Zwischen Schloss Gimborn- Burgruinen Eibach und Neuenberg, sowie der Zwergenhöhle, gibt es reichlich Natur zum entdecken. Neben Weitsichten, schattigen Waldwegen und gemütlichen Weidetieren, finden sich bodenwärts zwischen buntem Laub und Geäst, verschiedene Pilzarten. Tadaaaaa, der Herbst ist da…..
Es ist so unendlich lange her, dass ich hier in der Ecke unterwegs war. Damals war ich schlank, fit und egal bei welchem Wetter, immer unterwegs. So könnte beinahe jeder Blogbeitrag beginnen, den ich derzeit schreibe. Gestern, als ich diesen Beitrag zu schreiben begann, war ich wehleidig, aber auch zornig über meinen schmerzenden Rücken. „Was fällt dem ein, mir andauernd in den Rücken zu fallen….“ Heute überlebe ich ohne Schmerzmittel und hurra, die Stimmung ist wieder besser. So, nun laufe ich mal in der Erinnerung den Weg noch einmal. Kommt ihr mit?
Schloss Gimborn- Burgruinen Eibach und Neuenberg
- Start: Naturparkstraße 1, 51709 Marienheide-Gimborn
- Streckenlänge: lt. Garmin 9,2 km und 224 Höhenmeter
- GPS Track
- Einkehr am Schlosshotel Gimborn
- Wanderung auch für den Winter (14,6 km)
- Sommertour mit vielen offenen Wegen (14km)
Meinen treuen Hyundai stellen wir auf dem geräumigen Parkplatz, nahe dem Schloss Gimborn, ab. Die Sonne beleuchtet, noch relativ tief stehend, die ländliche Umgebung. Und Schwupps, schon meldet sich das Herz und öffnet sich für all die kommenden Eindrücke.

Runter vom Parkplatz, die ersten schönen Ansichten sammeln.


Am Schlosshotel Gimborn vorbei biegen wir, nach kurzem Weg auf der Straße, hinter dem Schloss Gimborn auf einen schmalen Wiesenpfad.
Schloss Gimborn in der Morgensonne
Gimborn wurde 1273 von dem Grafen von Berg an den Grafen von der Mark verpfändet. Es ist also seeeeehr alt. Wann es erbaut wurde? Keine Ahnung, es scheint aber so, dass bereits 1180 Abgaben an die Lehnsherrin, eine Kirche erfolgten. Das Internationale Bildungszentrum der Polizei hat seit 1970 dort seinen Sitz.

Um des Schlosses Kehrseite zu betrachten, biegen wir nach einem kleinen Stück Straße, auf einen Wiesenpfad ab. Dort finde ich erst einmal eine Informationstafel zum Trinkwasserwald. Ein gemeinnütziger Verein hat sich gegründet. Folgenden Text fand ich auf der Webseite des Vereins.
Laubbäume pflanzen, um monostrukturierte Nadelwälder in klimaresiliente Laubmischwälder umzubauen, fördert den Grundwassereintrag und schützt damit unser Trinkwasser. Machen Sie mit beim naturnahen Waldumbau! Engagieren Sie sich gemeinsam mit Trinkwasserwald e.V. für klimaresilienten Laubmischwald — für eine zukunftsfähige Gesellschaft.


Noch ist der Straßenlärm deutlich vernehmbar, aber da die Jahreszeit noch einiges Buntes bietet, verschwindet der Lärm hinter der Begeisterung.
Wald und Feld
Wir folgen ein Stück der Straße, an alten Gebäuden vorbei und biegen dann auf einen Wiesenweg ab, der uns schnell in den Wald führt. In kleinen Abständen wechselt das Landschaftsbild, vorbei an frisch angelegten Plantagen mit Baumsprößlingen. Auf den Höhen sind die typisch grauen, Streichholz förmigen Baumriesen erkennbar. Im Wald sind mächtige Bäume samt Wurzelwerk aus dem Boden gerissen. Riesige Löcher, wie Krater, sind entstanden. Ich gehe mal davon aus, dass die Trockenheit dafür gesorgt hat, dass diese riesigen Bewohner unserer Wälder ihren Halt verloren haben. Im folgenden zeige ich euch Bilder, passend zu dem was ich hier beschrieben habe.

Hof, Torhaus und Ruine Eibach
Wir erreichen den Weiler Eibach und steuern den Hof und das gut erhaltene Torhaus an. Wie in einer anderen Welt, so fühlt es sich an. Ein Schrank am Hof bietet gegen Barzahlung Eier & Co an. Leider habe ich es nicht passend und muss deshalb verzichten. Als wir am Hof vorbei sind, blicke ich zurück und höre eine muntere Schar Singvögel, die sich in den Büschen und Blumenrabatten ganz offensichtlich Wurm und Saaten holen. Ein Paradies für die Natur.
Auf einem Holztäfelchen steht geschrieben „Freude dem der kommt, Frieden dem der verweilt, Segen dem der weiterzieht.“
Sehenswert ist also nicht nur die Ruine der Wasserburg, die vollkommen in grünem Kleid gehüllt im Teich vor sich hin pennt. Wenn man so alt ist (1352), dann ist es schwer noch adrett auszusehen. Immerhin war die Burg eins mehrgeschossig und wurde zusammen mit den Ecktürmen im Jahr 1782 zerstört. Niemand hat sich die Mühe gemacht dem Gemäuer wieder ein ordentliches Aussehen zu verpassen und wenn ich die Bilder sehe, dann denke ich das Grünzeug hält die Mauern zusammen.


Nur ein kurzes Stück die Orts Straße entlang und wir biegen erneut links ab auf Wiesen Wege. Entlang von Teichen und dem Scheelbach wandern wir auf watteweichen Pfaden, bis wir den Scheelbach überqueren und hinauf wandern Richtung Zwergenhöhle und Ruine Neuenberg.
Die Zwergenhöhle und Burgruine Neuenberg
Der anstrengende Teil des heutigen Weges steht unmittelbar bevor. Ich sag´s euch, demnächst nur noch mit Sauerstoffzelt für die alte Dame. Vorher genießen wir aber erst einmal die weiten Wiesen, die Kühe mit ihren Kälbern, die sicher bald abgesetzt werden.
Und dann, im Wald angekommen, müssen wir den Berch hoch. Japs und Pause an der Zwergenhöhle. Ein paar Fotos fürs Frauchen und dann stiefeln wir zur Ruine Neuenberg hinauf. Hier rasten wir dann eine Weile, trinken ein Schlückchen vom mitgeschleppten Wasser.
Nach kurzer Rast wandern wir weiter und landen unter freiem Himmel an einer Bank. Die hat gewunken, ich schwöre. Mit Blick in die weite grüne Landschaft, war es wie ein Zwang, hier noch ein Weilchen zu rasten.

Einfach NUR schön
Was nun folgt ist kaum zu beschreiben. Wechselvoll präsentiert sich der jetzt kommende Wegabschnitt. Vom Wald auf Wiesenpfade, hoch mit Ginster gesäumte Wege. Die letzten blühenden Heidebüsche locken die Fotografin. Ein Bulle, der seinen Damen hinterher jammert, laut und weithin vernehmbar. Jana im Hundeglück, weil sie Wiesenwege so sehr liebt. Schaut euch diese Wonne an.
Und dann lande ich an einem weiteren Hof, leider noch immer kein passendes Kleingeld für die Köstlichkeiten. Aber mit einer Dame des Hofes komme ich dann ins Gespräch. Wir unterhalten uns über die Vor- und Nachteile des Lebens mitten im Grün, vor allem im Alter. Herrlich locker, herrlich herzlich, positiv im gesamten Gesprächsverlauf. Ich liebe solche Menschen.


Nur schwer löse ich mich aus dem Gespräch und von diesem herrlichen Hof. Wir wandern weiter, es ist nur noch ein kleines Stück Weg und der bietet noch eine willkommene und unverhoffte Abwechslung.
Ein alter Steinbruch
Ein Hohlweg macht mich neugierig. Eigentlich sind die Beine müde, aber solch ein Weg muss ja seine Bewandtnis haben, also gucken gehen.

Der Steinbruch, dem ich da entgegen schlendere, ist heute ein sicherer Ort für einiges an Getier und sicher auch Pflanzen. Ein stiller und friedlicher Ort, so kommt es mir vor.
Da war „Schloss Gimborn- Burgruinen Eibach und Neuenberg“
Nur noch wenige hundert Meter und wir erreichen wieder den Parkplatz. Aus dem Schlosshotel strömen geradezu Mittagsgäste. Kurz überlege ich, verwerfe aber den spontan aufsteigenden Gedanken an essen. Sprit ist teuer, Mahlzeit wartet im Kühlschrank, also noch ein wenig Geduld und dann gibt´s Futter von Muttern.




Tja, das war es für heute. Erlebnisreiche Stunden liegen hinter uns. Es war für heute die richtige Wahl. Ich bezweifle, dass ich noch einmal hierher komme, es gibt noch so viel auf meiner Wunschliste. Also packen wir es an….
An euch gehen Grüße raus, von Elke und Jana
Hallo Elke, sehr schöne Bilder aus mir bekannter Gegend, da ich aus Marienheide stamme! Allerdings muss ich gestehen, dass mir dieser Hohlweg und der Steinbruch noch unbekannt ist, da sollte ich wirklich mal wieder eine Runde dort gehen! Viele Grüße und noch viele schöne Wege mit Jana wünscht Dir Helga!
Hallo liebe Helga,
tja der Hohlweg ist mir ja auch das allererste Mal so aufgefallen. Bin total froh, dass ich den hinein spaziert bin.
Ich wünsche Dir viel Spaß beim Steinbruch-Abenteuer und auch noch ganz viele schöne Runden.
Liebe Grüße
Elke