Wanderbloggerin auf der Zugspitze gesichtet. Eigentlich keine Schlagzeile, denn das haben schon viele getan. Wer aber die Kletterpassage hoch auf den Gipfel genauer betrachtet, wird wissen weshalb dieses Ereignis eine auf mich zugeschnittene Schlagzeile verdient. Auf dem letzten Stück zum Gipfel der Zugspitze muss eine Kletterpartie über glatt geschliffene Felsen, über seil-gesicherte Steilstücke und eine Leiter überwunden werden. Aber, ich habe es geschafft.

Rund um den Eibsee

Im Rahmen einer Recherchereise besuche ich die Zugspitzregion. Nach sechs Tagen liegt der ausgesprochen schöne Pflichtteil hinter uns. Statt sofort die 650 km lange Heimreise anzutreten, gönne ich mir eine letzte Attraktion, zusammen mit Katja, meiner Reisebegleitung. Wir möchten hoch auf die Zugspitze. Zu unserem unendlichen Glück ragt der höchste Berg Deutschlands  deutlich sichtbar und ohne störende Dunstfelder aus der umgebenden Landschaft auf.

Der Eibsee grün und geheimnisvoll

Bevor die Wanderbloggerin auf der Zugspitze zu sehen ist, wird sie zusammen mit ihrer Begleitung Katja, ein wenig See-Kunde betreiben.  Zu Füßen der Zugspitze liegt nämlich ein fantastisch türkis schimmernder See, ein sogenannter Blindsee.  Die Blindseen verfügen über unterirdische Zu- und Abflusssysteme und ein solches System versorgt den Eibsee. Davon sieht man logischerweise nichts, wenn man darin badet oder einfach drum herum läuft.

Entstanden ist der See durch den Rückzug eines Gletschers, der sich dann mit Wasser füllte. Später, lt. Wikipedia vor 3.400 – 3.700 Jahren, rumste es gewaltig vom Berg. Man kann sich gut vorstellen wenn Gesteinsmassen von einer Fläche von 13 km² in einen See knallt, dass er Veränderungen hervorruft. Insbesondere die Inseln sind dadurch entstanden.

Zu Füßen der Zugspitze liegt der Eibsee
Zu Füßen der Zugspitze liegt der Eibsee
Blick von der Brücke auf den Untersee
Blick von der Brücke auf den Untersee

Die nördliche Seite ist nach Meinung vieler Kenner, die schönere Seite. Von hier aus sind auch die acht Inseln am besten zu sehen. Tief ist er, der Eibsee, immerhin an tiefster Stelle fast 35 Meter tief. Nordöstlich vom Hauptsee, durch eine Engstelle angetrennt, finden wir den Untersee. Eine hübsche Brücke hält uns auf dem Wanderweg und bietet verträumte Blicke auf Weitsee und Untersee.

 

Seen am See

Auf der nördlichen Seite befinden sich die abgetrennten Seen: Braxensee, Steingringpriel, Steinsee, Froschsee und Dracheseelein, südlich liegt der Frillensee. Fest steht, den Blick von dem grünlich schimmernden Wasser abzuwenden fällt schwer. Immer wieder bieten sich wunderschöne Perspektiven, sodass Katja und ich selten mehr als 50 Meter ohne Stillstand auskommen.

Blick auf den Eibsee- Wanderbloggerin auf der Zugspitze
Blick auf den Eibsee

Der Eibsee befindet sich, mit einer Unterbrechung, seit 1884 in Privatbesitz. Und der Besitzer hat was daraus gemacht, indem er das südliche Ufer zum Eldorado für touristische Besucher ausgestaltet hat.

Übrigens, das Wasser des Eibsee hat Trinkwasserqualität. Gut, mit Blick auf die Badegäste würde ich das nicht testen wollen.

Habt ihr Lust auf mehr Infos, dann lest die Webseite. Ich zeige euch eine kleine Bildauswahl. Und dann geht es hinauf, auf den höchsten Berg Deutschlands. Wanderbloggerin auf der Zugspitze, das ist nun das Thema des nächsten Kapitel.

Die Wanderbloggerin auf der Zugspitze

Am letzten Tag muss es nichts anstrengendes mehr sein. Drum gönnen wir uns die 58 Euro teure Fahrt mit der Seilbahn, die im Jahr 2017 fertig gestellt wurde. Sie kann stündlich 580 Personen befördern. Die Kabinen sind für 120 Fahrgäste konzipiert. Ist sie voll, wird es allerdings auch eng und für mich persönlich unangenehm. Die Meisterleistung solch eine Bahn überhaupt auf 3.000 Meter Höhe zu installieren gewinnt an Deutlichkeit, wenn man sich die Artikel auf der Webseite anschaut.

Das Ticket ist zwar teuer, ermöglicht aber den gesamten Tag die Nutzung der Seilbahnen (Gletscherbahn), auch der Zahnradbahn, die durch einen langen Tunnel auf- und abwärts fährt. Ich erzähle also jetzt, wie es so meine Art ist, aus persönlicher Sicht unseren Vormittag auf dem höchsten Berg Deutschlands, die Zugspitze. Ganz am Ende gibt es noch ein paar Wander/Klettervorschläge für aktive, fitte Menschen, deren Lungen eine ordentliche Portion Sauerstoff einsaugen können.

Zugspitze
Touristisch stark frequentiert – Panorama-Gipfelrestaurant auf Tiroler Seite

Frühe Wanderinnen fangen die ersten Tickets

Unsere fahrbaren Untersätze sind voll mit Gepäck und startbereit. Es fehlen nur noch die Fahrerinnen. Was dem Auto der Sprit ist uns Wanderinnen das Frühstück. Doch schon ziemlich bald drängt es uns Richtung Grainau aufzubrechen und unsere Expedition Zugspitze mit einem krönenden Abschluss zu versehen.

Noch sind die Parkplätze recht leer, sodass wir flott am Ticket-schalter landen. Die Gondel füllt sich rasch, ist aber noch nicht rappelvoll. Wir haben gute Chancen ein kleines Video von der Auffahrt zu machen (Das habe ich unter dem Beitrag platziert). Mir ist etwas schwummerig, aber so schlimm wie hinauf zum Hexentanzplatz habe ich die Fahrt nicht empfunden. Die Gondeln sind dort auch viel kleiner und mit Glasboden versehen.

Wanderbloggerin auf der Zugspitze – Gipfelerfahrung

Es ist schon allein ein körperliches Abenteuer hier oben zu stehen. Meine Beine sind Pudding und die Luft ist spürbar dünner. So dauert es eine Weile, bis das Körpergefühl wieder die vertraute Sicherheit bietet. Immerhin steht für mich fest „Ich möchte auf den Gipfel“, dafür ist Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit nötig.

Wanderbloggerin auf der Zugspitze - Gipfelerfahrung
Das ist schon eine Hausnummer
Gesicherter Aufstieg zum Zugspitzgipfel
Gesicherter Aufstieg zum Zugspitzgipfel

Während Katja meinen Rucksack und die große Kamera hütet, heißt es für mich ab in die Felsen. Viele haben den gleichen Plan und eigentlich ist dieses Schlangenklettern so gar nicht mein Ding. Aber wenn Frau den Ehrgeiz hat die Zugspitze ganz oben zu erleben, dann fügt sie sich ins Unvermeidliche.

Alle nun folgenden Fotografien hat Katja mit ihrem Handy gefertigt.

Geschafft- Ich bin oben auf dem Gipfel der Zugspitze
Das Siegerfoto vorneweg

Der Weg hinauf – Wanderbloggerin auf der Zugspitze

Vor lauter Aufregung habe ich kaum Fotos geschossen, an Videos habe ich gar nicht gedacht. Ich bin schon oft geklettert, aber diese Erfahrung war schon besonders. Die Felsen sind glatt geschliffen von vielen tausenden Kletterfüßen. Hier abzurutschen bedeutet mit Sicherheit das Ende. Wenn ich teilweise die jungen Hasen diese Steilpassagen runter hüpfen sah, wurde mir ganz übel.

Ebenso grausig ist aber der Blick auf unerfahrene Menschen, die mit Modeschühchen versuchen Halt zu finden. Aus diesem Grund ist es eigentlich empfehlenswert sich nie unterhalb solcher Personen aufzuhalten. Fallen sie, nehmen sie die unter ihnen befindlichen Personen gleich mit. Wer sich hier herauf wagt, sollte wirklich achtsam sein.

Auf der Zugspitze - Gipfelerfahrung
Siegerfoto aus eigenem Handy – Werbung: Die Softshelljacke Menta von Fifty Five mit abtrennbaren Ärmeln

Video vom Abstieg am Ende des Beitrages

Fotoshooting

Nach diesem abenteuerlichen Auf- und Abstieg gönnen wir uns erst einmal eine ausgedehnte Fotorunde. Katja hat zudem wieder ihre Hydro Flask griffbereit. Model „Trinkflasche“ steht zum Fotoshooting bereit. Ein wie ich finde optimales Ensemble.

Falschenshooting
Shooting mit Hydro Flask

Gastronomie

finden wir hier oben überall. Besonders freundlich haben wir die Bewirtung im Gletschergarten empfunden. Der Herr hat seine Berufung gefunden, hatte ich den Eindruck.

Nahe an der Terrasse des Sonnalpin besteht die Möglichkeit sich einen Zipfelbob zu leihen und damit im Sommer, unterhalb des Gletschergarten, rodeln zu gehen. Auf intensiven Druck meiner Begleitung drapiere ich mich auf ein kleines Schneefeld. Das ist schweinekalt und wieder aufstehen eine echte Herausforderung, weil tierisch glatt.

Schneefeld
Schneefeld-Shooting

Zwei mit viel Spaß unterwegs

Katja, mit Dir war diese Woche ein Vergnügen ohnegleichen, auch wenn oder gerade weil der Programmpunkt „Ich veräppele Dich“ an vorderster Stelle stand.

Wilde Sammlung

Von nun an folgen Fotos in wilder Folge. Ich werde versuchen sie entsprechend zu beschriften.

Skigebiet im Sommer
Schneefernerhaus
Schneefernerhaus
Fußweg zum Gipfel Zuspitze
Ziemlich anstrengend hier hoch zu gelangen, wenn es denn mit eigener Kraft sein muss

In den letzten Jahren hat man den Nördliche Schneeferner künstlich mit Schnee versorgt. Im Sommer bemühte man sich mit Folien die Flächen abzudecken, um die Schneepisten zu erhalten. Unten im Bild sieht man, was langfristig großflächig nicht zu verhindern ist, der Gletscher schmilzt.

Tauender Gletscher
Dem Gletscher geht es nicht gut
Kirche Maria Heimsuchung
Kirche Maria Heimsuchung – Wanderbloggerin auf der Zugspitze

Nun noch eine Galerie und dann geht es nach Österreich.

Lustig – Wir hüpfen mal nach Tirol

Über den Westgipfel der Zugspitze verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Witzig, auf einem Berg mit ein paar Schritten Landesgrenzen zu überschreiten. Natürlich tun wir das, und Fotos gibt es davon auch.

Bergstation Tirol
Bergstation Tirol

Nur wenige Positionen lassen die fotografische Abbildung des Himmelsstürmer zu, der aus Holz geschnitzt die Tiroler Plattform ziert. Von hier aus haben wir auch Ausblick auf den Eibsee.

Aussichten von der Zugspitze-Wanderbloggerin auf der Zugspitze

Neben vielen Bergen, die ich kaum alle benennen könnte, sehen wir von hier oben natürlich auch den Eibsee. Auf dem Abfahrt zur Zahnradbahnstation haben wir einen ganz großartigen Blick auf das mystisch schimmernde Gewässer. Deutlich zu sehen sind hier auch die kleinen Inseln am Nordufer.

Eibsee von oben
Eibsee von oben

Aufstiegsmöglichkeiten zur Zugspitze

Ich wurde gefragt welche Zugangswege es zu der Zugspitze gibt. Da ich selber über wenig Erfahrung in der Region verfüge, habe ich mich eines Buches bedient. Der Wanderführer mit dem Namen „Zugspitze mit Ammergauer Alpen und Werdenfelser Land“ aus dem Hause Rother Bergverlag macht mich schlauer.

Vier Anstiegs Wege sind es die durch die Berglandschaft an der Zugspitze hinauf auf den Gipfel führen. Die Einschätzung der Verfasser des Wanderführer, Franziska Baumann und Dieter Seibert teile ich unbedingt, dass die Zugspitze keinen Schönheitswettbewerb gewinnen kann, trotzdem jedoch ein lohnenswertes Ziel ist.

All das, was ich von unten sehen konnte, das Karwendelgebirge die Mieminger Berge und der Wettersteinkamm breiten sich unterhalb des Gipfels aus. Wir hatten unverschämtes Glück recht weit schauen zu können.

Anstieg durch das Reintal

Im August 1820 hat ein Leutnant für einen Vermessungsauftrages die Zugspitze bestiegen. Leutnant Josef Naus war damit Zugspitz Besteiger No 1. Für den Anstieg durch das Reintal auf einer Streckenlänge von  22,1 km ist es sinnvoll zwei Tage einzuplanen. Der Anstieg von 730 m auf 2.962 m braucht einige Kraft und Zeit. Die landschaftlichen Eindrücke müssen jedoch zauberhaft sein, wenn auch vom Wegeprofil sehr wechselhaft und stellenweise durch Schotter anstrengend. Die Zückerchen, wie z.B. die Partnachklamm, lenken von solch Ungemach aber locker ab.

Wer den Schlussteil über die Geröllhalden hinauf zum Zugspitzgipfel einsparen möchte, der fahre mit der Seilbahn hinauf.

Hinauf auf den Gipfel durch das Höllental

Diese Wegeführung ist eine der anspruchsvollsten der vier Anstiegsmöglichkeiten.  Die gleichen Höhenmeter sind nun auf nur 10,9 km zu bewältigen.  Sie startet in Hammersbach/ Grainau. Eine Klamm, die ich während meines einwöchigen Aufenthaltes nicht mehr bewandern konnte, ist die Höllentalklamm. Durch sie hindurch führt diese Streckenführung.. Sie gilt unter den Zugspitzfans in meinem Bekanntenkreis als die eindrucksvollste der Region.  Wenn ich erneut als  Wanderbloggerin auf der Zugspitze landen sollte, werde ich diesen sehr kurzen aber höllisch steilen Anstieg bequem auf ein nächstes Leben verschieben. Der Strapaze fühle ich mich wahrlich nicht gewachsen. Es gibt andere, wie Erika (Ulligunde) und Björn (Bergtouren im Allgäu) die das noch prima hinkriegen. Lieber gehe ich eine Rundtour, die aber durch die starken Steigungen auch sehr anspruchsvoll ist.

Über die Wiener-Neustädter-Hütte

Eine weitere Möglichkeit startet an der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn auf 1.200 Metern. Hinauf auf die fast 3.000 Meter geht es auf nur 6,2 km Wegstrecke. Das wäre für mich ein Grund für Herzkasper und Sauerstoffzelt. Wenn ich das Höhenprofil anschaue dann sieht das aus wie eine Zugspitze, nur spitzer. Diese Variante wird nur sehr erfahrenen Bergwanderer/innen empfohlen. Bei Björn habe ich  bereits etwas zum Klettersteig Stöpselzieher gelesen. Da könnt auch ihr euch einen Vorgeschmack holen. Nix für Weicheier, das ist mal sicher.

Auf die Zugspitze über das Gatterl

Eine etwas leichtere Variante, wie mir scheint. Sie startet an der Talstation Ehrwalder Almbahn. Laufend oder mit der Seilbahn geht es rauf zur Bergstation Ehrwalder Almbahn und von dort über Hochfeldernalm und Knorrhütte hinauf auf die Zugspitze. Auf 11,9 Kilometern sind von der Bergstation aus „nur“ 500 Höhenmeter zu bewältigen. Weitere 400 Höhenmeter können eingespart werden, wenn Wanderer/innen vom Zugspitzplatt zum Gipfel fahren.

Wanderbloggerin auf der Zugspitze – Nicht auf diesen Wegen

Das sind die vier Varianten, die ich gefunden habe. Sicher werden erfahrene Bergsteiger noch mehr kennen. Schaut euch bei Interesse mal auf den Blogs um, die sich mit Bergtouren beschäftigen. Vielleicht lassen sich ja meine alten Knochen doch irgendwann dazu überreden den Weg dort hinauf zu finden. Tourentipps gibt es auch auf der Webseite der Zugspitze

Offenlegung

Dieser letzte Tag stand nicht mehr in unmittelbarem Zusammenhang mit Eurohike Wanderreisen, trotzdem erwähne ich, dass die vorangegangenen Tage mit Unterstützung dieses Reiseveranstalters erfolgte.

Alle meine Reisen werden indirekt mitgetragen vom Outdoorausstatter Fifty Five. Besonders Jacken und Hemden stammen allesamt von diesem Hersteller. Meine übliche Sockenwahl trifft Wright Sock und speziell für diese Reise gab es noch einmal einen Schwung funkelnagelneuer, doppellagiger Socken.

Unmittelbar vor meiner Abreise erhalte ich noch den Rother Wanderführer zur Zugspitze. Darin habe ich etliche Touren gefunden, die ich bei einem erneuten Besuch in der Region wandern möchte.

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Elke,

    wieder einmal hochinteressant, sehr aufschlussreich und wie immer mit einer Portion Spass versehen.
    Die Bilder sind wunderschön.
    Die „Zugspitz-Story“ hat mich fasziniert.

    Liebe Grüße
    Ulli

    1. Vielen Dank Uli, die Erfahrung war für mich auch eine ganz besondere. Liebe Grüße aus dem trüben Leverkusen, mitten aus dem sonnigen Herzen ;-)
      Elke

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