Zwischen Ripsdorf und Mirbach beweist der Eifelsteig welche Blütenpracht die Eifel präsentieren kann. Das Besondere hier sind die Kalkmagerrasen, deren Vorhandensein das Wachstum der Wilden Orchideen ermöglicht. Aber auch die Wacholdergebiete, der Eifelblick auf dem Kalvarienberg, die Wallfahrtskirche St. Agatha in Alendorf und nicht zuletzt die Erlöserkapelle in Mirbach beleben diese Wanderung ungemein.

Dieser Wandertag zwischen Ripsdorf und Mirbach ist gaaaanz anders verlaufen, als ursprünglich geplant. Geplant war nämlich einfach die Distanz zwischen Ripsdorf und Mirbach auf dem Eifelsteig zu erwandern. Nur eine kleine Wanderung, so der Plan. Wenn Frau jedoch eine Strecke wandern möchte, sollte sie über die Fahrzeiten der Busse Kenntnisse erlangen. Das habe ich versäumt, war mir auch egal, denn eine Einkehr in der Wanderhütte „Em Backes“ war geplant.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ nach einer Wanderung mit Zwischenziel Mirbach, ist die Einkehr „Em Backes“. Leider hat der aber nur am Wochenende und Montag auf, ich war an einem Dienstag unterwegs. Mehr konnte nicht schief gehen, denn auf den Bus hätte ich zwei Stunden warten müssen, in Mirbach und ohne Kaffee. Also habe ich vor Ort aus der Streckenwanderung kurzerhand eine Rundwanderung gezaubert.

Geht doch‘!

Zwischen Ripsdorf und Mirbach auf dem Eifelsteig
Zwischen Ripsdorf und Mirbach auf dem Eifelsteig

Eifelsteig Zwischen Ripsdorf und Mirbach

  • Start: Hauptstraße 74, 53945 Blankenheim Ripsdorf
  • Ziel: Mirbach, L 26 Haltestelle Wanderbus
  • Meine Runde Start/Ziel: Hauptstraße 74, 53945 Blankenheim Ripsdorf Nähe Restaurant Breuer
  • Was ich bisher vom Eifelsteig wanderte findet ihr Hier
  • Streckenlänge der Rundwanderung: 20,2 km
  • Höhenmeter: 285 m
  • Track meiner Rundwanderung

Der kleine Marktplatz in Ripsdorf dient normalerweise als Wanderparkplatz. Der ist heute jedoch wegen eines Marktes gesperrt, also parke ich am Straßenrand. Schnell bringt mich das Eifelsteigsymbol aus dem Ort heraus in Richtung Alendorf.

Weite Wiesenflächen auf dem Eifelsteig zwischen Ripsdorf und Mirbach
Weit schauen…

Die heutige Runde wird überwiegend durch Offenland führen, nur selten habe ich Blätterdächer über meinem Kopf. Wer also auf meiner Fährte wandern möchte, der nehme reichlich Wasser mit und ggf. einen Sonnenhut, wenn die Sonne so richtig brennt.

Reichlich Wasser täte auch dem Boden in der Eifel gut. Trotz der Regenfälle der letzten Wochen ist der Boden noch immer aufgeplatzt und wirkt ausgedörrt. Erstmals wird auch für mich als Laie ersichtlich, dass die Böden nachhaltig unterversorgt sind und noch eine Weile ordentlich Regen benötigen, bevor sie satt sind.

Sommerblumenwiese
Die BLumen des Sommers stehen schon reich in Blüte, obwohl mir hier die Vielfalt fehlt

Das fehlende Stück Eifelsteig

Zu einem anderen Zeitpunkt werde ich die Strecke zwischen Blankenheim und Ripsdorf ebenfalls noch zurücklegen. Hier verläuft der Eifelsteig nämlich auf dem Brotpfad, den ich einst schon mit Spike bewanderte und als sehr, sehr schön empfunden hatte.

Zudem führt der Eifelsteig dort durch das schöne Nonnenbachtal. Dort kann, bei günstigen Verhältnissen, der schwarz gefleckte Feuerfalter zu sehen sein. Also ein Grund das fehlende Stück nach zu wandern.

Mein Weg führt mich heute Zwischen Ripsdorf und Mirbach auf dem Eifelsteig durch das Naturschutzgebiet Griesheuel. Kiefern und Wacholder säumen die Wege, aber auch die ein oder andere Orchidee zeigt sich meinen suchenden Augen.

Wunderschöne Wiesen

Ein Traum, was sich dem Wanderer an Aussichten bietet, so weich die Wege auf denen meine Füße sich bewegen. Etwas diesig liegen die Hügel in der frühmorgendlichen Sonne.

Zwischen Ripsdorf und Mirbach
Zwischen Ripsdorf und Mirbach, der Blick zurück
Zwischen Ripsdorf und Mirbach
Traumhafte Wege

Wieder treffe ich auf eine der ganz neu ausgeschilderten Eifelspuren. Diese heißt: Toskana der Eifel“ und inter dem Namen habe ich die Region vor sieben Jahren auch kennen gelernt.

Eifelsteigsymbol und Eifelspuren
Eifelsteigsymbol und Eifelspur Toskana der Eifel

Alendorf – St. Agatha und Kalvarienberg

Der Friedhof der St. Agatha Kirche, kleine aber fein, liegt in aller Stille da, ebenso der kleine Ort Alendorf. So oft stand ich bereits an dem Kreuz am Eingang zum Friedhof und zur Kirche.

Kreuz an der Kirche St. Agatha
Kreuz an der Kirche St. Agatha
'St. Agatha Kirche Alendorf - Zwischen Ripsdorf und Mirbach
‚St. Agatha Kirche Alendorf

In Allendorf befindet sich eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete der Kalkeifel, die Alendorfer Kalktriften und das Lampertstal.. Vor Jahren begegnete ich hier einer riesigen Schafherde, die zu jenen gehört die diese Magerrasenflächen kurz halten und pflegen, damit hier die seltene Flora und Fauna weiterhin Heimat finden kann. Außerdem versetzen sie harmlose Wanderinnen in Unsicherheit.

Durch die hiesigen Naturschutzgebiete bin ich Sommer wie Winter bereits unterwegs gewesen. Die wenigen Höhenmeter und im Regelfall recht gut ausgebauten Wanderwege lassen sich auch bei Schnee sehr gut begehen. Zudem sorgt der immergrüne Wacholder und der Kiefernbestand natürlich für belebende Farbe, inmitten der weißen Landschaft.

Nahezu jede Wanderung führt mich hier von der Kirche St. Agatha hinauf auf den Kalvarienberg. Der mäßig anstrengende Anstieg führt ebenfalls an grünen unglaublich schönen Wacholder vorbei.

Blick auf Alendorf - Zwischen Ripsdorf und Mirbach
Blick auf Alendorf. Am Ortseintritt befindet sich ein kleines Café Stübchen
Hinauf zum Kalvarienberg zwischen Ripsdorf und Mirbach
Hinauf zum Kalvarienberg

Heimat vieler Orchideen Zwischen Ripsdorf und Mirbach

Im Sommer lassen sich hier in der Region und auch auf dem Kalvarienberg einige wilde Orchideen entdecken. Auf dem Gipfel des Kalvarienberg befindet sich der Eifelblick. Hier oben fand ich vor Jahren einen ganzen Schwarm Maikäfer vor, ein Erlebnis dass ich bis dahin noch nie hatte. Die heute relativ seltenen Tiere ließen sich zudem in aller Ruhe von mir fotografieren. Auch Enziane und Küchenschellen wachsen auf dem Kalvarienberg, kein Wunder dass dieser unter Naturschutz steht.

Heute vermisse ich jedoch den bei meinen letzten Besuchen stets anwesenden Rotmilan. Seine Rufe haben mich bisher immer auf ihn aufmerksam gemacht. Diese Stille am heutigen Tage ist ungewöhnlich.

Nach gründlichem Schauen und fotografieren setze ich meinen Weg fort. Es geht hinab vom Berg an einem Weidezaun vorbei. Eine Weile höre ich noch die Stimmen derer, die sich oben auf dem Kalvarienberg unterhalten, doch dann herrscht wieder diese Stille. Es ist die Stille, die nur von Naturgeräuschen unterbrochen wird, oder doch eher bereichert.

Das Lampertstal und Mirbachtal

Mit dem rechts abknickenden Waldweg verlässt der Eifelsteig Nordrhein-Westfalen und betritt Rheinland-Pfalz. Das Lampertstal unterscheidet sich sehr stark von der bisherigen Vegetation. Mischwald und Blumenwiesen beherrschen die Landschaft. Hin und wieder genieße ich nun die schattigen Waldwege die ein wenig Pause von der wärmenden Sonne garantieren.

Mirbach

Ich erreiche Mirbach in der Hoffnung auf einen leckeren Kaffee und Flammkuchen in der Wanderhütte Em Backes. Wie oben bereits geschrieben hat die aber unter der Woche nicht geöffnet.


Hätte ich die regelmäßig montierten Schilder der Wanderhütte nicht nur fotografiert, sondern auch gelesen, hätte ich diese Realität früher wahrgenommen. Trotzdem kööööönte es ja sein, dass die aufhaben, ein Blick auf die Tafel vor der Tür nimmt mir aber auch diesen letzten Hoffnungsschimmer.

Wanderhütte Em Backes
Wanderhütte Em Backes – Dienstag bis Donnerstag geschlossen

Etwas frustriert wende ich mich dann der Erlöserkapelle zu, die erhaben und wunderschön auf ihrem Hügel thront. Wie immer wenn mich etwas begeistert, gibt es reichlich Fotos, so auch von dieser Kapelle. Sie reizt mich auch stets und immer wieder aufs neue, wenn ich hier wandern gehe.

Erlöserkapelle Mirbach
Erlöserkapelle Mirbach

Aber auch der Ort ist mit netten Ansichten gespickt, die nehme ich natürlich auch wahr.

An der Kirche führen Stufen zum offiziellen Ende der Etappe des Eifelsteig zwischen Blankenheim – Mirbach. Hier gibt es einiges an Information aber leider nichts zu den Abfahrtszeiten und der Haltestelle des Wanderbusses.

Station mit reichlich Informationen
Eine Rast ist hier überdacht möglich
Erlöserkapelle Mirbach
Erlöserkapelle Mirbach

Die Haltestelle des Wanderbus es finde ich nach einigem suchen und muss feststellen, dass der gerade vor 15 Minuten seine Fahrt nach Ripsdorf angetreten hat. Das bedeutet für mich, dass ich zwei Stunden warten müsste, um auf vier Rädern zurück nach Ripsdorf zu gelangen. Das ist mir deutlich zu lang.

Eigentlich fühle ich mich schon ein wenig abgekämpft, trotzdem beschließe ich mir Wege zurück nach Ripsdorf zu suchen die nicht über den Eifelsteig führen. So entsteht eine Runde die dann auch zum nach wandern Sinn macht.

Nach einer Rast geht es zurück nach Ripsdorf

Der mitgebrachte Apfel wird konsumiert, ein wenig von dem Wasser getrunken und nach 10 Minuten mache ich mich wieder auf den Weg. Ziemlich bald lande ich schon wieder an Wiesen in denen das Brandknabenkraut wächst, nein geradezu wuchert. Herrlich diese Pracht.

Die Wege mögen ein wenig einfaltslos geradeaus führen, aber der Blick auf die weiten Felder und Wiesen gefällt mir ausnehmend gut. Außerdem schweben über der herrlichen Landschaft die fluffigen, weißen Wolken.

Schöne Wolken am Himmel
Schöne Wolken am Himmel

Das Brandknabenkraut sieht noch so gesund und frisch aus. Vielleicht sollte ich noch einmal her kommen und genauer schauen, was sich hier noch alles entdecken lässt.

Auf den Wiesen hier bietet es sich an mit einer Picknickdecke ausgestattet ausgiebige Pausen einzulegen. Den Vogelstimmen lauschen, den ziehenden Wolken nach schauen und die Greifvögel am Himmel identifizieren beschäftigt schnell mal ein paar Stunden. Dann ein Schläfchen…..

Und schon wieder andere Orchideen

Ich erinnere mich an die Wiesen, als sie voll mit Schlüsselblumen standen und mir damit anzeigten „Hier könnte es auch Orchideen geben“ In der Ferne schaut eine mit Nadelwald bedeckte Halbinsel in die Landschaft. Zu meinen Füßen ragt ein Helm-Knabenkraut empor

Zwischen Ripsdorf und Mirbach
Landschaftsinsel
Ein Helm Knabenkraut
Ein Helm Knabenkraut

Noch einmal überrede ich meine Beine einen kleinen Anstieg zu bewältigen. Der Ausblick in die wunderschöne Eifellandschaft bis zum Aremberg und die Nürburg lohnt diesen Abstecher.

Weite, sehr unterschiedliche grüne Landwirtschalftliche Flächen
Weit schauen, das ist und bleibt das Schöne in dieser Region
Panoramablick
Panoramablick

Endlich ankommen in Ripsdorf und der Heidelbeerpfannkuchen

Bald habe ich die mehr als 20 km Wanderung geschafft. Den kleinen Ort Ripsdorf habe ich ständig im Blick. Das Wissen dass nahe der Kirche mein Auto steht, treibt mich an. Mir ist jetzt ernsthaft nach einen kühlen Getränk, einem Kaffee und etwas Essbarem.

Im Restaurant Breuer lasse ich mich erleichtert nieder. Hinter mir eine Schar älterer Herren, die eine mehrtägige Radreise erleben. Mit E-Bikes ausgestattet rauschen sie durch die schöne Eifellandschaft und sind sicher froh mit mindestens 70 Lebensjahren noch solche Strecken bewältigen zu können. Finde ich richtig schön.

Heidelbeerpfannkuchen mit Eis
Heidelbeerpfannkuchen mit Eis

Zwischen Ripsdorf und Mirbach – Fazit

Nicht nur der Eifelsteig zwischen Ripsdorf und Mirbach ist ein wunderschöner Wegabschnitt, auch der Rest verdient ein Lob. Dafür, dass ich mir die Strecke während des Wanderns selber kreiert habe, ist sie wirklich ausnehmend schön gestaltet. Wer gerne offen wandert und ein Auge auch für die kleinen Blümchen hat, wird von dieser Tour begeistert sein.

5 Kommentare

  1. Das ist eine schöne Wanderung, bin ich auch schon gelaufen. Und die Blumen blühen dieses Jahr überall ganz besonders üppig. In der Eifel muss man sich wirklich vorher mit Busabfahrtszeiten und Öffnungszeiten auseinandersetzen. Mittlerweile fahre ich meist mit dem Bus zum Zielort und kann dann später, ohne irgendwelche Zeit einhalten zu müssen, zurücklaufen.
    LG aus der Eifel
    Ingrid

    1. Ja ich bin wirklich ein wenig dusselig, was ÖPNV angeht. Mitdenken ist in der Eifel absolute Pflicht ;-)

  2. Hi hi, liebe Elke,
    da bist du ja unwissend fast die Wanderung aus meinem Wanderbuch gelaufen – in umgekehrter Richtung. Und hast genauso wie wir am Ende den leckersten Blaubeerpfannkuchen der Welt verspeist.
    Ich war seit Donnerstag für 4 Tage auch wieder auf dem Eifelsteig unterwegs und bin bis Blankenheim gekommen. So schön!!

    1. Hi hi, das ist witzig gelle? Ja der Blaubeerpfannkuchen war schon riesig.

      Für mich geht es am 12.7. wieder auf den Eifelsteig, Etappen 11,12 und 13. Hoffe es wird nicht so heiß. Ganz liebe Grüße
      Elke

  3. Dieser Reisebericht vermittelt einen lebhaften Eindruck von der Wanderung und macht große Lust, die durchwanderte, beschriebene und fotografisch portraitierte Wanderung kennenzulernen. Insbsondere hat mich das innige Verhältnis zu dem vermissten Rotmilan bewegt.
    Unterschreiben Sie bitte die Petition „Retten Sie den Rotmilan und andere von der Aurottung bedrohte Arten!“
    (http://chng.it/N9XMrks9) und helfen Sie mir bitte diese Petition zu verbreiten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. René Sternke

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