Wenn ich morgens aufstehe überfällt mich manchmal spontan der Gedanke „Heute könnten wir mal weiter weg fahren“. Gesagt, getan, am heutigen Dienstag Krieg ich den Rappel meine längst geplante Runde „Baldeneysee_ Burgruine Isenburg“ zu verwirklichen.
Steifer Nacken, dickes Knie….kein Grund zu Hause zu vergammeln. Das nervt nämlich auf Dauer. Morgen werde ich wissen, ob die Idee so gut war. Update: War sogar sehr gut!
Baldeneysee_ Burgruine Isenburg
- Start: 45259 Essen, Laufermannfähre – Wanderparkplatz
- Streckenlänge: 6,2 km, 150 Höhenmeter
- GPS Track
- Einkehr auf der Strecke: Steakhaus Chicago und nahe am Weg: Jagdhaus Schellenberg
- Auf der gegenüber liegenden Seite geht sowohl Einkehr, als auch flanieren (Blogbeitrag)
- Eine herrliche Runde mit überraschenden Eindrücken, auch hier die Ruine z.B.
Heute wandern wir, wie es bei mir überwiegend der Fall ist, eine kleine Runde. Das Wetter ist fantastisch, die Luft frisch und am frühen Morgen noch kühl. Wenige Menschen bevorzugen das frühe Aufstehen. Hat eindeutig Vorteile so ein früher Vogel zu sein.


Getümmel auf dem Wasser
Es tummelt sich so einiges Gefiedertes und sportlich aktives auf dem Wasser. Es ist so friedlich hier. Wenn ich nicht so Hummeln im Hintern hätte, würde ich erst einmal auf eine der Bänke sitzen und träumen.
Und dann heißt es die Waden fordern
Denn von nun an geht´s bergauf. Die Pfade sind von Beginn an schmal. Besonders freuen mich die prallen Brombeeren an den zahlreichen Sträuchern

Hier oben sitzen und speisen oder sogar Urlaub machen, das muss schon reizvoll sein. Die Preise sprengen aber mein Budget, also verwerfe ich solche Gedanken gleich wieder.
Die Isenburg
Die Isenburg – Erinnerungen
Gemeint ist nicht die Isenburg im Westerwald, die ich auch bereits besuchte. Mal ein gedanklicher Abstecher in die Vergangenheit im Jahr 2015. Damals waren 22 km Wegstrecke noch zu schaffen. Mein Wegbegleiter Spike zeigte zu dieser Zeit aber schon altersbedingte Schwächen. Er ist mit mir Strecken gelaufen, die mit Jana niemals denkbar waren und sind. Manchmal, inzwischen immer seltener, erwischen mich Erinnerungen an Spike, an meine damaligen Erlebnisse und Sehnsucht noch einmal so jung zu sein.
Zurück in die Gegenwart
Wir befinden uns jetzt im Ruhrgebiet und erreichen die Außenmauern der Burgruine Isenburg. Ziemlich viel Grünzeug rankt sich um das Gemäuer, teilweise findet man Malereien auf dem Gestein.


Vor 750 Jahren war sie eine der größten und bedeutendsten Befestigungen der Region, von ihr aus wurde der Essener Raum beherrscht. Nach der Zerstörung der Hattinger Isenburg und der Hinrichtung des Grafen Friedrich wegen eines Überfalls, bei dem der Erzbischof Engelbert von Köln ums Leben kam, errichtete um 1240 sein Sohn Dietrich von Isenberg die Essener Anlage, um das umfangreiche Erbe seines Vaters im Bereich der wohlhabenden Abteien Essen und Werden zurückzufordern. Seine Hoffnungen wurden zerschlagen, als bereits 1244 der Kölner Erzbischof die Isenburg eroberte.
Nach nur etwa einem halben Jahrhundert wurde die Burg 1288 vom Grafen von der Mark eingenommen, zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Ruine verfiel im Laufe der Jahre und wurde vom Wald überwuchert. Erst vor etwa 70 Jahren wurden größere Teile ausgegraben und zugänglich gemacht. (Stadt Essen)
Ich kann nicht anders, als jede erdenkliche Perspektive von dem schönen Ort hier zu zeigen. Die Sonne steht inzwischen höher, es ist warm genug um auch mal länger stehen zu bleiben, zu genießen. Welch ein Sommer (es ist Ende Juli, als wir hier unterwegs sind)
Runter zum Baldeneysee_ Burgruine Isenburg adee
Auf schattigen Wegen schlendern wir nun bergab zur Ruhr. Dort genießen wir die wärmende Sonne des späten Vormittages, jedoch nicht die rasenden Radfahrer. Schade, viele sind in ihrem Verhalten rücksichtslos.



Unsere kurze Runde ist zu Ende und sie war herrlich. In diesem Sommer genieße ich endlich mal wieder das Unterwegssein. Meine Taktik am frühen Morgen loszuziehen, sodass wir mittags wieder im Auto sitzen und am frühen Nachmittag daheim zu sein, hat sich bewährt. Von dem Zeitpunkt ab sitzen wir dann allerdings in abgedunkelter Wohnung. Der Sommer hat es in sich, ohne Zweifel.
Nun will ich schließen, es liegen noch einige offenen Blogbeiträge in der Pipeline
Es grüßen euch
Elke und Jana
