Wer im Frühjahr rund um den Hochsimmer wandert, wird sich immer wieder an den blühenden Rapsfeldern erfreuen können. Der kräftig grüne Ginster beginnt seine gelben Blüten  zu öffnen und so entstehen, vor allem im Mai, Flächen mit herrlich bunten Rastern. Der Aufstieg auf den Hochsimmer mit seinem Turm, ermöglicht bei klarer Sicht herrliche Ausblicke auf die Vulkaneifel.

Rund um den Hochsimmer

Der Wetterbericht verkündet Ungemach in Form von Gewittern und Starkregen. Bekommen haben wir einen Tag, gänzlich ohne Regen und mit großen Zeitfenstern Sonneneinstrahlung. Der erste Urlaubstag in meiner geliebten Eifel hätte besser nicht sein können.

Jedes Jahr erwartet Volker die Frage: „Hast Du eine neue Wanderstrecke für mich?“ Der Gastgeber der Ferienwohnung am Raßberg strickt immer wieder neue wanderbare Routen im Raum Mayen. Damit ergänzt er das ohnehin schon umfangreiche Wanderwegeangebot immer wieder mit Eigenkreationen, die dann besonders schöne Wegeführungen enthalten und vor allem recht abgelegen verlaufen.

Informationen – Rund um den Hochsimmer

  • Start/ Ziel: Wanderparkplatz Bellerstraße in Ettringen
  • Streckenlänge: 10,2 km
  • Höhenmeter: 221 m
  • GPS Track zur Tour
  • Wandermöglichkeiten Traumpfade und Traumpfädchen in der Eifel, Mosel und Rhein
  • Informationen zu Urlauben in der Region Vordereifel
  • Große Teile unserer Runde verlaufen auf dem Osteifelweg zwischen Bonn und Moselkern
Rund um den Hochsimmer
Wir starten am Wanderparkplatz Beller Straße unsere Tour  – Rund um den Hochsimmer

Wir starten also am Wanderparkplatz in Ettringen, befreien die Hunde aus der Box des großen Autos und zockeln langsam los. Shaggy, der junge Australian Shepherd Rüde, zappelt wie ein Fisch an der Angel. Sein ungeheures Temperament und seine Lebensfreude stecken geradezu an. Ginge es nach ihm, er wäre schon lange ohne Leine und im rasenden Tempo unterwegs. Doch Volker erlaubt ihm das erst, wenn freie Sicht ist und der Jungspunt sich eine Weile einigermaßen ziemlich verhält.

Hochsimmer Runde
Blick auf den Hochsimmer

Raps wohin das Auge schaut – Rund um den Hochsimmer

Ich kann mich nicht satt sehen, an der von blühenden Rapsfeldern geschmückten Landschaft. Volker weist auf den Buckel vor uns und verspricht: „Da müssen wir nachher rauf“ Nun gut, davor liegen aber noch ein paar Kilometer gemütlichen und wenig anstrengenden Schlenderns. Nur die Hunde rennen, einmal von der Leine gelassen, ungefähr die dreifache Strecke.

Shaggy der Australian shepherd
Shaggy im Rennsemmelmodus

Vorstellungsrunde  – Vertrauensbildende Maßnahmen

Neben Shaggy ist auch Foxy mit uns unterwegs. Die kleine Hündin hatte ein sehr bewegtes Leben und hat jetzt bei Alex und Volker ihren Dauerwohnsitz bezogen. Sie hatte bei einer befreundeten Züchterin noch einen Wurf Welpen groß gezogen. Die süße Maus ist ausgesprochen scheu und nur schwer zu überreden sich fremden Menschen zu nähern. Da sie jedoch, wie viele andere Hunde, sowohl bestechlich als auch eifersüchtig ist, gibt es Methoden ihr wenigstens ein bisschen näher zu kommen.

Alex gibt mir eine Tüte mit bevorzugten Leckerchen, damit ich Foxy zwischendurch ein paar in ihr immer hungriges Schnäuzchen stopfen kann. Anfangs nimmt sie diese sehr zögerlich, stets bewacht vom ebenso hungrigen Shaggy. Der hat aber so gar keine Berührungsängste, nimmt aber die winzigen Leckereien ebenso sanft in die Schnauze, wie seine kleine Gefährtin.

Volker mit Foxy und Shaggy - Rund um den Hochsimmer
Volker mit Foxy und Shaggy

Der etwas andere Wanderbericht

Dieser Beitrag unterscheidet sich etwas von meinen gewöhnlichen Schwärmereien für die Natur. Mein Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf den beiden Vierbeinern. Es ist zu schön die Beiden zu beobachten, aber auch den Umgang der beiden Menschen mit ihnen. So lange Spike an meiner Seite war verspürte ich das Bedürfnis nicht, mich eingehender mit anderen Hunden zu befassen.

Im Folgenden seht ihr wie wunderbar locker und selbstverständlich Shaggy und Volker miteinander umgehen. Shaggy der kleine Teufel,genießt Freilauf wie beinahe jeder Hund und rennt wie ein Irrer voraus. Manchmal entfernt er sich zu weit weg und dann gibt es ein „STOPP“, nicht laut und manchmal nur mit der Hundepfeife. Shaggy reagiert sofort und schaut, was Herrchen will. Eine Handbewegung und Shaggy sitzt.

Shaggys Gehorsamstraining
Was willste Herrchen?

Eine weitere Handbewegung und der ungestüme Vierbeiner legt sich ab. Das alles mit einer bewundernswerten Ruhe. Shaggy kennt das Prozedere und Herrchen lässt sich auch Zeit mit der Annäherung.

Spaziergänger auf Waldweg
Er liegt und wartet geduldig ab

Zur Belohnung gibt es ein Leckerchen, noch immer liegt Shaggy, unbeeindruckt von mir und der mitlaufenden Foxy wartet er vollkommen vertrauend und ruhig ab.

Der Australian Shepherd bekommt seine Belohnung
Ein tolles Team
Australian Shepherd
Ein klasse Hund, der Shaggy

Zurück zur Natur und unserem Weg

Rund um den Hochsimmer

An den Wegrändern wachsen momentan ganze Teppiche an Vergissmeinnicht.

Vergissmeinnicht - Rund um den Hochsimmer
Blümeleins die mich Erinnern
Der gute alte Spike
Der gute alte Spike

Und just fällt mir natürlich mein Herzenshund Spike ein, der nun schon seit drei Monaten hier in der Eifel seinen ewigen Schlaf hält. Das Foto entstand im Oktober 2018 während unseres Urlaubes hier. Müde schaut er aus.

Ich vermisse ihn und sein herrlich duftendes Fell, seine weichen Ohren, seinen vertrauten Blick. Und ja, schon wieder vom Weg abgekommen. Jetzt aber wandern…..

Familienwandern
An schlecht einsehbaren Stellen kommt Shaggy an die Leine
Herrliche Wege
Herrliche Wege

Grube Silbersand

Eines der wichtigsten Eisenerzvorkommen in der Eifel befand sich in der Grube Silbersand in der Nähe des Schloss Bürresheim .Es wird vermutet, dass schon zur Römerzeit nach  Blei, Eisenerz und Kupfer   gegraben wurde. Nachgewiesen ist der Zeitraum 1401 bis 1677. Noch heute sollen dort Gebäudereste stehen, was mich natürlich gleich wieder auf Ideen bringt.

Grube Silbersand -
Grube Silbersand
Herrlicher Waldweg
Darf ich wieder rennen?

Die Eifel ist wunderbar wanderbar

Immer wieder kommen wir zu der Feststellung, dass die Eifel beinahe alles bietet, was unsere Wanderherzen begehren. Und diese Aussage machen die „Eifler seit Geburt“ neben mir ebenfalls. Immer wieder Staunen über die Schönheiten der Natur und an einem alten Veteranen, mit bereits haufenweise morschen Ästen, bleiben wir stehen und bewundern das Geschöpf der Natur.

Alte Buche
Eine steinalte Buche

Freie Sicht – Freilauf und Spiel auf der Runde um den Hochsimmer

Auf den Freiflächen unterhalb des „Kleinen Simmer“ darf Shaggy wieder rennen. Kleine Zwischensequenzen sind immer die individuellen Spiele zwischen Shaggy und Volker. Körperhaltung reizt Shaggy zu entsprechenden Reaktionen und die Pusteblume dient als Mittel zu einem intensiven Austausch zwischen Mensch und Tier. Eine kleine Bildfolge kann das verdeutlichen.

Rennmodus – Rund um den Hochsimmer

Pusteblume

Eine so vertraute und idyllische Atmosphäre sieht man nicht oft zwischen Hund und Halter. VOlker pustet Shaggy die Samen des Löwenzahn ins Gesicht und der verzieht natürlich die Schnüss, bleibt aber wie gebannt vor Volker sitzen.

Hund, Herrchen und die Pusteblume
Was machst Du da?
Hund, Herrchen und die Pusteblume
Ey, das kitzelt in der Nase
Hund, Herrchen und die Pusteblume
Mach nochmal bitte
Hund, Herrchen und die Pusteblume
Och menno
Shaggy der Aussi
Spielst Du noch ein wenig mit mir?

Auf nach St. Johann

Eingebettet in die umgebenden Raps- und Getreidefelder liegt St. Johann. Die Kirche ragt über die Häuser hinweg, ein typisches Bild, das Orte dieser Art zeichnen. Ehrlich gesagt, beim recherchieren nach der Zugehörigkeit dieser Ortsgemeinde kommt mir erstmals der Begriff „Verbandsgemeinde Vordereifel“ unter die Augen, bzw. rückt in meine Aufmerksamkeit. Sie gehört damit zum  Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz, das wiederum ist mir bekannt.

BLick auf St. Johann-Mayen
Blick auf St. Johann
Alex on the way
Alex und Foxy

Hinauf zum Hochsimmer – schwitz

Bald erreichen wir das Waldgebiet, das den Hochsimmer umgibt. Es heißt nur die Lunge vollsaugen und den Aufstieg anzugehen. Alex marschiert konsequent ohne Pause bergan, unfassbar, während mir andauernd die Puste ausgeht. Habe ich denn nicht genug auf dem Eifelsteig trainiert?

Alex marschiert bergan
Aufwärts mit Konsequenz

Die Vierbeiner sind sich nicht sicher ob sie der Anführerin folgen sollen, oder den Zurückgebliebenen Schutz gewähren sollen. Am Ende entscheiden sie sich für die Führungsposition.

Hinauf auf den ´Hochsimmer - Rund um den Hochsimmer
Der Sieg gehört Alex, Volkers Haltung spricht Bände, finde ich! Ha ha, ok ich bin ganz hinten

Der Hochsimmerturm – Runde um den Hochsimmer

Der aus Balsaltgestein in den Jahren 1909-1911 gebaute Hochsimmerturm ist 18 Meter hoch. Von dort oben haben wir einen tollen Blick auf Mayen und das Maifeld (Traumpfädchen Paradiesweg Polch). Angeblich soll man bei guter Sicht sogar den Kölner Dom ausmachen können. Leider habe ich es verpennt eine anständige Aufnahme von dem Turm zu machen.

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Traumhafte Waldwege führen uns wieder hinab. Die Sonne nimmt jetzt mehr und mehr Raum ein und beleuchtet unsere Wege auf zauberhafte Art und Weise. Kein Meter wird zurück gelegt, ohne das ein Seufzen der Glückseligkeit aus irgend einem Munde ertönt.

Orchideen und Hochsimmerhütte

Ein wenig unterhalb des Hochsimmergipfels steht die Hochsimmerhütte. Bald werden wir das Ende unserer heutigen Tour „Rund um den Hochsimmer“ erreicht haben, natürlich kein Wunder bei nur 10,3km Streckenlänge.

Auch hier spielen wir ein wenig mit den Hundis herum, bzw. Alex und Volker tun das. Shaggy erobert derweil die Anhöhe und genießt sein Prinzendasein.

Alex und Foxy - Rund um den Hochsimmer
Foxy der Schoßhund von Alex ;-)
Shaggy der Aussi - Rund um den Hochsimmer
Prinz Charming

Nicht mehr sehr weit

Wir erreichen erneut die mit Rapsfeldern durchzogene Ebene. Mit einer kleinen Zusatzschleife durch ein Zeckensammelgebiet (hohe Gräser) erreichen wir irgendwann den Parkplatz wieder.

Wolken tief - Rund um den Hochsimmer
Sie bleiben geschlossen

Die Wolken fliegen tief und drohen ständig sich zu öffnen und die versprochenen Gewitterregen über uns auszukippen. Ist es Mitleid oder einfach nur ein Gnadenakt für meinen ersten Urlaubstags? Der Himmel hält dicht und öffnet seine Schleusen andernorts. Ein wenig bildhaft geht es also weiter.

 

 

Auf dem Rückweg beschließen wir noch gemeinsam essen zu gehen. Am Ende der Diskussion landen wir, wie so oft, beim Mongolen in Mayen. Hunde versorgen, duschen, kurze Zeit die Füße hochlegen und dann geht es dort hin zum Abend essen. Mit vollem Bauch landen wir alle auf der Couch, ich in der Ferienwohnung, Alex und Volker natürlich im eigenen Heim über mir.

Es war ein herrlich runder Tag, der mir im Gedächtnis bleiben wird.

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