern- Keiner schwächelt

Rast mit Vesper und Spiel

Nur selten verstummen die Gespräche der beiden Schwestern. Überhaupt herrscht während der gesamten Wanderung eine herrlich entspannte und genussreiche Atmosphäre.

Alex und Claudia
Alex und Claudia
Grafschaft Pfad
Wir verstehen uns!

Zwischen Pantenburg und Laufeld wird eine ausgiebige Rast eingelegt. Wasser für die Hunde, Futter für die Zweibeiner und einen alten Kinderhandschuh für Shaggy, den er sich kräftig um die Ohren schlägt. Dann wieder lässt er das nasse Ding zwischen seinen Pfoten liegen und behütet es. Shaggy ist ein unermütlicher Spielhund, stets gut gelaunt und voller überschäumenden Temperaments. Eine Wohltat ihm zuzuschauen.

Grafschaft PFad
Ich passe auf das alte Teil auf, ist mein Schatz
Grafschaft Pfad - Shaggy
Sein Talent fürs posen ist angeboren
Shaggy und Foxy
Foxy kann das aber auch

Etwas öde Richtung Laufeld auf dem Grafschaft Pfad

Auf geschottertem Weg wandern wir Richtung Laufeld. Solche Wegabschnitte sind unvermeidbar und oft entlasten sie auch eine Weile die Sinne. Immerhin ist es anstrengend sich permanent auf hohem Wanderniveau zu bewegen. Mindestens mir geht es so, dass ich möglichst jedes Detail registrieren möchte und anschließend ziemlich erschöpft reagieren kann. Also Schotterweg, hier bist du mir willkommen.

Schotterpiste
Schotter
Nistkasten ganz schräg
Nistkasten ganz schräg

Bald erreichen wir eine kleine, sehr hübsch gerahmte Wegkapelle. Hinter der Kapelle ragt ein ziemlich altes und schräges Nisthäuschen auf.

Ich finde das ja gut, dass es bleiben darf, wenn auch die Funktionalität inzwischen in Frage gestellt werden kann.

Wegkapelle Laufeld
Wegkapelle Laufeld
Alte Linde bei Laufeld
Alte Linde bei Laufeld

Auch hier sind wir sehr schnell aus dem hübschen Örtchen heraus gewandert und finden uns auf grünen, mit bunten Wildblumen gespickten Wiesen wieder.

Blumenwiesen
Wilde Wiesen

Das wild romantische und stille Fahlbachtal

Der Fahlbach wird uns nun, mal mehr mal weniger nah, begleiten. Aufschlüsse passieren wir ebenso, wie blumige Wiesen. Wir wechseln über eine große Brücke auf die andere Bachseite und wandern dort weiter bis zu einer kleinen Furth, die den Hunden als Trinknapf dient.

Foxy, die inzwischen einen sehr strengen Geruch mit sich herum schleppt, wird von Alex einer Reinigung unterzogen. Unwillig lässt die kleine Hündin die Prozedur über sich ergehen. Den Zusammenhang zwischen Wälzen in totem Tier und dieser unfreiwilligen Waschung wird ihr wohl nie klar werden.

Foxy im Bach
Foxy und die Waschung

Bald erreichen wir wieder die Lieser. Von nun an gesellt sich der Eifelsteig zum Vulkaneifel Pfad Grafschaft Pfad. Die Etappe 12 zwischen Manderscheid und Kloster Himmerod werde ich Mitte Juli wandern und habe, sollte an diesem Tag das Wetter mies sein, bereits ein paar Fotos. Das ist ausgesprochen praktisch.

Gegen den Strom der Lieser den Berg hoch

Jetzt folgen wir der Lieser und an ihrer Seite steigen wir wieder Manderscheid entgegen. Dies aber erst, nachdem wir an der Brücke über die Lieser noch eine ausgedehnte Badepause für Shaggy einlegen.

Brücke über die Lieser
Brücke über die Lieser

Nach vielen Kilometern und bei relativ hoher Luftfeuchte erweist sich dieses letzte Stück als recht anstrengend. Der Eifelsteig folgt der Lieser auch mit jeder Schlinge, die sie vollzieht. Hui, ich gebe zu, die Luft wird zuweilen etwas knapp. Nur Shaggy rennt beinahe ungebrochen zwischen allen Beteiligten hin und her. Im folgenden erst einmal Fotos, denn mir geht jetzt langsam die Schreibpuste aus.

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Dichter und Denker oder……

Plötzlich biegen wir um eine Ecke und sehen Volker in dieser merkwürdigen Haltung. Klar, das muss schon einen Sinn haben, denn der tut nix ohne tieferen oder weniger tiefen Sinn. Dichter und Denker kommt mir bei dem Anblick in den Sinn.

Philosopheneck
Was treibt Volker dort? – Volker als „Denker“
Aha, Okeeeeee, er philosophiert also.

Verraten hat er nicht, zu welchen philosophischen Schlüssen er gekommen ist, der liebe Volker. Gut gelaunt geht es weiter und die Laune steigt, denn wir haben das Ende der heutigen Tour bald erreicht.

Volker grinst
Volker im Grinsemodus
Wandererin und zwei Hunde
Shaggy gehorcht sehr gut, wenn er abgerufen wird, sitzt er prompt
Endspurt im Wald
Am Ende geht es noch einmal zügig weiter. Wir haben Durst auf ein leckeres Getränk
Letzte Meile auf dem Grafschaft Pfad
Letzte Meile

Wir haben es geschafft, kein Foto vom Auto, keines vom Ziel. Ich bin richtig müde, gebe ich zu. Wir können es alle kaum erwarten an der Heidsmühle anzukommen und die verdiente ausgiebige Einkehr zu zelebrieren. Ich habe meine Nikon nicht mehr in Benutzung genommen. Da unten ist das einzige Foto, das ich von der Heidsmühle gemacht habe. Schade eigentlich, aber bald bin ich wieder hier, denn  während meiner fünf Tage Eifelsteig werde ich eine Nacht hier verbringen.

Wer sind Lori und Andre?
Einkehr in der Heidmühle

Fazit zum Grafschaft Pfad

Unsere Streckenlänge weicht von den Angaben der Betreiberseite ab. Darin ist nicht die Suche nach meinem Smartphone enthalten, also endete die gelaufene Strecke von Volker und mir bei rd. 20 km, während die Hunde vermutlich die dreifache Distanz zurück legten. Es war herrlich, wir hatten eine Menge Spaß und am Ende eine sehr schöne Einkehr in der Heidsmühle.

Buchvorschlag

Zur Region gibt es einen Wanderführer von Ingrid Retterath, den ich sehr empfehlen kann. Darin finde ich eine Wanderung in Manderscheid, etwas kürzer als diese hier.

Sie hat 26 Wanderungen im südlich gelegenen Teil der Eifel erwandert und in dem handlichen Büchlein aus dem Conrad Stein Verlag niedergeschrieben. Die der Eifel sehr verbundene Autorin schrieb auch Bücher zur Nord Eifel und zu Luxemburg.

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