Recherchereise: Heute, am 1. Mai starte ich in Monschau auf die dritte Etappe des Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr. Herrje bin ich zappelig und nervös. Die kommenden fünf Tage werden anstrengend, lange Etappen sind zu bewältigen. Schon wieder steht Schnee auf dem Wetterfahrplan und wo in Monschau kann ich über die fünf Tage mein Fahrzeug stehen lassen? Fragen über Fragen.

Wissenswert – Eifelsteig von Monschau nach Einruhr

  • Start: Monschau, Parkplatz Burgau
  • Ziel: Einruhr, an der B266, Rurstraße und Heilsteinstraße
  • Streckenlänge: 25 km
  • Höhenmeter: ⇑ 851, ⇓ 969 m
  • Track zur Etappe 3:
  • Unterkunft: Hotel Schütt, Rurstr. 16, 52152 Simmerath-Einruhr
  • Eifelverein Ortsgruppe Monschau
  • Monschau Touristik stehen bei Fragen gerne zur Verfügung
  • Busfahrten zwischen Monschau und Imgenbroich mit NetLiner, auch Simmerath wird angefahren. (Achtung, nach 18 Uhr keine Fahrten mehr)

Meine Vorbereitung beginnt schon einige Tage zuvor, denn ich beschließe mein gesamtes Gepäck auf dem Rücken zu tragen, allerdings mit der Option ein Beutelchen Überflüssiges mit dem Gepäcktransfer zur nächsten Unterkunft zu versenden. Das ist Vorteil der Pauschale „Eifelsteig 4 Nächte“, wie sie die Eifel Tourismus GmbH anbietet. In meinem Komplettpaket ist Übernachtung, Frühstück, Lunchpaket und Gepäcktransfer enthalten. Personentransfer zum Start der Eifelsteigetappe müsste ich jeweils vereinbaren. Da aber der Wanderbus fährt, entfällt das für mich, so der Plan

Das kommt in den Rucksack

Trotzdem, ich reduziere meinen Rucksackinhalt auf das Allernötigste und bin gespannt, wie ich die fünf Tage mit einem Pullover, zwei Paar Socken, einer Ersatzhose, dicke Jacke, dünne Jacke, Regenjacke, zurecht komme. Die Wanderseifen, Zahnbürste- und pasta und meine Medikamente und der Rucksack ist gepackt. Natürlich die üblichen Inhalte Notfallausrüstung und Dinge, wie ich sie hier bereits einmal aufführte, sind auch mit dabei. Das höchste Gewicht hat meine Kamera mit 1,4 kg, aber die sitzt am Hüftgurt meines Rucksackes und stört nicht weiter.

Die Anfahrt durch Regen und Nebel

Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Nebelstimmung

Das große Grauen erwischt mich auf der Fahrt nach Monschau. Es nieselt und in der Region kurz vor Monschau herrscht dichter Nebel. Ein wenig kommt Verzweiflung auf, denn einen einzigen Tag wünsche ich mir schon Sonne.

Kaum habe ich jedoch die Stadtgrenze von Monschau erreicht, ändert sich auch das Wetter. Die Sonne hat diesen bezaubernden Ort und meine gesamte Wanderstrecke fest im Griff und zeigt auch den gesamten Tag kaum Schwächen.

Los geht´s auf den Eifelsteig von Monschau nach Einruhr

Übernachtungsgäste der Stadt Monschau erhalten ermäßigte Parkberechtigungen für die Parkhäuser am Altstadtrand. Die Innenstadt ist zu meiner großen Freude frei von Autos. Schlendern durch die engen Gassen macht so viel mehr Freude. Diese Berechtigung hole ich mir bei der Tourismus Information. Nachdem das Parkticket hinter der Windschutzscheibe meines Autos liegt, mache ich mich auf den Weg, das Endstück der Zweiten Etappe nachzuholen. Damals bin ich falsch abgebogen und habe so eine kleine Strecke Weg unterschlagen.  Schlussendlich lande ich wieder am Parkplatz Burgau. Dort geht es dann endlich richtig los.

Die Eifelsteigsymbole leiten mir immer höher hinauf, ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Anstrengungen der heutigen Etappe, die durch auf und ab den Kreislauf auf Vordermann bringen wird. Immer wieder blicke ich zurück, auf die unter mir liegende Stadt.

Blick auf Monschau - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Blick auf Monschau

Drohnenalarm auf dem Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr

Über mir ertönt das eindeutige brummen einer Drohne, sie schwebt über zwei jungen Leuten, die zu ihrer Musik rappen. Die sind so vertieft, dass sie nicht einmal mitkriegen, dass sie beobachtet werden. Nicht so prickelnd finde ich, dass das Ding eine Weile über mir herum schwebt.

Blick auf Monschau - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Rapper über der Stadt

Kapelle auf der Sonntagsley

Wege gleich mit dem Jahrhundertweg des Eifelverein, erreiche ich die Sonntagsley mit der Marienkapelle. Ein Modell stellt sich in die vom Fotografen befohlenen Posen. Die beiden stören möchte ich nicht, also ziehe ich zügig weiter. Immerhin habe ich heute noch eine Menge vor.

Kapelle an der Sonntagsley - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Kapelle an der Sonntagsley

Wechselvolle Eindrücke auf dem Eifelsteig

Zwischen Monschau und Einruhr

Der Eifelsteig teilt sich die Pfähle für die Wegezeichen mit einigen anderen Wanderwegen, wie der Klosterroute, dem Jahrhundertweg und dem Rhein- Venn-Weg. Auch der Felsenweg verläuft hier. Reichlich Möglichkeit für Wanderer/innen sowohl Strecke als auch Rundwege zu erkunden. Über felsige Pfade schnaufe ich weiter bergan. Die Schieferdächer der Stadt Monschau bieten immer wieder eine reizvolle Kulisse für meine Kamera. Gegenüber entdecke ich eine riesige Fläche Windbruch. Wie Streichhölzer abgeknickt,  sind die schlanken Kiefern den Stürmen zum Opfer gefallen.

Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr

Teufelsley und Engelsley

Wenn ich eines liebe, dann sind das Felsen, schmale Pfade und blauen Himmel in Kombination. Also haben Weg und Wetter heute einen Volltreffer für meine Wanderseele präsentiert. So passiere ich die beiden Felsen Teufelsley und Engelsley, bin froh dass mir bei ersterer keine Hörnchen wachsen.

Ich gebe zu, leicht fallen mir die Auf- und Abstiege heute nicht. Wie so oft habe ich Schwierigkeiten zu einem ausgeglichenen und ruhigen Wandertempo zu finden und der typische Kleister des Büromenschen hängt mir noch in den Knochen. Erfahrungsgemäß ändert sich das nach einigen Kilometern, spätestens aber am folgenden Wandertag. Und doch, die Umgebung beflügelt meine Gedanken, meine Sinne und lässt die körperlichen Wehwehchen in den Hintergrund treten. Wer dieser Umgebung widerstehen kann muss blind und taub sein.

Selfie - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Das mit den Selfies muss ich nach wie vor üben ;-) – Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr

Die felsigen Pfade, die nun folgen, sind unbeschreiblich schön. Neben mir ragen hohe Felswände auf, auf der anderen Seite säumen Büsche und Bäume mit dem frischen Frühlings-grün den Weg. Der unebene Untergrund erfordert Achtsamkeit, gleichzeitig reizt die Umgebung zum ausgiebigen Schauen und Genießen. Es geht entsprechend langsam voran.

Traumhaft schöne Wege zwischen Monschau und Einruhr
Traumhaft schöne Wege zwischen Monschau und Einruhr

Es gibt noch so viele weitere Fotos, die Begeisterung hat mich unentwegt die Kamera zücken lassen. Leider wird aber dieser Wanderbericht unendlich lang, wenn ich die alle hier hinein setze. Also überspringe ich die nächsten 25 Bilder und erquicke euch hoffentlich mit dem nächsten Eindruck.

Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr

Perlenbach und Perlenbachtalsperre

Für Wanderer nicht sichtbar, schlängelt sich der Perlenbach, stets unterhalb des in Gegenrichtung führenden Eifelsteig, durch die Wald reiche Landschaft. Jede Schleife wandern wir hier oben mit. Während ich mich mit meiner Wanderung über Berge und Täler kämpfe, fließt der Perlenbach gemütlich abwärts nach Monschau, um dort die Rur mit seinem Wasser zu beglücken.

Links und rechts die Buchenhecken
Buchenhecken, typisch für die Region

Auf seinem Weg wird der Perlenbach gestaut, um Mensch und Tier in der Region mit Wasser und Energie zu versorgen.

Immer wieder fasziniert mich die Mächtigkeit der Buchenhecken, die nun langsam das rote Laub abwerfen, um dem Frühjahrskleid Platz zu machen. Rot-grün ist sie im Übergang gefärbt und bietet unzähligen Tieren Unterschlupf.

Als dann die Perlenbachtalsperre vor meinen Augen auftaucht ist erst einmal andächtiges Schauen angesagt. Eine Bank lädt mich ein auf ihr zu rasten und den Blick über Weg und Wasser gleiten zu lassen. Die dicken, fluffigen Wolken bilden sich zu gefährlichen Drachenfiguren und dicken Bären aus, ziehen über die idyllische Landschaft, spiegeln sich zusammen mit den Bäumen am Ufer im Wasser.

Obwohl in meinem Hinterkopf immer wieder der Zeitplan herum geistert ( immerhin habe ich mit meiner Extraschleife beinahe 29 km zu bewältigen) löse ich mich nur schwer von diesem Ort. Es wäre auch zu schade, Besonderheiten meiner Eifelsteigwanderung im Vorbeigehen und nahezu blicklos zu streifen. Der Eifelsteig wird nur einmal 10 Jahre alt und ich möchte ihn intensiv in meiner Erinnerung verankern.

Perlenbachtalsperre - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Perlenbachtalsperre

Die weiteren Wege sind gut ausgebaut und bieten Gelegenheit zum gemütlichen gehen. Rechts neben mir habe ich, aufgrund des mäßigen Frühjahrslaubes, noch reichlich Blick auf die Wasserflächen der Perlenbachtalsperre. Die Sinnesbänke sind sehr verführerisch, aber nun widerstehe ich und wandere zügig weiter.

Sinnesbänke auf dem Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Sinnesbänke bleiben jetzt rechts liegen

Kaffee und Kuchen in Höfen

Nicht sehr lange ist es her, dass ich hier auf der Narzissen Route wanderte und im Alten Eifelhaus meine Einkehr verlebte. Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass Tanja und ich, ebenfalls in dieser Region, auf Narzissensuche wanderten und Schnee fanden. Auch die Heckenlandroute, eine der Partnerwege des Eifelsteigs, habe ich bereits erkundet. Schon 2015 betörte mich diese Region auf das heftigste. Unfassbar, was in meinem Blog inzwischen versammelt ist.

Kaffee und Kuchen am Molke Haus
Kaffee und Kuchen am Molke Haus

Eine erste Futter-Rast genehmige ich mir am  Molke Haus in Höfen. Verwegen bestelle ich ein Stück Kuchen und dazu einen köstlichen Milchkaffee. Lange hält es mich nicht, es liegen noch viele Kilometer vor mir. Es ist jedoch ein Genuss draußen verweilen zu können, mit Blick auf die kommenden, deutlich kühleren Tage.

Gemächlich geht es weiter, mein Knie meldet sich überdeutlich, schon eine ganze Weile. Hoffentlich überdenkt sich diese Schwachstelle meines Gehapparates seine schmerzende Haltung noch. Vorläufig sieht es nicht so aus, auch habe ich einen ausgeglichenen Schritt noch nicht gefunden. Mit purem Willen lässt sich dieses Übel anscheinend auch nicht bezwingen. Wenig förderlich ist die Tatsache, dass Eifelsteigwanderer/innen in Trupps an mir vorbei ziehen, scheinbar locker und leicht. Immer wieder mäßige ich mein Kopf gesteuertes Temperament und suche nach dem gemütlichen Schlendergang.

Weit schauen hinter Höfen

Ein wenig Entspannung kommt in die Gangart, als der Ort mit seinen Hecken hinter mir liegt und sich die Wiesen und Weiden vor mir ausbreiten. Der Heckenweg wird mich nun begleiten.  Unten im Bild ist eine der typischen Buchenhecken zu sehen, die oft kunstvoll mit Eingängen und Fenstern versehen sind. Sie schützen Haus und Grundstück vor den heftigen Witterungseinflüssen der ruppigen Eifel. Im Winter sah ich in den Hecken die verlassenen Nester vieler Singvögel. Sie sind für die kleinen Brüter perfekt getarnt.

Buchenhecke zum Schutz der Häuser - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Typische Hecke zum Schutz der Häuser

Raus aus Höfen schlängelt sich der Eifelsteig durch die herrliche Landschaft zwischen Monschau und Einruhr. Die Wiesen sind noch quietschgelb und voller Blüten des Löwenzahn. Bei diesem Anblick ist tiefe Entspannung angesagt. Das Herz wird weit und die Lunge saugt die frische, würzige Luft tief ein. Ein Gefühl von Freiheit breitet sich in mir aus und unendlicher Dankbarkeit für dieses Erlebnis, dieses Gefühl.

Löwenzahnwiesen - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Löwenzahn wohin das Auge schaut
Ein Feldweg zwischen Weiden und Wiesen auf dem Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Glückseligkeit

Wildwechsel

Ein Rehböckchen hat sich offensichtlich hieher verirrt, es sucht nach einem Ausweg. Hier oben wandere ich, auf der anderen Seite mümmeln die Rinder am saftigen Gras. Beide Richtungen kommen als Fluchtrichtung nicht in Frage. Also muss der Stacheldrahtzaun irgendwie überwunden werden. Das junge Tier zwängt sich unterhalb des Zaunes durch, muss noch einen weiteren Zaun bezwingen und hetzt dann in riesen Sprüngen Richtung Höfen. Dort biegt es wieder ab und entzieht sich meinem neugierigen Blick.

Rehböckchen auf der Flucht -Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Böckchen auf der Flucht

Wieder ab in den Wald

Clara und Leni

Eifelladen
Eifelladen

Die beiden Mädels betreiben einen kleinen Eifelladen, der aber leider keinen Inhalt mehr aufweist. Ein Bild zeigt zwei sehr junge Fräuleins, die Urheber des kleinen, am Baum befestigten Kistchens. Schade, ich hätte gerne, wie schon auf der zweiten Etappe, einen kleinen Obolus hinterlassen.

Ein angenehm breiter Waldweg - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Relaxt wandern auf breiten Waldwegen

Links unter mir fließt der Kluckbach. und der begleitet mich und den Eifelsteig bis er in die Rur mündet. Alle Wege führen hier zur Rur, habe ich den Eindruck ;-). Jungvolk belagert eine große Weide, die gemütlichen Rindviecher sind sicher nicht älter als ein Jahr und lassen es sich dort richtig gut gehen. Hin und wieder wird mit der Nachbarin gekuschelt, ein göttliches Bild. Irgendwann rappeln sich einige auf um angestrengt die Fotografin zu betrachten.

Neugierige Kühe auf dem Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Neugierig sind sie

Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr

Der Meilerplatz und historische Sägemühle

Ein Meiler dient der Gewinnung von Holzkohle, früher für das Handwerk immens wichtig und heute noch für Holzkohle-grillen genutzt. Hier steht neben dem Meiler auch eine historische, mit Wasserkraft betriebene Sägemühle.

Historische Sägemühle
Historische Sägemühle

Historisch ist sicherlich auch diese Bank an der Weißbuche. Diese Relikte, die in der Natur gelassen werden können, weil sie ein Naturprodukt sind, sehe ich so gerne auf meinen Wanderungen.

Alte Bank unter einer Weißbuche
Historische Bank an historischer Buche

Hinter dem Zaun im Hintergrund befindet sich ein Bodenfilterbecken. Hier wird zu klärendes Wasser über eine mit Schilf bepflanzte Sandschicht gefiltert.

Auf zur Perdsley

Ein herrlicher Hangweg mit Wurzeln durchzogenem Boden gerät mir nun unter die Wanderstiefel. Es ist eine Wonne durch den Laubwald zu wandern, dem Vogelgesang zu lauschen und den müden Füßen diese Wege zu gönnen. Bald darauf ändert sich das Wegeprofil schon wieder, Gras wächst auf dem Waldweg. Welch ein Wechsel für Füße und die Sinne und so lande ich am Eifelblick Perdsley

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Rur ist stark und braucht doch Hilfe

Inzwischen rauscht die Rur wieder unterhalb meines Wanderweges. Sie ist hier breit und stürmisch, zeigt ihr Temperament. Das Rauschen tut der Seele gut, finde ich.

Wenig weiter tönt ein fröhliches „Hallo“ durch den Wald unter mir. Zwei Jungs streunen unten durch den Wald und verkünden stolz “ Wir sind Junior-Ranger“ Herrlich offen und aufgeschlossen die Beiden. Auf meine Frage wie alt sie sind, antworten einer „10 Jahre und wir haben schon Müll aus der Rur gefischt“ Ich bekunde meine Begeisterung und verabschiede mich winkend wieder von den beiden Nachwuchs – Natur-Rettern. Solche Kids brauchen wir!

Die Kräfte schwinden – Die Begeisterung bleibt

So langsam spüre ich meine Glieder bei jedem Schritt, hin und wieder taucht der Gedanke an Abkürzung auf. Ja ich gebe es zu, aber mein Ehrgeiz den Eifelsteig Meter um Meter zu wandern, lässt mich immer wieder von diesem Gedanken Abstand nehmen. Außerdem stellen sich mir immer und immer wieder attraktive Objekte in den Weg, die dringend in meiner Erinnerung und auf dem Kamerachip Platz nehmen möchten.

Mächtige Buche - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Mächtige alte Bäume stehen hier herum
Apfelblüte oder Kirsch?
Obst für den Herbst kommt in die Blüte
Die Eiche mit Schild
Die Eiche mit Schild
Was die Hänge hinunter fließt, kommt der Rur zu Gute
Landgasthof Grünental
Landgasthof Grünental bei Widdau

Widdau Zwischenstation oder Ende der Wanderung

In Widdau fährt, wenn der Wanderer müde ist, der Bus sowohl nach Monschau zurück, als auch Richtung Simmerath. Wie oben geschrieben, ich verwehre mir diese Möglichkeit, auch wenn die Schritte schwerer werden. Im Nachhinein gratuliere ich mir zu dieser Entscheidung. Auch der Landgasthof bleibt von mir einkehrtechnisch ignoriert. Der Anblick ist jedoch äußerst verführerisch.

Hinter dem Landgasthof wechsele ich auf die andere Seite der Rur, sie wird mich von nun an an meiner rechten Seite begleiten. Nun wandere ich wieder auf Hangwegen und urigen Wurzelpfaden bis Hammer. Wunderschön, aber eben auch wieder auf und ab und auf und ab. Kinners das fordert extrem, ist aber auch so extrem schön! All diese Eindrücke, bzw. die schönsten bekommt ihr nun per Bild und ohne weitere Erklärung. Nur so viel, hier setzt die Ginsterblüte schon ein.

Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr

Hammer und auch wieder Hecken

Herrlich winden sich die Hecken entlang des Weges. Ob sie aus Hainbuchen und Rotbuchen im Wechsel bestehen? Ich weiß es nicht, sieht aber lustig aus. Bei Hammer wechsele ich erneut die Uferseite der Rur.

Buchenhecken teils grün, teils altes Laub - Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr
Lustige Färbung der Hecken

Aus Hammer raus führt ein tiefer Weg. Beinahe könnte man glauben es sei ein altes Flussbett, so tief und breit ist er. Unbestritten hat dieser Weg, aus welchem Grund auch immer entstanden, den Vorteil recht flach zu verlaufen. Auf meine Frage des „beinahe“ allwissenden Rouven schreibt er:

Ich denke, dass der Einschnitt aus zwei Gründen angelegt wurde (~19. Jhd.): Überschwemmungsschutz für das Tal und natürlich als Weg. Mittelalterlich ist er aber sicher nicht, damals wurde der Weg über den Kamm genommen (war wahrscheinlich zu sumpfig im Tal).

Ihr erinnert euch, das ist der Herr der genialsten Gelände App aller Zeiten.

FLussbett oder Holhweg
Flussbett oder Hohlweg?
Wasser zwischen Stein und Moos
Es plätschert in den Hängen und gleich kommt ein Hobbit um die Ecke

Und wieder reiht sich ein Foto an das andere, weil die Umgebung ein Traum ist, weil ich nur noch schwärmen kann. Die Eifel ist das reinste Wonderland.

Dedenborn in der Rurschleife

Dedenborn liegt in einer Schlaufe der Rur, macht mit diesem schwungvollen Verlauf der Mosel Konkurenz. In einem großzügigen Bogen kehrt der Fluss auf der anderen Seite des kleinen Ortes wieder an den Eifelsteig zurück. Gut dass ich diese Schleife nicht mit wandern muss, sondern am südlichen Ortsrand von Dedenborn vorbei wandere.

Was jetzt kommt lässt mein Herz noch einmal kräftig schwingen. Ein merkwürdiges Licht herrscht und die Blicke in die Landschaft sind aus meiner, ganz persönlichen Sicht, ein Traum. Ihr seht ja nur kleine Fotos, ich sehe sie in der gesamten Größe meines Bildschirmes und kann mich kaum entscheiden welcher Blick der schönere war. Der Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr, ein Wandertraum.

Ausblick bei Dedenborn
Göttliche Aussichten
Dedenborn
Himmlische Wegeverläufe

Umleitung gefällig?

Ein schöner Ausblick reiht sich an den anderen, bis Dedenborn erreicht ist. Wunderschöne Häuser haben sich die Menschen dort hingestellt, aber auch ein Umleitungsschild und das finde ich so gar nicht schön.

Absperrung in Dedenborn
Absperrung – Mißachtet von Eifelwandererin

Auf Anraten einer Anwohnerin ignoriere ich die Schilder. Wie versprochen, hängen auf ca. 10 Metern ein paar Äste in den Bäumen und das anscheinend schon seit Wochen. Niemand räumt die Dinger weg, runter gefallen ist aber auch keiner mehr. Also gehe ich guten Mutes über den schmalen Pfad und erfreue mich des schönen Weges. Die Umgehung hätte eine zusätzliche Strecke über Straßen bedeutet und ich hatte gelinde gesagt die Nase voll:

Eifelblick Wolfshügel

Noch ein letzter Kraftakt ist der Aufstieg zum Eifelblick Wolfshügel. Er schenkt mir einen traumhaften Blick auf den Rur Obersee. Welch ein Schlussakkord. Das sind die Geschenke des Lebens, vor allem nach dieser Schinderei.

Eifelblick Wolfshügel
Eifelblick Wolfshügel – Schau auf Einruhr und den Obersee
Eifelblick Wolfshügel
Eifelblick Wolfshügel
Blick auf Einruhr
Einruhr und das Hotell Schütt warten auf mich
Abstieg nach Einruhr
Einmal noch einen Abstieg

Hotel Schütt

Ankommen in Einruhr und das strahlende Gesicht von Sarah Irlenbusch im Gastraum des Hotel Schütt. Herrje ich Dussel habe es versäumt im Hotel Bescheid zu sagen, dass ich mein Gepäck auf dem Rücken trage und nicht, wie eigentlich vereinbart, am frühen Morgen im Hotel abgeliefert habe. Man hat sich Sorgen gemacht. Eine ganz ungewohnte Fürsorge für mich, aber es fühlt sich gut an.

Pfannkuchen mit Spinat und Käse im Eifelhaus
Pfannkuchen mit Spinat und Käse

Nach einer kleinen Runde durch das Bad meines Zimmers trete ich den kurzen Weg zum Eifelhaus an, um dort einen Pfannkuchen zu vertilgen.

Kaum dass die Mahlzeit vereinnahmt ist mache ich mich auf den Rückweg und auf sofortigem Weg ins Zimmer.

Ich schaffe es noch bis 20:30 Uhr wach zu bleiben, dann segele ich in das Land der Träume. Fast 30 Km und morgen sollen es mindestens 22 km werden. Da tut Schlaf Not.

 

Mein Bett im Hotel Schütt
Bett – Schon das angucken lässt die Lider schwerer werden

Das waren meine Erlebnisse am 1. Mai 2019 auf dem Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr. Ein Fazit über die voran gegangenen Worte hinaus ist sicher unnötig. Die Begeisterung all derer, die bereits vor mir über diese Etappe berichteten, kann ich nun untermauern.

Morgen wandere ich nach Gemünd, eine Streckenführung die mir in Teilen schon sehr bekannt ist. Vorher, das verrate ich euch jetzt schon, gibt es ein fantastisches Frühstück. Dazu später aber mehr.

 

„Gute“ Ratschläge meiner Leser/innen

Es ist Schnee, Regen und auch Sonne angesagt. „Was packe ich in den Rucksack? So lautet meine Frage an meine Leser bei Facebook.

  • Mein lieber Herr Nachbar gab zur Antwort: „Eine Spinne, Cappuccino, Ticket nach Spanien und Elisabeth natürlich.“ Übrigens Elisabeth ist seine ca. 100 Jahre alte Katzendame, die ich hin und wieder unter meine Fittiche nehme.
  • Markus rät: „Ne Wäscheleine um alles trocknen zu können, ne heiße Zitrone gegen Erkältung, einen , Kopfhörer mit schöner Musik, einen 12v Akku ans Navi, damit du merkst wennst da bist. Hammer und Nägel, damit du die Wegezeichen wieder anbringen kannst, die vom Regen vom Baum gespült worden sind. Ein SOS Licht für aufm Kopf“
  • Lore: Wanderschirm, Gamaschen, Goretex Jacke und Schuhe, Gummibärchen😋 und die GoPro um uns teilhaben zu lassen, dass es Dir GUT geht😍

Unterstützer auf dem Eifelsteig zwischen Monschau und Einruhr

Dazu gehört die Unterstützung durch den  Eifel Tourismus (ET) GmbH . Dank dieser Hilfen ist es mir überhaupt möglich das Projekt so anzugehen. Vielen Dank für hervorragende Unterbringung und lückenlosen Gepäcktransfer. sowie Rat und Tat.

Der Sockenausstatter Wrightsock der mir die praktischen doppellagigen Socken mit dem Eifelsteigsymbol zur Verfügung stellen wird, ist ebenfalls mit im Boot. Foto kommt im nächsten Wanderbericht.

Reinland Seifen

 

Nicht zuletzt Reinlandseifen, die mir die Wanderseifen zur Verfügung stellt, hier geht es zum Blogbeitrag, in dem ich die Seifen vorstelle.

 

(c)Esterbauer
(c)Hikeline

Das *Buch zum Eifelsteig stellt mir der Verlag Esterbauer, hier sind einige Informationen enthalten, die wegweisend sind, um sich auf diesem Fernwanderweg gut zurecht zu finden. Außerdem bin ich auf die einzelnen Etappen bestens vorbereitet.

 

 

Als gänzlich neuer und sehr willkommener Sponsor auf meinen weiteren Etappen hat sich der Sportausstatter Fifty Five zur Verfügung gestellt. Erstes Resümee: Ich bin sehr positiv überrascht., insbesondere von der Regenjacke Marla.  Hierzu mehr in kommenden Blogbeiträgen.

Meine Zusicherung

Outdoor Blogger Codex
Outdoor Blogger Codex

Was meine Beschreibungen und Einschätzungen angeht dürfen sich meine  Leser/innen darauf verlassen, dass ich meine ganz persönlichen Eindrücke wiedergebe, so auch hier.  Im Übrigen habe ich mich hier zu über den Outdoor Blogger Codex verpflichtet.

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8 Kommentare

  1. Hallo Elke,

    danke für’s Mitnehmen auf diese schöne Wandertour. Wahrscheinlich werde ich in dieser Ecke nie zum Wandern kommen umsomehr freut es mich, dass du über deine Tour berichtet hast. Du schreibst so lebhaft und anschaulich, dass man meint selbst dabei gewesen zu sein.

    Wir wandern ja eher im Schwarzwald und im Pfälzer Wald. Da sieht die Landschaft ganz anders aus. Die Eifel hat ihren eigenen Stil wie man auch an den Facherkhäusern sehen kann.

    Weiterhin viel Spaß beim Wandern.

    Liebe Grüße
    Harald

    1. Na Harald, der Schwarzwald und der Pfälzer Wald sind für mich ebenfalls attraktive Ziele zum wandern, leider aber etwas weit weg. Ab kommendem Jahr habe ich mehr Zeit und dann hoffe ich diese Regionen auch intensiver erkunden zu dürfen.

      Liebe Grüße und Dir ebenfalls immer viel Freude bei Deinen Unternehmungen
      Elke

  2. Liebe Elke,

    ich beneide und beglückwünsche Dich zu dieser wunderbaren Jubiläumstour. Beim Lesen Deines Artikels und Bewundern der schönen Aussichten und Wegführung würde ich am liebsten sofort loslaufen. Dein „Wanderfieber“ ist hoch ansteckend! Das ist Naherholung und Urlaubsqualität, wie es anderswo kaum schöner sein kann. Weiter so! Liebe Grüße Matthias

    1. Ach Matthias, es ist wirklich schon in der Eifel und sehr interessant sie in Form einer Streckenwanderung neu zu entdecken.

  3. Hallo Elke,
    mit Spannung habe ich auf deine nächste Eifelsteigetappe gewartet. Diese Etappe hat mir besonders gut gefallen, obwohl sie ja recht lang ist. Ich war damals ziemlich hinüber von dieser Strecke. Ich bewundere dich da schon, da du ja auch noch den dicken Rucksack dabei hattest. Wie immer tolle Fotos, die so manche Erinnerung wach werden lässt.
    LG Ulrike

    1. Hi hi Ulrike, im Nachhinein bin ich auch voller Ehrfurcht vor dieser Leistung. Es bestätigt aber auch, dass wir viel mehr können, als wir annehmen. Tanja und ich möchten den Jahrhundertweg oder die Klosterroute noch laufen. Die sind als Rundwege angelegt und nicht ganz so anspruchsvoll, aber mindestens genauso schön.
      Liebe Grüße
      Elke

  4. Jetzt steht mein Entschluss fest: ich laufe diese Strecke nach :-) Diesmal ohne zu mogeln (wir hatten uns damals nach 2 Tagen Dauerregen entschieden, in Monschau die Rur entlang zu gehen und haben das Teilstück über Höfen abgekürzt); es schüttete übrigens auch an diesem Tag (und am nächsten und übernächsten; und das Ende August).

    1. Ganz ehrlich, ein Dauerregen nimmt solch einem Weg auch eine Menge Genuss. Dann würde ich in diesem Fall empfehlen diese Etappe zu wandern, eine Übernachtung mit einzuplanen und den zweiten Tag mit schlendern, bummeln oder so zu verbringen. Diese dritte Etappe ist wahrhaft ein Lichtbringer.

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